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Werkstatt & Wartung

Fahrrad-Montageständer: So findest du den richtigen

Fahrrad-Montageständer: So findest du de...

31.05.2021 - Update: 23.08.2021



Egal ob du kleinere Wartungsarbeiten selbst erledigen oder dein Bike einfach nur saubermachen möchtest: Ein Montageständer fürs Fahrrad hält es in Position, auf angenehmer Arbeitshöhe und du hast beide Hände frei zum Schrauben oder Putzen.

Fahrrad-Montageständer: Wofür braucht man einen?

Ein Montageständer für dein Bike erleichtert dir verschiedenste Arbeiten. Möchtest du zum Beispiel die Kette oder die Kassette (das Zahnradset am Hinterrad) wechseln, kannst du es dank des Montageständers auf eine angenehme Arbeitshöhe bringen – und du musst nicht auf dem Boden knien oder dich in eine rückenschädliche Position krümmen.

Zudem sorgt ein Montageständer dafür, dass dein Rad nicht wegrollt oder umkippt, während du daran zugange bist. Du brauchst es nicht festzuhalten und du kannst dich auch problemlos vom Fahrrad entfernen, um ein Werkzeug oder einen Lappen zu holen. Außerdem kannst du, anders als wenn du es an eine Wand lehnst, bei einem freistehenden Montageständer um das Rad herumarbeiten.

Da ein Montageständer dein Fahrrad vom Boden hebt, kannst du bei vielen Modellen, wenn du die Gangschaltung neu eingestellt, die Kette gewechselt oder die Bremsgummis erneuert hast, die Kurbel drehen und das hintere Laufrad rotieren lassen, und prüfen, ob alles geschmeidig funktioniert.

Fahrrad-Montageständer: Welche Modelle gibt es?

Bestimmte Bestandteile finden sich an jedem Montageständer. So gibt es:

  • eine Aufnahme für das Fahrrad
  • eine Vorrichtung, die den Montageständer am Umkippen hindert
  • ein höhenverstellbares Standrohr
  • oft auch ein ausziehbares Auslegerrohr.

Dennoch lassen sich verschiedene Arten von Montageständern unterscheiden, je nach Funktionsweise der Klemmung, nach Stand/Fixierung oder maximaler Traglast. Klassische Modelle sind beispielsweise die folgenden:

Montageständer mit Klemme

Diese Art Montageständer, je nach Klemmmechanismus auch Klauen- oder Schnellspannständer genannt, ist weit verbreitet. Ein solcher Ständer verfügt über eine Halteklemme, die ein bisschen wie ein Schraubstock aussieht. Du öffnest und schließt sie mittels Schnellspanner oder einem Drehmechanismus und spannst entweder das Oberrohr oder die Sattelstütze ein.

Damit der Montageständer sicher steht, sollte er bestenfalls drei Standbeine haben, wodurch er aber mehr Platz braucht als ein „Zweibeiner". Grundsätzlich gilt: je länger die Standbeine bzw. je breiter sie stehen, desto stabiler der Stand.

Tipp: Klappbare Montageständer lassen sich nach Gebrauch klein zusammenfalten und platzsparend verstauen. Sogar in den Kofferraum passen die meisten Modelle – falls du den Montageständer mit in den Fahrradurlaub nehmen möchtest.

Vorteile eines Montageständers mit Klemme und Standfuß:

  • schnelles, flexibles Einspannen
  • kann verschiedene Rohrdurchmesser aufnehmen
  • mobil

Nachteile eines Montageständers mit Klemme und Standfuß:

  • Vorderrad und Lenker schwingen frei
  • nur bedingt für Carbonrohre geeignet

Montageständer zur Auflage

Bei diesen Montageständern hängst du dein Rad in Haken ein und das Klemmen der Rohre (und damit auch ein potenzielles Quetschen) bleibt aus. Solche Ständer gibt es zum Beispiel in Form von Hängeständern, die an der Decke montiert werden. Das Rad hängt dann an einer Art Flaschenzug. Das ist einerseits platzsparend, andererseits kann es nervig werden, da das Rad nicht fixiert ist, sondern schwingen kann.

Eine andere Variante sind Bodenständer mit Hakenaufnahme. Die sind unkompliziert in der Handhabung. Aber: Je kompakter die sind, desto weiter unten befindet sich das eingehängte Fahrrad. Das heißt, je dichter das Rad über dem Boden ist, desto weniger Unterschied macht der Ständer. Für kleinere Arbeiten und zur Radaufbewahrung kann ein solcher Miniaturständer aber durchaus gut geeignet sein.

Vorteile eines Montageständers zur Auflage:

  • schnelles Einlegen und Herausnehmen des Bikes
  • Quetschen der Rohre nicht möglich

Nachteile eines Montageständers zur Auflage:

  • Rad (bzw. Hängeständer) wackelt bei kraftaufwendigen Arbeiten
  • Fahrrad wird nicht fixiert
  • im Fall eines Hängeständers Standort nicht änderbar

Montageständer mit Aufnahme an Tretlager oder Ausfallenden

Montageständer, die das Rad am Tretlager oder an den Ausfallenden klemmen, halten das Fahrrad sicher und die Rohre werden nicht versehentlich durch die Klemmung beschädigt. Allerdings musst du das Laufrad ausbauen, um dein Fahrrad in den Montageständer zu spannen.

Vorteile eines Montageständers mit Aufnahme:

  • Rad steht sicher
  • Lenker und Vorderrad schwingen nicht

Nachteile eines Montageständers mit Aufnahme:

  • höherer Zeitaufwand durch notwendige Laufrad-Demontage

Feststehender Montageständer

Werkstattprofis arbeiten mit Montageständern, die fest im Boden verankert sind. Für passionierte Hobbyschrauber mit eigener Werkstatt gibt es auch Klauenständer zur Wand- oder Werkbankmontage.

Ist die Klaue fest und wackelfrei montiert, kannst du auch Arbeiten mit großem Kraftaufwand problemlos erledigen. Ein fest montierter Montageständer ist das Richtige für dich, wenn du ausschließlich in der eigenen Werkstatt arbeitest.

Vorteile eines feststehenden Montageständers:

  • hoch belastbar
  • stabiler Stand

Nachteile eines feststehenden Montageständers :

  • nicht mobil
  • Montage in Boden oder Wand notwendig

Darüber hinaus gibt es noch Profi-Montageständer, die sich hydraulisch in der Höhe verstellen lassen und das Fahrrad mittels Haltemodulen, die den Rahmen an drei Punkten innen am Rahmendreieck „aufspannen".

Fahrrad-Montageständer-Kauf: Darauf solltest du achten

  • Informiere dich über die maximale Traglast des Montageständers, vor allem dann, wenn du ein schwereres (vollgefedertes) Mountainbike oder ein E-Bike fährst, ist sie wichtig. Ungeeignete Modelle könnten sonst unter der Last des Bikes wegklappen.
  • Um Lackschäden und Verformungen zu vermeiden, sollte die Klammer unbedingt gummiert sein.
  • Verbindungsstücke aus Metall sind robuster als welche aus Kunststoff.
  • Die Klemmung sollte schwenkbar, das Standrohr höhenverstellbar sein.
  • Damit der Montageständer rutschfest steht, sollten die Standfüße gummiert sein.
  • Wer seinen Montageständer in den Radurlaub oder bei einer Wochenendtour mitnimmt, sollte zu einem Modell greifen, das sich zusammenklappen und schnell aufbauen lässt.

Welcher Montageständer für E-Bikes?

E-Bikes wiegen deutlich mehr als unmotorisierte Fahrräder. Deshalb müssen Rohre und Klemmelemente des Montageständers robust und der Stand sicher sein. Achte unbedingt auf die Herstellerangabe bezüglich der maximalen Traglast: die sollte mindestens 25 Kilogramm betragen.

Sonderfall Carbon

Carbon reagiert empfindlich auf Druck. Deshalb solltest du Rahmenrohre oder Sattelstützen aus Carbon nicht unbedarft in einen Klemm-Montageständer packen. Es besteht die Gefahr, dass du die Faserstruktur schädigst und das Material im schlimmsten Fall bei der nächsten Ausfahrt versagt.

Montiere im Idealfall eine Alusattelstütze, wenn du Wartungs- oder Reinigungsarbeiten an deinem Carbonrenner vornimmst, oder polstere das Rohr zumindest mit einem weichen Lappen.

Fazit

Es gibt wenig Argumente gegen die Anschaffung eines Montageständers, denn er erleichtert auch Arbeiten, für die man kein Fahrradmechaniker sein muss. Welcher der richtige ist, hängt vom Fahrradtyp ab und davon, wie und wo du ihn einsetzen möchtest.

Wir aus der Bikes.de-Redaktion haben eine große Leidenschaft: Fahrräder. Und diese Leidenschaft wollen wir mit dir teilen. Daher sind wir immer auf der Suche nach neuen, spannenden und relevanten Themen rund ums Rad, die dir Information und Orientierung bieten – und vor allem jede Menge Lust aufs Radfahren machen sollen. Viel Spaß beim Lesen!