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Pannensichere Reifen: Was ist das, was können sie?

Pannensichere Reifen: Was ist das, was k...

17.05.2021 - Update: 23.08.2021



Pannensichere Reifen können helfen, Nerven zu sparen. Auf dem Weg zur Arbeit, auf Tour ... schlicht, weil sie einen Platten unwahrscheinlicher machen als ein herkömmlicher Reifen beziehungsweise ein Reifen-Schlauch-Gespann.

Damit ein Fahrradreifen rollt, muss er oder der innenliegende Schlauch mit Luft gefüllt sein. Die entweicht allerdings recht schnell und ungewollt, wenn ein spitzer Gegenstand wie ein Steinchen oder eine Scherbe sich hindurchbohrt.

Pannensichere Reifen, auch unplattbare Reifen genannt, sollen genau das verhindern. Dafür sind sie entsprechend robuster aufgebaut. Es gibt verschiedene Methoden, um den Reifen vor äußeren Einflüssen und übermäßiger Abnutzung zu schützen. Das gelingt zum Beispiel mit schnittfestem Hightech-Gewebe, Kautschukeinlagen oder verstärkten Reifenwänden, einzeln oder in Kombination eingesetzt.

Wichtig: Der Pannenschutz muss immer auf den jeweiligen Fahrradtyp ausgelegt sein. Ein pannensicherer Reifen für ein Rennrad ist anders konzipiert als einer fürs Trekkingrad. Zudem bedeuten pannensicher und „unplattbar" zwar höheren Schutz, in den meisten Fällen aber keinen 100-prozentigen.

Bei vielen Modellen können beispielsweise in die nicht pannenschutzhinterlegten Seitenflächen Gegenstände eindringen und auch, wenn (Bord-)Steine den Schlauch beim Überrollen gequetschen (Durchschlag), kann er Schaden nehmen.

Wie ist ein pannensicherer Reifen aufgebaut?

Es gib verschiedene Möglichkeiten, um den Reifen robuster zu machen, zum Beispiel die folgenden:

Pannenschutzstreifen

Die Basis eines Reifens bildet die Karkasse. Sie besteht aus mehreren nylonverstärkten Gewebeschichten, die in Gummi eingebettet sind. Dieser Verbund aus Fasern und Gummi gibt dem Reifen seine Festigkeit und Steifigkeit.

Pannensichere Reifen haben zwischen der Karkasse und dem Profil aus Gummi einen widerstandsfähigen Pannenschutzstreifen, zum Beispiel aus Kevlar. Der soll verhindern, dass spitze Gegenstände den Reifen durchdringen und die Luft entweichen lassen.

Einlage

Eine andere Möglichkeit den Schlauch vor Pannen zu schützen, ist eine drei bis fünf Millimeter dicke Einlage aus hochelastischem Kautschuk zwischen Karkasse und Profil. Darin sollen eindringende Steinchen, Scherben und Co. steckenbleiben, ohne Schaden anzurichten.

Daneben gibt es auch den Ansatz, den Reifen mit einem Tubus aus speziellem Polyurethan zu versehen. Diese „Wulst" ersetzt den Schlauch – und wo keine Luft ist, kann auch keine entweichen.

Was sind die Vor- und Nachteile von pannensicheren Reifen?

  • Schnittresistente Fasern im Pannenschutzstreifen bringen ein hohes Maß an Sicherheit vor scharfen Gegenständen auf dem Asphalt. Der Reifen bleibt trotz des zusätzlichen Schutzgürtels dünn und vergleichsweise leicht.
  • Dieser Aufbau wird deshalb gern für Rennräder Naturgemäß hält ein dünner Schutzstreifen weniger aus als eine dicke Einlage. Wer mehr Schutz möchte, muss für gewöhnlich auch mehr Gewicht in Kauf nehmen.
  • Eine Einlage aus Kautschuk soll den Schlauch auch vor größeren Gegenständen wie Reißzwecken schützen. Diese Reifen fallen meist etwas voluminöser aus, schließlich fordern mehrere Millimeter dicke Einlagen ihren Platz.
  • Ein Umstand, der wiederum den Rollwiderstand erhöht. Aufgrund des zusätzlichen Gewichts sind diese Reifen weniger agil , was du vor allem beim Beschleunigen zu spüren bekommst. Auch das Aufziehen des Reifens kann etwas mehr Kraft und Geduld fordern.

Pannensicherer Reifen: Einsatz und Unterschiede

Bei einem Citybike sind die Ansprüche an einen pannensicheren Reifen andere als bei einem E-Bike oder Rennrad. Ein Mountainbike braucht andere Unplattbar-Bereifung als ein Trekkingbike. Darauf solltest du achten.

Alltagsfahrräder und E-Bikes

In der Stadt können Glassplitter oder Müll mit scharfen Kanten auf der Straße oder auf dem Fahrradweg liegen. Der wirksamste Schutz dagegen ist eine Einlage aus einem mehrere Millimeter starken Kautschuk.

Dieser Pannenschutz ist widerstandsfähig, aber vergleichsweise schwer. Er eignet sich deshalb für stabile Citybikes mit breiter Bereifung und E-Bikes. Wer mit einem leichten Fahrrad unterwegs ist, sollte eher zu einer Kombination aus dünner Kautschukeinlage und Gewebe greifen.

Rennräder

Wenn ein Reifen vor allem schnell und leicht sein soll, kann ein schnittfestes Gewebe unter der Lauffläche gut vor Scherben schützen. Einige Hersteller produzieren Rennreifen, die mit zwei überkreuzten Lagen Nylongewebe ausgestattet sind. Das spart Gewicht, ist aber pannenanfälliger als Schutzeinlagen.

Touren- und Mountainbikes

Reifen für Mountainbikes müssen besonders großen Belastungen standhalten, deshalb vereinen sie meist beide Schutzschichtprinzipien. Unter der Lauffläche befinden sich zwei Lagen Gewebe und 2,5 Millimeter Kautschuk. Manche Modelle weisen darüber hinaus verstärkte Seitenwände auf.

Pannensichere Reifen: Montagetipps

Spätestens bei einem abgefahrenen Profil solltest du deine pannensicheren Reifen austauschen. Das machst du wie bei normalen Draht- oder Faltreifen: Luft aus dem Schlauch lassen, Reifenwulst mittels Reifenhebern über das Felgenhorn hebeln und Reifen abnehmen – beim Aufziehen umgekehrt.

Weil der zusätzliche Schutz den Reifen steifer machen und dadurch das Aufziehen schwieriger werden kann, empfiehlt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), gegebenenfalls etwas Geschirrspülmittel auf die Felge oder Reifenflanke zu tupfen, damit der Reifen leichter in das Felgenbett gleitet.

Fülle gegebenenfalls Dichtmilch in den Schlauch. Die verteilt sich in dessen Inneren, kann kleine Schäden verschließen und so den Schutz erhöhen.

Welchen Einfluss hat der Luftdruck auf den Reifen?

Der Luftdruck ist ein wichtiger Faktor für die Langlebigkeit deines Reifens. Ist der Druck dauerhaft zu niedrig, verschleißt der pannensichere Reifen schneller, es können Risse in der Reifenflanke entstehen und auch der Abrieb ist größer.

Ist der Druck zu hoch, ist die Gefahr von Pannen aufgrund von Durchschlägen geringer. Es nimmt aber auch die Bodenkontaktfläche ab und die Gewichtskräfte wirken gebündelt auf eine kleinere Zone. Darunter leidet die Haftung.

Um sicher zu gehen, richte dich immer um den vom Hersteller empfohlenen Druckbereich für den jeweiligen pannensicheren Reifen. Den findest du an der Reifenflanke. Je nachdem, wie viel du selbst wiegst und ob du Gepäck mitführst, kann eher die untere oder die obere Grenze angenehmer zu fahren sein.

Stellst du zum Beispiel fest, dass die Reifen beim Absteigen merklich nachgeben oder wenn du mit dem Daumen darauf drückst, erhöhe den Druck. Generell gilt: Der Rollwiderstand wird umso geringer, je höher der Luftdruck ist.

Aus diesem Grund sind Rennradfahrer mit vergleichsweise hohem Luftdruck unterwegs – und auch deshalb, weil bei einem schmalen Reifen die Gesamtlast höher ist. Im Gelände und bei breiteren Reifen ist dagegen ein geringerer Luftdruck sinnvoll, da sich der Grip so verbessert und der Reifen nachgeben kann, wenn du Wurzeln, Steine oder eine Bordsteinkante überrollst.

Was kosten pannensichere Reifen?

Reifen mit Pannenschutz sind etwas teurer als Fahrradreifen ohne Zusatzschutz. Modelle für Citybikes und Alltagsräder sind ab 25 Euro erhältlich. Rennradreifen mit Pannenschutz kosten etwa 35 bis 80 Euro, Mountainbike-Reifen 35 bis 90 Euro.

Fazit

Eine Panne kostet Zeit und Nerven. Vor allem für Alltagsradler und E-Bike-Fahrer, die in der Stadt auf Straßen unterwegs sind, auf denen durchaus mal Scherben oder Split liegen können, ist ein pannensicherer Reifen deshalb eine Überlegung werden. Zumal es hier nicht in erster Linie auf geringen Rollwiderstand und wenig Gewicht ankommt.

Sportliche Fahrradfahrer machen dagegen oft eher Kompromisse beim Pannenschutz und legen mehr Wert auf Leichtigkeit und gutes Rollverhalten.

Wir aus der Bikes.de-Redaktion haben eine große Leidenschaft: Fahrräder. Und diese Leidenschaft wollen wir mit dir teilen. Daher sind wir immer auf der Suche nach neuen, spannenden und relevanten Themen rund ums Rad, die dir Information und Orientierung bieten – und vor allem jede Menge Lust aufs Radfahren machen sollen. Viel Spaß beim Lesen!