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Kinderfahrrad: Welches kaufen?

Kinderfahrrad: Welches kaufen?

23.04.2021 - Update: 16.06.2021

Kinderfahrrad: Welches kaufen?

Nicht nur Erwachsene haben Spaß am Fahrradfahren. Kinder können es oft kaum erwarten, vom Laufrad zu steigen und zum ersten Mal selbst in die Pedale zu treten.

Beim Kauf des ersten Kinderfahrrads stehen Eltern vor der großen Frage, was das Rad für den Nachwuchs können sollte. Wir zeigen dir, welches Kinderfahrrad sich für welches Alter eignet und geben einen Einblick in die Kosten, die auf dich zukommen!

Kinderfahrrad: Vom Laufrad zum Fahrrad

Das Laufrad ist eine wunderbare Möglichkeit, Kinder auf das Radfahren vorzubereiten. Es schult die Balance und die Bewegungsabläufe auf dem Laufrad sind denen auf dem Fahrrad sehr ähnlich: Das Kind befindet sich in Sitzposition, der Antrieb geschieht über die Füße und die Hände befinden sich am Lenker.

Wann es Zeit für das erste Fahrrad ist, kannst du am ehesten daran sehen, wie dein Kind mit dem Laufrad umgeht: Kann es lenken, anhalten, das Gleichgewicht halten? Äußert es dann den Wunsch nach einem eigenen Fahrrad, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), was oft mit drei bis vier Jahren der Fall ist, könnt ihr beginnen, nach einem passenden Modell zu suchen.

Die richtige Größe des Kinderfahrrads

Im jungen Alter wird mit den ersten Tretversuchen auch das Vertrauen zum Fahrrad gebildet. Es ist deshalb besonders bei Kinderfahrrädern wichtig, die richtige Größe zu wählen. Sitzt das Kind auf einem zu großen Modell, können Koordinationsschwierigkeiten und Unsicherheiten auftreten. Von einem Modell zum „Reinwachsen“ ist deshalb dringend abzuraten.

12 und 14 Zoll

Die kleinsten „richtigen“ Räder. Kinderfahrräder mit einer Laufradgröße von 12 bis 14 Zoll sind so konzipiert, dass sich das Kind langsam an ein Fahrrad gewöhnen kann und lernt, anstatt sich wie beim Laufrad abzustoßen, die Pedale zu nutzen.

Die meisten Modelle in dieser Größe sind mit einer Rücktrittbremse und einer Felgenbremse am Vorderrad ausgestattet. Ein Rahmen mit tiefem Einstieg erlaubt es dem Kind mühelos aufzusteigen und in einer Notsituation leichter vom Fahrrad zu kommen.

Körpergröße Kind: ab 95-100 Zentimeter
Kindesalter: ab 3-4 Jahren

16 Zoll

Fahrräder bis 16 Zoll gelten als „Spielfahrrad“, deshalb haben sie meist noch keine Gangschaltung und auch eine Lichtanlage ist nicht vorgeschrieben. Alternativ kannst du Reflektoren oder Wimpel anbringen, wenn du mit dem Nachwuchs unterwegs bist und das Mini-Bike sichtbarer machen möchtest. Die Einsatzorte dieser Fahrräder sollten sich aber ohnehin auf Vorgärten, Spielplätze und Gehwege beschränken.

Körpergröße Kind: ab 105 Zentimeter
Kindesalter: ab 4,5 Jahren

18 Zoll

Für Kinder ab einer Körpergröße von 110 Zentimetern eignen sich 18-Zoll-Kinderfahrräder. Zum ersten Mal kann man hier über eine Gangschaltung nachdenken. Wichtiger ist aber der Verstellbereich der Sattelhöhe, damit das Fahrrad ergonomisch auf die Größe des Kindes angepasst werden kann. Dasselbe gilt für den Lenker, um die Nutzungszeit des Fahrrads zu verlängern.

Körpergröße Kind: ab 110 Zentimeter
Kindesalter: ab 5 Jahren

20 Zoll

Modelle mit einer Laufradgröße von 20 Zoll sind häufig bereits verkehrssicher und mit einem Nabendynamo oder einer Gangschaltung ausgestattet. Ab einem Alter von 10 Jahren dürfen Kinder nicht mehr auf dem Gehweg fahren, sondern müssen den Radweg oder eine Fahrbahn benutzen. Wer auf der Straße unterwegs ist, braucht eine Lichtanlage und Reflektoren.

Körpergröße Kind: ab 120 Zentimeter
Kindesalter: ab 6-7 Jahren

22 und 24 Zoll

22-Zoll-Fahrräder sind erhältlich, aber werden oft übersprungen, da sich die Kinder in dieser Zeit oft schnell wachsen. Auf einem 24-Zoll-Fahrrad fährt das Kind meist schon selbständig in die Schule oder zu Freunden.

Körpergröße Kind: ab 140 Zentimeter
Kindesalter: ab 9 Jahren

Ausstattung

Ist die richtige Größe gefunden, dreht sich alles um die Ausstattung des Fahrrads. Sie reicht von Stützrädern bis zu vielgängigen Kettenschaltungen und du solltest sie sorgfältig auswählen, damit dein Kind in jeder Situation die Kontrolle behält.

Stützräder

Manche Kinderfahrräder bekommst du inklusive Stützräder geliefert. Lass sie aber besser im Karton. Denn sie vermitteln eine trügerische Fahrsicherheit. Mehr noch: Laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad Club (ADFC) gewöhnen sich Kinder mit Stützräder die falsche Kurvenhaltung an und verhindern, dass der Nachwuchs richtig Lenken, Bremsen und die Balance halten lernt.

Rücktrittbremse

Bei der Frage, ob ein Kind mit oder ohne Rücktrittbremse fahren soll, scheiden sich die Geister. Rücktrittbremsen sind auf jeden Fall stark verbreitet, deshalb führen wir ihre Vor- und Nachteile auf. Letztendlich solltest du die Entscheidung zusammen mit deinem Kind und einem Fachhändler treffen.

Vorteile einer Rücktrittbremse: Für eine Rücktrittbremse braucht das Kind weniger Kraft als für eine Handbremse. Ohne Rücktrittbremse kann es außerdem passieren, dass dein Kind die Vorderbremse zu fest zieht und vorwärts über den Lenker fällt.

Nachteile einer Rücktrittbremse: Um den Bremsvorgang einleiten zu können, muss die Kurbel in einen passenden Winkel gebracht werden – das kann im Notfall wertvolle Sekunden kosten. Eine Rücktrittbremse ist außerdem schlecht dosierbar und ab einer Größe von 20 Zoll muss das Kind das Bremsen umlernen, da dann oft nur Bremshebel am Lenker verbaut sind.

Alternative Bremsen

Kinderfahrräder können auch mit Felgen- oder sogar Scheibenbremsen ausgestattet sein. Die speziellen Bremshebel für Kinder sind kleiner als herkömmliche Bremshebel und ihr Drehpunkt liegt näher am Lenker. Dadurch ergibt sich eine geringere Griffweite, die einen zügigen und sicheren Bremsvorgang ermöglicht. Meist lässt sich die Griffweite einstellen, damit die kleinen Radler die Bremshebel gut erreichen.

Schaltung

Bei der Schaltung von Kinderfahrrädern gilt: weniger ist mehr. Ab einer Fahrradgröße von 18 Zoll ist eine Gangschaltung für das Kind erstmals sinnvoll. Ein simpler Einfachantrieb kommt mit nur einem Schalthebel aus, der zwischen zwei bis drei Gängen wechseln kann. Kinder sind mit der Komplexität eines Mehrfachantriebes und der Überschneidung der Gänge meist überfordert.

Fahrräder mit 24 Zoll sind mit allen Raffinessen erhältlich. Hier kannst du zwischen 3-Gang-Nabenschaltungen, 8-Gang-Schaltungen mit Drehgriff oder vielgängigen Kettenschaltungen wählen. Lass dich vom Fachhändler beraten, welche Variante für dein Kind bzw. den Einsatzzweck des Rades am geeignetsten ist.

Lichtanlage

Fahrräder ab einer Größe von 20 Zoll sollten verkehrstauglich, also mit den nötigen Reflektoren und einer Lichtanlage versehen sein. Kleinere Modelle werden meist ohne Lichtanlage geliefert.

Gewicht

Ein Kinderrad ist in der Relation zum Körpergewicht des Kindes eher schwer. Ein Erwachsener, der 80 Kilo wiegt und ein Fahrrad mit einem Gewicht zwischen 7 und 18 Kilogramm besitzt, fährt also mit einem Bike, das zwischen 8 und 23 Prozent seines Körpergewichts ausmacht. Ein Kind mit einem Körpergewicht von 20 Kilogramm, das ein Fahrrad zwischen 8 bis 15 Kilogramm besitzt, fährt mit einem Bike, das 40 bis 75 Prozent des Eigengewichts ausmacht.

Der Fachhandel legt besonderen Wert auf leichte Kinderfahrräder, die auch in der Bedienung der Bremshebel, auf die Kräfte des Kindes angepasst sind. Von einem Kauf im Baumarkt oder in der Spielzeugabteilung ist eher abzuraten.

Preis eines Kinderfahrrads

Viele Eltern schlucken erst einmal, wenn sie mit dem Neupreis eines Kinderfahrrads konfrontiert werden. Qualitativ hochwertige Modelle für die Kleinsten sind für rund 250 Euro erhältlich. Ab 20 Zoll erhöht sich dieser Preis auf ungefähr 500 Euro. Ein geringes Gewicht, gut erreichbare Handbremsen und Kurbeln in der richtigen Länge haben ihren Preis. Zudem werden Kinderfahrräder in kleinerer Stückzahl als Erwachsenenräder produziert. Eine Investition, die sich angesichts eines hohen Wiederverkaufswerts aber lohnen kann!

Fazit: Wichtiges für den Kinderfahrrad-Kauf

Die richtige Größe und ein geringes Gewicht sind die zwei wichtigsten Faktoren bei der Auswahl eines neuen Kinderfahrrads. Die Ausstattung sollte erst mit den individuellen Fähigkeiten des Kindes wachsen, Anbauteile wie Bremshebel, Kurbeln usw. sollten kindgerechte Größen haben. Ein in der Höhe verstellbarer Sattel und Lenker sorgen dafür, dass du das Kinderfahrrad nicht gleich austauschen musst, wenn der kleine Radler ein paar Zentimeter wächst.