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Fahrradteile

Felgenbremsen fürs Fahrrad: Über Typen, Funktionsweise & mehr

Felgenbremsen fürs Fahrrad: Über Typen, ...

09.11.2021 - Update: 09.11.2021



Felgenbremsen sind die klassischen Fahrradbremsen, viele Bikes sind noch immer damit ausgestattet. Erfahre hier, welche Vor- und Nachteile sie haben und ob du mit Felgenbremsen oder Scheibenbremsen besser fährst.

Brauche ich Felgenbremsen am Fahrrad?

Felgenbremsen können für sportliche Fahrer interessant sein, die Wert auf ein geringes Gewicht ihres Bikes legen. Auch wer sparen möchte, fährt mitunter besser mit Felgenbremsen.

Der günstige Preis und die solide Bremsleistung bei trockenem Wetter sind zum Beispiel interessant für Gelegenheits- und Stadtradler, die ihr Fahrrad für kurze Fahrten zum Supermarkt und gelegentliche Ausflüge an sonnigen Tagen nutzen.

Und wer Wert auf ein Rad-Set-up legt, das sich unterwegs mit „Bordmitteln" reparieren lässt, beispielsweise Tourenfahrer und Radreisende, sind mit Felgenbremsen ebenfalls gut bedient. Die meisten Probleme lassen sich mit einem Multitool lösen und in jeder Fahrradwerkstatt dürften sich Ersatzteile finden.

Vorteile von Felgenbremsen

  • Bremskraft: solide Bremskraft bei trockenem Wetter
  • Wartung: einfach zu reparieren und zu warten
  • Preis: geringe Anschaffungskosten
  • Gewicht: leichter und aerodynamischer als Scheibenbremsen

Es spricht also viel für Felgenbremsen – aber auch einiges dagegen.

Nachteile von Felgenbremsen

  • Bremskraft: weniger starke und direkte Bremswirkung, insbesondere bei Nässe nimmt die Bremskraft ab
  • Kraftaufwand: das Bremsen kostet mehr Kraft als z. B. mit Scheibenbremsen
  • Verschleiß: sowohl Felgen als auch Bremsbeläge nutzen sich mit der Zeit ab

Bist du auf einem schweren Bike oder einem E-Bike, bei Wind und Wetter und/oder viel im Gelände unterwegs, ist ein Fahrrad mit Scheibenbremse meist die bessere Wahl.

Wie funktioniert eine Felgenbremse am Fahrrad?

Im Gegensatz zu Nabenbremsen, die in oder nahe der Laufradnabe sitzen, stoppen Felgenbremsen das Fahrrad mit zwei gegenüberliegenden Bremsbelägen, die von beiden Seiten gegen die Felgenflanken des Laufrads drücken. Meist stammen sie an Markenrädern von Shimano, Sram oder auch Magura. Die vordere Bremse sitzt an der Fahrradgabel, die hintere an der Sitzstrebe.

Der Grundträger der Felgenbremse hat zwei Arme, die bis zu den Felgenseiten reichen. Am Ende dieser Arme befinden sich Bremsbeläge. Anders als bei der Rücktrittbremse, einer Form der Nabenbremse, die du mit den Pedalen aktivierst, ziehst du bei der Felgenbremse den Bremshebel mit den Händen.

Dadurch bewegst du den Bremszug, der mit der Fahrradbremse am Vorder- oder Hinterrad verbunden ist, und drückst die Bremsbeläge gegen die Felge, wodurch Reibung entsteht und sich das Laufrad langsamer dreht.

Leitfaden der Fahrradbremsen: Arten von Felgenbremsen

An modernen Rädern kommen hauptsächlich zwei Arten von Felgenbremsen zum Einsatz: Caliper- und Cantilever-Bremsen.

Caliper-Felgenbremse

Aufbau: Eine Caliper-Bremse besteht aus einer Bremszange, die du mit je einer Befestigungsschraube an Fahrradrahmen und -gabel anbringst. Von der Bremszange führen zwei Arme zu den Seiten der Felgen. An ihnen befinden sich Bremsschuhe mit Belägen.

Arten: Es gibt verschiedene Arten von Caliper-Bremsen, die alle nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren:

  • Bei der Seitenzugbremse teilen sich beide Bremsarme einen einzigen Drehpunkt (Single Pivot), der mittig über dem Rad sitzt. Der Bremszug, der zum Bremshebel führt, befindet sich seitlich der Bremse.
  • Bei der Mittelzugbremse hat jeder Bremsarm einen separaten Drehpunkt. Ein Kabelträger verbindet die beiden Arme und zieht sie aus der Mitte hoch.
  • Die Dual-Pivot-Bremse kombiniert die beiden Systeme: Ein Bremsarm hat seinen Drehpunkt seitlich, der andere in der Mitte. Dual-Pivot-Bremsen sind eine moderne und beliebte Option, da sie weniger Handkraft erfordern und einfach zu zentrieren sind.
  • Direct-Mount-Bremsen sind flache Bremsen, die auf einen Grundträger verzichten. Stattdessen sitzen die Drehpunkte im Rahmen bzw. der Gabel. Damit liegen die Bremsen näher an Rahmen und Gabel, was die Aerodynamik verbessert.

Einsatzbereich: Rennrad

Cantilever-Felgenbremse

Aufbau: Cantilever-Bremsen sind eine Art Mittelzugbremse. Sie bestehen aus zwei separaten Bremsarmen, die links und rechts der Felge sitzen. Um Cantilever-Bremsen anbringen zu können, müssen dafür geeignete Bremssockel am Rahmen vorhanden sein, an denen die Klemmschrauben Halt finden. Dieser Bremsentyp entfaltet seine Wirkung über Kipphebel, die auch „Ausleger" (engl. Cantilever) heißen.

Arten: Die Direktzugbremse ist die Seitenzug-Variante der traditionellen Cantilever-Bremse. Hier kommt das Kabel von der Seite. Die Bremsarme sind länger, wobei ein Arm mit dem Kabelgehäuse und einer mit dem Seilzug verbunden ist. Die V-Brake, wie sie Hersteller Shimano nennt, ist eine Direktzugbremse mit separatem Querzug, die spezielle Bremsgriffe erfordert und eine höhere Hebelwirkung mitbringt als klassische Cantileverbremsen.

Einsatzbereich: Mountainbike, Trekking, Cyclocross, Kinderfahrrad

Mechanische vs. Hydraulische Felgenbremse

Neben den mechanischen Felgenbremsen, die über Handkraft und Seilzüge, sogenannte Bowdenzüge, arbeiten, gibt es auch hydraulische Felgenbremsen. Sie arbeiten mit Öldruck und gelten im Vergleich zu mechanischen Felgenbremsen als sehr direkt und leistungsstark. Allerdings sind sie etwas schwerer und teurer.

Fazit: Für wen lohnen sich Felgenbremsen?

  • Felgenbremsen sind die Klassiker an Fahrrädern unterschiedlicher Gattungen: Sie sind einfach zu reparieren und zu warten, günstig und leicht und funktionieren bei trockenem Wetter zuverlässig.
  • Aber: Bei Nässe nimmt die Bremsleistung von Felgenbremsen ab, generell ist die Bremswirkung von Scheibenbremsen stärker und direkter.

Bist du eher Schönwetterfahrer oder meist auf trockenem, ebenem Untergrund unterwegs, solltest du mit Felgenbremsen für die meisten Situationen gewappnet sein. Geht es dir um starke Bremskraft, auch bei Nässe, und nimmst du dafür etwas mehr Gewicht und weniger Aerodynamik in Kauf, bist du mit Scheibenbremsen besser bedient.