Anmelden

10
Fahrrad
Fahrräder

Kinderfahrrad: Welches kaufen?

Kinderfahrrad: Welches kaufen?

23.04.2021 - Update: 26.08.2021



Nicht nur Erwachsene haben Spaß am Fahrradfahren. Kinder können es oft kaum erwarten, vom Laufrad zu steigen und zum ersten Mal selbst in die Pedale zu treten.

Bevor sie das erste Kinderfahrrad kaufen, stehen Eltern vor der großen Frage, was das Rad für den Nachwuchs können sollte. Wir zeigen dir, welches Kinderfahrrad sich für welches Alter eignet, und geben einen Überblick über Preise für Kinderfahrräder, wann 20 Zoll, 16 Zoll, größer oder kleiner sinnvoll sind und welche Ausstattung das Bike haben sollte.

Ist es Zeit fürs Kinderfahrrad? So testest du es

Das Laufrad ist eine wunderbare Möglichkeit, Kinder auf das Radfahren vorzubereiten. Es schult die Balance – und die Bewegungsabläufe auf dem Laufrad sind denen auf dem Fahrrad sehr ähnlich: Das Kind befindet sich in Sitzposition, der Antrieb geschieht über die Füße und die Hände halten den Lenker.

Wann es Zeit für das erste Kinderfahrrad ist, testest du am besten, indem du darauf achtest, wie dein Kind mit dem Laufrad umgeht:

  • Kann es sicher lenken,
  • zuverlässig anhalten,
  • das Gleichgewicht gut halten?

Äußert dein Kind dann den Wunsch nach einem eigenen Fahrrad, könnt ihr beginnen, nach einem passenden Kinderfahrrad-Modell zu suchen. Das ist nach der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) meist im Alter von drei bis vier Jahren der Fall.

Kinderfahrrad: welche Größe passt?

Mit den ersten Tretversuchen bildet dein Kind auch das Vertrauen zum Fahrrad und dem Radfahren allgemein aus. Es ist deshalb besonders bei Kinderfahrrädern wichtig, die richtige Größe zu wählen.

Sitzt das Kind auf einem zu großen Modell, können Koordinationsschwierigkeiten und Unsicherheiten auftreten. Es sollte immer mit beiden Füßen auf den Boden kommen, während es auf dem Sattel sitzt. Von einem Modell zum „Reinwachsen" ist deshalb dringend abzuraten.

Kinderfahrrad 12 und 14 Zoll

Die kleinsten „richtigen" Räder: Kinderfahrräder mit einer Laufradgröße von 12 bis 14 Zoll sind so konzipiert, dass sich das Kind langsam an das Fahrrad gewöhnen kann und lernt, die Pedale zu nutzen.

  • Die meisten Modelle in dieser Größe sind mit einer Rücktrittbremse und einer Felgenbremse am Vorderrad ausgestattet.
  • Ein Rahmen mit tiefem Einstieg erlaubt es dem Kind, mühelos aufzusteigen und in einer Notsituation leichter vom Fahrrad zu kommen.
  • Körpergröße: ab 95-100 Zentimeter
  • Kindesalter: geeignet ist so ein Kinderfahrrad ab 3-4 Jahren

Kinderfahrrad 16 Zoll

Kinderfahrräder bis 16 Zoll für Mädchen und Jungs gelten als „Spielfahrrad". Sie haben noch keine Gangschaltung und auch eine Lichtanlage ist nicht vorgeschrieben.

Wenn du das Mini-Bike besser sichtbar machen möchtest, damit dein Nachwuchs sicher unterwegs ist, kannst du Reflektoren oder einen Wimpel anbringen. Die Einsatzorte dieser Fahrräder sollten sich aber ohnehin auf Vorgärten, Spielplätze und Gehwege beschränken.

Da Kinder in diesem Alter noch nicht so viel Kraft haben, ist es sinnvoll, wenn das Kinderfahrrad mit 16 Zoll leicht ist. So kann der Nachwuchs es müheloser bewegen.

  • Körpergröße: ab 105 Zentimeter
  • Kindesalter: geeignet ist dieses Kinderrad ab 4,5 Jahren

Kinderfahrrad 18 Zoll

Mädchen und Jungen, die groß genug sind für Kinderfahrräder mit 18-Zoll-Laufrädern, können mitunter schon das Schalten lernen. Das heißt, Eltern können über ein Kinderfahrrad-Modell mit Gangschaltung nachdenken.

Wichtiger ist aber, dass sich Sattel- und Lenkerhöhe verstellen lassen, damit du das Fahrrad an die Größe des Kindes anpassen kannst. So fällt es ihm leichter, das Bike zu koordinieren, und dein Sprössling wird Freude an seinem neuen Fahrrad haben.

  • Körpergröße: ab 110 Zentimeter
  • Kindesalter: geeignet ist dieses Kinderfahrrad ab 5 Jahren

Kinderfahrrad 20 Zoll

Modelle mit einer Laufradgröße von 20 Zoll sind häufig bereits verkehrssicher und mit einem Nabendynamo oder einer Gangschaltung ausgestattet. Denn ab vollendetem achten Lebensjahr dürfen Kinder auf der Straße fahren, müssen es aber nicht tun.

Die Schaltung sollte bei einem Kinderfahrrad mit 20 Zoll für Mädchen und Jungs im Alter ab sechs Jahren gemacht sein. Das heißt, sie sollte auf die kleineren Hände und die geringere Handkraft ausgelegt sein.

  • Körpergröße: ab 120 Zentimeter
  • Kindesalter: geeignet ist dieses Kinderfahrrad ab 6-7 Jahren

Kinderfahrrad 22 und 24 Zoll

22-Zoll-Fahrräder für Kinder sind erhältlich, aber werden oft übersprungen, da die Kinder in dieser Zeit meist schnell wachsen. Auf einem Kinderfahrrad mit 24 Zoll fährt das Kind häufig schon selbstständig in die Schule oder zu Freunden.

Hier gibt es dann gern schon sieben bis 18 Gänge. Mit vollendetem zehnten Lebensjahr dürfen Kinder nicht mehr auf dem Gehweg fahren – und wer auf der Straße unterwegs ist, braucht eine Lichtanlage und Reflektoren.

  • Körpergröße: ab 140 Zentimeter
  • Kindesalter: geeignet ist dieses Kinderfahrrad ab 9 Jahren

Kinderfahrrad: Zubehör und Ausstattung

Ist die passende Größe gefunden, gilt es, die richtige Ausstattung zu wählen sowie das Kinderfahrrad mit Zubehör zu bestücken, das dem Kind das Fahren einfacher und freudvoller macht.

Kinderfahrrad mit Rücktrittbremse

Rücktrittbremsen sind nicht optimal für Kinderfahrräder. Zum einen wird dein Kind früher oder später sehr wahrscheinlich auf ein Modell mit zwei Handbremsen umsteigen und muss sich dann nochmal umgewöhnen.

Zum anderen lassen sich bei Kinderfahrrädern mit Rücktrittbremse die Kurbeln nicht so leicht in die richtige Position zum Anfahren und Aufsteigen drehen. Dennoch haben einige Kinderfahrradmodelle eine Rücktrittbremse – die auch Vorteile bietet. Triff die Entscheidung dafür oder dagegen zusammen mit deinem Kind und einem Fachhändler.

Vorteile einer Rücktrittbremse:

  • Für eine Rücktrittbremse braucht das Kind weniger Kraft als für eine Handbremse.
  • Ohne Rücktrittbremse kann es theoretisch passieren, dass dein Kind die Vorderbremse zu fest anzieht und vorwärts über den Lenker fällt.

Nachteile einer Rücktrittbremse:

  • Um den Bremsvorgang einleiten zu können, muss die Kurbel in einen passenden Winkel gebracht werden – das kann im Notfall wertvolle Sekunden kosten.
  • Eine Rücktrittbremse ist außerdem schlecht dosierbar – so bremst man gerne mal etwas abrupt.
  • Ab einer Größe von 20 Zoll muss das Kind das Bremsen oft umlernen , da an vielen, besonders den sportlicheren, Bikes dann keine Rücktrittbremse mehr verbaut ist.

Kinderfahrrad mit Scheibenbremse oder Felgenbremse

Stoppt das Kinderfahrrad per Handbremse, geschieht dies entweder über Felgen- oder mitunter auch mittels Scheibenbremsen. Scheibenbremsen sind etwas schwerer und teurer als Felgenbremsen. Sie packen kräftiger zu, weshalb sie sensibler dosiert werden müssen. Das sollten Kinder üben. Scheibenbremsen behalten ihre Bremswirkung aber auch dann noch, wenn es regnet und nass ist.

Egal für welche Bremsensart du dich entscheidest, wichtig ist, dass am Kinderfahrrad spezielle Bremshebel für Kinder verbaut sind. Diese sind kleiner als herkömmliche Bremshebel und ihr Drehpunkt liegt näher am Lenker.

Dadurch ergibt sich eine geringere Griffweite, die einen zügigen und sicheren Bremsvorgang ermöglicht. Auch mit der geringeren Handkraft von Kindern. Meist lässt sich die Griffweite einstellen , damit die kleinen Radler die Bremshebel gut erreichen.

Die Schaltung am Kinderfahrrad

Bei der Schaltung von Kinderfahrrädern gilt: weniger ist mehr. Ab einer Fahrradgröße von 18 Zoll ist eine Gangschaltung für das Kind frühestens sinnvoll. Ein simpler Einfachantrieb kommt mit nur einem Schalthebel aus, der zwischen zwei bis drei Gängen wechseln kann. Im Alter für ein 18-Zoll-Kinderfahrrad sind Mädchen und Jungen mit der Komplexität eines Mehrfachantriebes und der Überschneidung der Gänge meist überfordert.

Fahrräder mit 24 Zoll sind mit allen Raffinessen erhältlich. Hier kannst du zwischen 3-Gang-Nabenschaltungen, 8-Gang-Schaltungen mit Drehgriff oder vielgängigen Kettenschaltungen wählen. Lass dich vom Fachhändler beraten, welche Variante für dein Kind bzw. den Einsatzzweck des Rades am besten geeignet ist.

Lichtanlage fürs Kinderfahrrad

Fahrräder ab einer Größe von 20 Zoll sollten verkehrstauglich, also mit den nötigen Reflektoren und einer Lichtanlage versehen sein. Kleinere Modelle werden meist ohne Lichtanlage geliefert, diese kannst du aber um Akkuleuchten ergänzen, wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest.

Stützräder fürs Kinderfahrrad? Lieber nicht

Manche Kinderfahrräder bekommst du mit Stützrädern geliefert. Lass sie aber besser im Karton, denn sie vermitteln eine trügerische Fahrsicherheit. Mehr noch: Laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad Club (ADFC) gewöhnen sich Kinder mit Stützrädern die falsche Kurvenhaltung an und lernen so nicht richtig zu lenken, das Gewicht zu verlagern und die Balance zu halten.

Kinderfahrrad: Gewicht ist wichtig!

Ein Kinderrad ist in der Relation zum Körpergewicht des Kindes von vornherein eher schwer. Ein Beispiel, warum das so ist:

  • Ein Erwachsener, der 80 Kilo wiegt und ein Fahrrad mit einem Gewicht zwischen sieben und 18 Kilogramm besitzt, fährt mit einem Bike, das zwischen acht und 23 Prozent seines Körpergewichts ausmacht.
  • Ein Kind mit einem Körpergewicht von 20 Kilogramm, das ein Fahrrad zwischen acht und 15 Kilogramm besitzt, fährt mit einem Bike, das 40 bis 75 Prozent seines Eigengewichts ausmacht.

Der Fachhandel legt besonderen Wert auf leichte, hochwertige Kinderfahrräder, die auch in der Bedienung der Bremshebel auf die Kräfte des Kindes angepasst sind. Von einem Kauf im Baumarkt oder in der Spielzeugabteilung ist eher abzuraten: Diese Räder sind meist schwer und von weniger guter Qualität.

Kinderfahrrad: der Preis hängt von Größe und Ausstattung ab

Viele Eltern schlucken erst einmal, wenn sie mit dem Neupreis eines Kinderfahrrads konfrontiert werden.

  • Qualitativ hochwertige Modelle für die Kleinsten sind für rund 250 Euro erhältlich.
  • Ab 20 Zoll erhöht sich dieser Preis auf ungefähr 500 Euro.

Ein geringes Gewicht, gut erreichbare Handbremsen und Kurbeln in der richtigen Länge haben ihren Preis. Kinderfahrräder werden zudem in kleinerer Stückzahl als Erwachsenenräder produziert, brauchen aber spezielle Anbauteile. Das erhöht die Kosten. Doch das ist eine Investition, die sich für dein Kind und auch dank des hohen Wiederverkaufswerts lohnt.

Kinderfahrräder, die gebraucht sind, sind begehrt. Allerdings bist du dann darauf angewiesen, dass Größe, Ausstattung und Optik passen. Gerade bei der Farbgebung sind Kinder oft wählerisch und möchten das Fahrrad nicht benutzen, wenn es ihnen nicht gefällt.

Kompakt: Das ist wichtig beim Kinderfahrrad kaufen

  • Die richtige Größe und ein geringes Gewicht sind die zwei wichtigsten Faktoren bei der Auswahl eines neuen Kinderfahrrads.
  • Die Ausstattung sollte erst mit den individuellen Fähigkeiten des Kindes wachsen.
  • Anbauteile wie Bremshebel, Kurbeln usw. sollten kindgerechte Größe und Funktion haben.
  • Ein verstellbarer Sattel und Lenker sorgen dafür, dass du das Kinderfahrrad nicht gleich austauschen musst, wenn der kleine Radler ein paar Zentimeter wächst.

Wir aus der Bikes.de-Redaktion haben eine große Leidenschaft: Fahrräder. Und diese Leidenschaft wollen wir mit dir teilen. Daher sind wir immer auf der Suche nach neuen, spannenden und relevanten Themen rund ums Rad, die dir Information und Orientierung bieten – und vor allem jede Menge Lust aufs Radfahren machen sollen. Viel Spaß beim Lesen!