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Drahtreifen: Was ist das, was kann er?

Drahtreifen: Was ist das, was kann er?

14.05.2021 - Update: 16.06.2021

Typenkunde Drahtreifen

Drahtreifen sind einfach konstruiert, sicher und vergleichsweise günstig, aber nicht die Leichtesten. Deshalb kommen sie vor allem bei Alltagsrädern zum Einsatz. Seinen Namen verdankt der Drahtreifen seinem Aufbau: In die Wulst, mit der der Reifen in die Felge gesetzt wird, ist ein durchlaufender Drahtkern eingearbeitet.

Ist der Reifen beziehungsweise der Schlauch aufgepumpt, presst der Luftdruck den Draht unter den Felgenrand und fixiert den Reifen.

Wie ist ein Drahtreifen aufgebaut?

Wie jeder andere Fahrradreifen auch, hat ein Drahtreifen eine gummierte und oft mit einer Pannenschutzschicht unterlegte Lauffläche. Die befindet sich oben mittig. Darunter befindet sich die Karkasse, eine (Nylon-)Gewebelage. Sie spannt sich um den gesamten Reifen und die Wulstkerne. Die bestehen beim Drahtreifen aus einem dicken oder vielen dünnen Stahldrahtseilen.

In den Drahtreifen legst du lose einen Schlauch und beides in die Felge deiner Laufräder. Die Innenseite des Felgenhorns, also des Laufradrands, hat eine umlaufende Einkerbung, die diesen Wulst aufnimmt und den Reifen in Position hält, wenn du den Schlauch aufpumpst.

Dieser Aufbau soll verhindern, dass sich der Reifen unter Druck ausweitet und von der Felge springt. Übrigens: Drahtreifen bezeichnet man auch als Tiefbettreifen oder Clincher.

Vor- und Nachteile von Drahtreifen

Vorteile

Drahtreifen sind im Vergleich zu anderen Reifentypen günstig und sie sind stabil. Selbst wenn der Schlauch im Inneren des Reifens platzt oder an Luft verliert, bleibt der Reifen normalerweise auf der Felge, sodass du für gewöhnlich nicht stürzt.

Außerdem lässt sich ein Drahtreifen recht einfach auf- und abziehen, wenn du den Schlauch wechselst oder der Reifen selbst beschädigt oder abgefahren ist. Einfach Luft aus dem Schlauch lassen, per Hand oder mittels Reifenhebern den Reifen auf einer Seite von der Felge hebeln, Schlauch wechseln und Reifenwulst wieder in die Felge setzen.

Nachteile

Der Drahtkern macht den Reifen nicht nur stabil und sicher, er macht ihn auch schwer. Bis zu 100 Gramm mehr kann er im Vergleich zu baugleichen Modellen mit Kevlar- oder Nylonwulstkern auf die Waage bringen. Das ist vor allem bei leichten Wettkampfrädern ein gewaltiger Unterschied.

Darüber hinaus haben Modelle mit hohem Pannenschutz häufig einen recht hohen Rollwiderstand und: Drahtreifen lassen sich nicht falten und damit auch nicht als Ersatz mit auf Tour nehmen.

Für wen sind Drahtreifen geeignet?

Drahtreifen sind meist an Alltagsrädern im Einsteiger- und Mittelklassebereich verbaut. Also da, wo es in erster Linie auf Zuverlässigkeit und Robustheit ankommt, weniger auf jedes Gramm. Bei Rennrädern finden sich deshalb eher die leichteren Faltreifen, im Profibereich mitunter auch Schlauchreifen, bei denen Schlauch und Reifen eine Einheit bilden.

Was kosten Drahtreifen?

Preislich sind Drahtreifen sehr attraktiv. Einfache Modelle gibt es bereits ab 10 Euro. Pannensichere Reifen mit reißfestem Gewebe oder Kautschukeinlagen sind ab etwa 25 Euro erhältlich. Sportliche Reifen können, je nach Anforderung, auch etwas mehr kosten.

Fazit

Ein Drahtreifen eignet sich besonders gut für Alltagsfahrten oder kleinere Ausflüge am Wochenende, bei denen der Weg nach Hause überschaubar und ein Reifenwechsel unterwegs unwahrscheinlich oder ausgleichbar sind.

Auch wem es in erster Linie auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und weniger auf Gewicht, Transportfähigkeit und geringen Rollwiderstand ankommt, könnte in Drahtreifen einen zuverlässigen Begleiter finden.