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Faltreifen: Was ist das, was kann er?

Faltreifen: Was ist das, was kann er?

19.05.2021 - Update: 21.09.2021



Die Bezeichnung „Faltreifen" verrät das unverkennbare Merkmal dieses Reifentyps: Er lässt sich zusammenfalten. So kannst du ganz bequem einen Ersatzreifen mitnehmen und das Reifengewicht ist geringer. Wie Faltreifen aussehen, welche Vor- und Nachteile sie haben, wie viel sie kosten und ob sie zu dir passen, erfährst du hier.

Wie ist ein Faltreifen aufgebaut?

  • Karkasse: Die Karkasse ist das tragende Gerüst des Reifens. Sie besteht aus gummibeschichtetem Gewebe und gibt dem Reifen seine Form.
  • Wulst: Die Wulst (die unteren Ränder des Reifens) sind „knubbeliger" und sorgen dafür, dass der Reifen in der Felge sitzenbleibt.
  • Aramidfaser: Bei einem Drahtreifen stecken in der Wulst starre Drahtbündel, bei einem Faltreifen sind es Aramidfasern. Sie sind auch unter dem Markennamen Kevlar bekannt. Die Kunststofffasern machen den Reifen flexibler. Auf diese Weise kannst du ihn falten und als Ersatzreifen auf (Mehrtages-)Touren mitnehmen.

Außerdem ist Aramid leichter als Draht. Bei bei der richtigen Bauweise lassen sich mit einem Faltreifen bis zu 100 Gramm gegenüber seinem Draht-Pendant einsparen. Das ist vor allem für Rennrad- und ambitionierte Fahrer interessant, die Wert auf geringes Gesamtgewicht legen. Eine Sonderform des Faltreifens ist der Tubeless-Reifen, der ohne Schlauch auskommt.

Welche Vor- und Nachteile haben Faltreifen?

Wie alle Reifentypen bringen Faltreifen Vor- und Nachteile mit:

Vorteile

  • Du kannst Faltreifen kleinfalten und problemlos im Rucksack oder der Fahrradtasche verstauen.
  • Faltreifen wiegen weniger als Drahtreifen.

Nachteile

  • Falt- und Drahtreifen passen in der Regel auf dieselbe Felge. Bei Tubeless-Faltreifen brauchst du allerdings eine Tubeless- oder Tubeless-Ready-Felge, damit das System auch ohne Schlauch die Luft hält.
  • Faltreifen kosten in der Regel mehr als Drahtreifen.
  • Du musst den Reifen vor dem Aufziehen auf die Felge erstmal etwas in Form bringen.

Faltreifen: Welches Fahrrad passt zu ihm?

Faltreifen sind vielseitig einsetzbar: Sie passen zu fast jeder Fahrradgattung und den meisten Einsatzzwecken.

Alltagsrad und E-Bike

Bei City- und E-Bikes kommt es meist nicht aufs Gramm an. Wenn du dich hauptsächlich in der Stadt fortbewegst, tut es auch ein Drahtreifen. Wichtiger ist guter Pannenschutz. An hochpreisigeren Radmodellen sind häufig Faltreifen montiert.

Rennrad

Für Rennradfahrer ist das geringere Gewicht des Faltreifens ein Argument. Er hat bessere Beschleunigungs- und Rolleigenschaften als sein Pendant mit Drahtkern.

Mountainbike

Beim Mountainbike kommen die leichten Faltreifen im sportlichen Bereich zum Einsatz oder auch beim Tourenfahren, da sie sich gut verstauen und als Ersatzreifen mitnehmen lassen.

Faltreifen: Montagetipps

Einen Faltreifen montierst du im Prinzip wie einen Drahtreifen auch:

  • Erst die eine Wulstseite in die Felge setzen. Schlauch rein, dann die andere Wulstseite einsetzen. Für die letzten Zentimeter benötigst du eventuell Reifenheber.
  • Da ein Faltreifen ein paar faltbedingte Knicks hat, wenn du ihn aus der Verpackung nimmst, bringe ihn vor dem Aufziehen per Hand in Form. Das gelingt, indem du zum Beispiel die „eingedellte" Lauffläche nach oben drückst.
  • Es kann helfen, den Schlauch vor dem Einsetzen etwas aufzupumpen. So hat er eine gewisse Form, über die du dann den Reifen stülpen kannst. Walke dann Reifen und Schlauch um den gesamten Reifenumfang, damit sie sich in der Felge setzen können.

Faltreifen: Kosten für diesen Reifentyp

Im Handel findest du Faltreifen ab einem Preis von circa 25 Euro. Bei Rennrad- und Mountainbike-Faltreifen geht es je nach Anbieter und Aufbau ab circa 40 Euro los. Wer mehr Performance möchte, muss etwas tiefer in die Tasche greifen.

Fazit

  • Faltreifen sind vor allem bei sportlichen Fahrern und höherwertigen Rädern zu finden.
  • Sie sind leicht, rollen gut und lassen sich zusammenlegen und bequem transportieren.
  • Damit eignen sich Faltreifen für lange Touren und Wettkämpfe wie Radmarathons oder lange Triathlondistanzen, bei denen ein Reifenschaden nicht das Ende der Veranstaltung bedeuten soll.

Wir aus der Bikes.de-Redaktion haben eine große Leidenschaft: Fahrräder. Und diese Leidenschaft wollen wir mit dir teilen. Daher sind wir immer auf der Suche nach neuen, spannenden und relevanten Themen rund ums Rad, die dir Information und Orientierung bieten – und vor allem jede Menge Lust aufs Radfahren machen sollen. Viel Spaß beim Lesen!