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Fahrradwerkzeug: Was brauche ich?

Fahrradwerkzeug: Was brauche ich?

28.04.2021 - Update: 20.07.2021

Damit du lange etwas von deinem Fahrrad hast, solltest du es regelmäßig warten und pflegen. Dafür brauchst du bestimmtes Werkzeug. Eine Werkstattgrundausstattung hilft dir auch bei kleineren Reparaturen wie einem geplatzten Schlauch oder einer losen Schraube.

Welche Werkzeuge du brauchst, um zu Hause die wichtigsten Pflege-, Wartungs- und Reparaturarbeiten durchzuführen, erfährst du hier.

Fahrradwerkzeug: die Grundausstattung

Es gibt Arbeiten, die solltest du einem Fachmann überlassen, zum Beispiel die Speichenspannung justieren oder das Tretlagerspiel prüfen. Daneben ist an einem E-Bike oder motorlosen Rad jedoch genug zu tun, das du auch mit ein paar Werkstattgrundkenntnissen und etwas handwerklichem Geschick selbst erledigen kannst.

Dazu brauchst du kein Spezialwerkzeug wie es ein Profi in der Werkstatt hat. Eine Basisausrüstung reicht völlig. Es gibt unterschiedlich ausgestattete Werkzeugkoffer, du kannst dir aber auch die Werkzeuge, die du brauchst, einzeln zusammenkaufen. Welche das sind, hängt davon ab, was du dir selbst an Wartungs- und Reparaturarbeiten zutraust und was du mit den Tools vorhast.

  • Drehmomentschlüssel: Mit einem Drehmomentschlüssel kontrollierst du den festen Sitz von Schrauben. Eine Schraube am Vorbau musst du mitunter mit einer anderen Kraft anziehen als eine am Sattel. Achte hier unbedingt auf die Herstellerangabe am Bauteil. Diese beiden, und noch einige andere, Schrauben sind sicherheitsrelevant. Du kannst schwer stürzen, wenn sich eine Verbindung löst, weil sie zu locker ist, oder Schraube bzw. Bauteil brechen, weil du zu fest angezogen hast. Ein Drehmomentschlüssel gehört deshalb in jeden Heim-Werkzeugkasten. Immer!
  • Inbusschlüssel: Einen Inbusschlüssel brauchst du für fast alle Schrauben am Bike. Da Letztere nicht (mehr) alle die gleiche Größe haben, ist es sinnvoll, sich gleich einen ganzen Satz verschiedener Inbusschlüssel zuzulegen. Er sollte nicht zu kurz sein, um einen größeren Hebel erzeugen und du solltest ihn gut greifen können.
  • Maul- und Pedalschlüssel: Benötigst du unter anderem, um (Rennrad-)Pedale zu lösen. Manchmal geht das auch mit einem Inbusschlüssel, aber sicher ist sicher. Zudem hilft dir ein Maulschlüssel auch bei Arbeiten wie dem Ritzelpaketabziehen (siehe unten).
  • Montageständer: Ein guter Montageständer macht dir die Arbeit leichter. Er hält dein Fahrrad auf Position und hebt es auf angenehme Arbeitshöhe. Mehr Tipps zum Montageständerkauf gibt es hier.
  • Reifenheber: Die beiden kleinen Hebel benötigst du, um den Reifen von der Felge und wieder drauf zu heben, wenn der Schlauch kaputt ist und du ihn wechseln musst. Achte darauf, dass sie sich gut greifen lassen und unter Druck nicht nachgeben.
  • Schraubenzieher: Am Bike selbst sind Schlitz- oder Kreuzschrauben kaum noch zu finden. Wohl aber an Accessoires, zum Beispiel an den Platten deiner Radschuhe. Deshalb sollte je ein Kreuz- und ein Schlitzschraubendreher in deinem Werkzeugkasten liegen.
  • Standpumpe: Mit einer Standpumpe bringst du mehr Druck auf die Reifen als mit einer Handpumpe. Alles über die verschiedenen Pumpentypen erfährst du hier.
  • Torx-Schlüssel: Die Vertiefung im Kopf der Torx-Schraube sieht aus wie ein kleiner Stern. Da diese Schrauben mehr Drehmoment vertragen, flacher und stabiler sind als Inbusschrauben, kommen sie an Fahrrädern immer öfter zum Einsatz.

Das beste Fahrradwerkzeug für Fortgeschrittene

Du hast Spaß am Schrauben gefunden und etwas Routine gesammelt? Super, dann ist es an der Zeit, deine Heim-Werkstatt aufzurüsten – zum Beispiel mit diesen Tools:

  • Dämpferpumpe: Hast du ein Bike mit Federgabel (und Hinterbaufederung), brauchst du eine Dämpferpumpe, um die Federelemente auf dein Gewicht abzustimmen.
  • Kettennieter: Wenn deine Kette verschlissen ist und du eine neue aufziehst, musst du die meist erstmal kürzen. Mittels Kettennieter verbindest du die losen Kettenenden sicher.
  • Kettenlehre: Dieses Tool sieht aus wie ein Lineal mit kleinen Nasen an beiden Seiten. Diese hakst du in die Kettenglieder und kannst ablesen, wie sehr sie sich gelängt haben. Überschreiten sie einen bestimmten Wert (z. B. länger als 120,25 mm pro zehn Kettenglieder), ist es Zeit für einen Kettentausch.
  • Kettenpeitsche oder Ritzelabzieher: Benötigst du, um das Ritzelpaket zu wechseln. Mit der Kettenpeitsche löst du die Kassette, indem du das Kettenstück auflegst und die Ritzel so festhältst während du den Verschlussring am Freilaufkörper öffnest. Ein Ritzelabzieher ist ein Aufsatz, den du anstelle des Schnellspanners oder der Steckachse in den Freilaufkörper steckst. Er hat innen die Form des Ritzelpakets und hält es an Ort und Stelle, damit du mit einem Maulschlüssel die Kassette lösen kannst.

Worauf achten beim Fahrradwerkzeug-Kauf?

Welches Fahrradwerkzeug du brauchst, hängt von deinem Fahrverhalten ab und auch vom Fahrradmodell. So sind filigrane Rennräder mit Carbonkomponenten und verschleißanfälliger Felgenbremse mitunter wartungsintensiver als ein robustes Citybike mit Scheibenbremse und Riemenantrieb.

Generell lässt sich für das richtige Fahrradwerkzeug allerdings sagen: Wähle stets Qualität vor Quantität. Benutze hochwertig verarbeitete Tools, die sich nicht unter Druck verbiegen, brechen, sich mit scharfen Kanten in die Hände schneiden oder Schrauben runddrehen. Dein Fahrradhändler berät dich gern bei der Auswahl des optimalen Werkszeugs für deine Bedürfnisse.

Fazit

Viele einfachere Reparaturen und Wartungsarbeiten kannst du auch zu Hause erledigen. Wichtig ist, dass du dir hochwertiges Werkzeug zulegst und dich nicht übernimmst. Bei aufwendigen Reparaturen oder wenn du dir unsicher bist, lass lieber einen Fachmann ran.

Denn zum einen erlischt die Garantie für dein Fahrrad, sobald du bauliche Veränderungen daran selbst durchführst oder ein neues Fahrrad ganz in Eigenregie montierst. Zum anderen riskierst du schwere Stürze, wenn du sicherheitsrelevante Komponenten unsachgemäß verbaust.

Lass im Zweifelsfall immer nochmal einen Profi aus dem Fachhandel oder einer Fahrradwerkstatt auf dein Fahrrad schauen. Wer aber eine Grundausstattung zur Reparatur des eigenen Fahrrads in der Werkstatt hat, kann mit einigen gut gewählten Tools schon viel erreichen.