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Die besten Fahrrad-Minitools für unterwegs

Die besten Fahrrad-Minitools für unterwe...

23.04.2021 - Update: 16.06.2021

Die besten Fahrrad-Minitools für unterwegs

Wenn du mit einem Platten am Straßenrand stehst oder deine Kette bei einem starken Antritt im Gelände gerissen ist, kann ein Minitool der Helfer in der Not sein. Ein Minitool vereinigt nützliche Werkzeuge wie Innensechskant- oder Torx-Schlüssel, Schraubendreher und Reifenheber in einem kompakten Instrument. Nicht jeder Radfahrer braucht ein Minitool mit dem größten Werkzeugarsenal. Wir zeigen dir, welche Werkzeuge ein gutes Minitool beinhalten sollte und worauf es beim Kauf ankommt.

Was ist ein Minitool?

Miniwerkzeuge für Fahrräder wurden für den Einsatz unterwegs entwickelt. Sie sind besonders leicht und kompakt und sollten eine Reihe an Tools beinhalten, mit denen du im Falle einer Panne kleinere Reparaturen oder Einstellungen selbst vornehmen kannst.

Minitools gibt es in verschiedenen Ausführungen und Größen. Der ideale Funktionsumfang hängt vom Typ deines Fahrrads ab. Basismodelle für Alltagsfahrer sollten zumindest verschiedene Innensechskantschlüssel, einen Schraubenzieher und eventuell einen Reifenheber beinhalten. Radsportler können von zusätzlichen Werkzeugen wie Kettennietern oder Torx-Schlüsseln profitieren.

Welche Werkzeuge dürfen nicht fehlen?

Inbusschlüssel

Ein Innensechskantschlüssel ist eines der wichtigsten Werkzeuge unterwegs. Vom Sattel bis zu den Pedalen, vom Umwerfer bis zum Bremshebel – ein Inbusschlüssel wird an vielen Stellen benötigt. Die Innensechskant-Schraube hat die gewöhnliche Schraube in großen Teilen am Fahrrad abgelöst. Die Vorteile sind eine bessere Kraftübertragung und geringere Abnutzung der Schrauben, zudem sind meist weniger verschiedene Schraubengrößen verbaut, so braucht man weniger verschiedene Schlüssel. Fast immer kommt man mit Inbussen in den Gewindegrößen von M2 bis M8, also von 1,5 bis 6 Millimeterklar, diese sollten in deinem Tool enthalten sein.

Torx-Schlüssel

Torx-Schrauben sind immer weiter verbreitet und bieten eine höhere Kontaktfläche als Inbussschrauben, die demzufolge höhere Drehmomente bei gleicher Baugröße der Schraube erlaubt. Die Torx-Schraube findet sich vor allem an Komponenten der höheren Preisklasse. Dass diese Schrauben für eine komplette Schaltgruppe funktionieren, beweist zum Beispiel der Hersteller Sram. Auch Magura setzt Torx-Schrauben für seine Scheibenbremsen ein. Die Größen T25 und T30 werden am häufigsten verwendet.

Schraubendreher

Herkömmliche Schlitz- und Kreuzschlitzschrauben findest du nach wie vor am Fahrrad.
Besonders für Einstellungen an Schaltung und Felgenbremsen kann ein Schraubendreher nützlich sein. 

Kettennieter

Ein beschädigtes Kettenglied lässt sich mittels eines Kettennieters schnell entfernen und durch eine neues ersetzen. Dafür müssen dein Kettennieter und deine Kette aber aufeinander abgestimmt sein. Du kannst mit einem 11-fach-Kettennieter zwar 10-fach und 9-fach nieten, anders herum funktioniert das jedoch nur eingeschränkt. Außerdem solltest du einen Kettennietstift und ein Kettenglied oder ein Kettenschloss dabeihaben.

Speichenspanner

Ein leichter Seitenschlag oder Höhenschlag kann gerade beim Mountainbiken unterwegs passieren. Um diese Panne zu beheben brauchst du einen Speichenschlüssel. Mit diesem Werkzeug kannst du an den Speichennippeln drehen, die Spannung der Speichen erhöhen oder senken und so dein Laufrad zumindest wieder so reparieren, dass die Bremse nicht schleift.

Reifenheber

Reifenheber machen auch an einem Multitool Sinn und helfen dir, im Falle einer Reifenpanne, an den Fahrradschlauch zu gelangen. Mehr dazu findest du im nächsten Punkt.

Reifen platt - was nun?

Reifenheber

Reifenpannen kommen immer wieder mal vor. Um an den Fahrradschlauch zu kommen, musst du den Reifen aus dem Felgenbett heraushebeln. Je strammer der Sitz auf der Felge, desto schwieriger kann die Demontage des Reifens sein. Ein Reifenheber hilft dir dabei. Separate Reifenheber-Sets sind ebenfalls günstig im Handel zu haben und können platzsparend zusammengesteckt werden. Du solltest beim Kauf lediglich darauf achten, dass sie keine scharfen Kanten haben, um Schlauch und Reifen nicht zu beschädigen.

Flickzeug und Pannenspray

Wer keinen Ersatzschlauch mitnehmen will, der sollte zumindest mit Flickzeug unterwegs sein. Flickzeug wird meist im Set angeboten und besteht in der Regel aus diversen Flicken aus Gummi zum Abdecken des Loches, einer Tube mit Gummilösung zur Fixierung der Flicken auf dem Schlauch und Schleifpapier zum Aufrauen des Gummis für eine bessere Haftung.

Kleinere Löcher zwischen ein und drei Millimeter können kurzfristig mit einem Pannenspray abgedichtet werden. Dazu muss der Adapter des Pannensprays fest am Fahrradventil angesetzt und der komplette Inhalt in den Schlauch gesprüht werden. 

Tubeless

Tubeless-Fahrer sollten neben dem passenden Werkzeug stets ein Repairkit mitführen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um eine undichte Stelle bei Tubeless-Reifen abzudichten. Kleine Löcher dichtet die im Reifen vorhandene Dichtmilch ganz von alleine. Bei größeren Löchern können neben Flicken können auch Pfropfen verwendet werden, die den Vorteil mit sich bringen, dass der Reifen während der Reparatur auf der Felge bleiben kann. Reparaturen an Reifen und Schläuchen sind jedoch nur sinnvoll, wenn du nicht die passende Pumpe vergessen hast. 

Minipumpe

Eine gute Minipumpe sollte stabil und kompakt sein, damit du sie im Rucksack oder am Rahmen transportieren kannst. Sie sollte deiner Tour und deinen Ansprüchen entsprechen. Mountainbiker fahren einen geringeren Reifendruck (bis ca. 2,5 bar), für Rennradfahrer muss die Pumpe schon bis zu 10 bar Druck liefern können.

Worauf sollte ich beim Kauf des Multitools achten?

Handling

Für schwerer zugängliche Stellen am Rad sollte das Tool über ausreichend lange Werkzeugarme verfügen. Ein schöner Nebeneffekt: Mit längeren Tools kannst du größere Hebelkraft entwickeln. Eine Einrastfunktion der einzelnen Werkzeuge verhindert, dass sie sich bei ihrer Benutzung mitbewegen. Multitools mit abgerundeten Griffkanten liegen während der Reparatur besonders gut in der Hand. Günstigere Modelle weisen oft einen geringere Materialhärte auf. So verschleißen sie schneller und beschädigen im schlimmsten Fall sogar die Schrauben an deinem Bike.

Größe und Gewicht

Wer sein Tool in der Jacken- oder Trikottasche transportieren möchte, sollte auf die passende Größe und ein geringes Gewicht achten. Leichte Tools für Rennräder sind ab einem Gewicht von etwa 110 Gramm erhältlich. Führst du dein Werkzeug im Bike-Rucksack mit, kannst du getrost zu einem robusteren Modell greifen, dass dank größerer Hebelwirkung und einer umfangreicheren Ausstattung komfortabler zu bedienen ist.

Brauche ich ein Minitool?

Minitools sind ein unentbehrlicher Begleiter für Vielfahrer und nützliche Helfer für Alltagsfahrer. Möchtest du deinen Lenker justieren oder die Sattelhöhe ändern, hast du sofort den passenden Innensechskantschlüssel parat. Schleift dein Rad an der Bremse, kann ein Speichenspanner gute Dienste leisten. Reißt deine Kette, bewahrt dich ein Kettennieter davor, das Rad nach Hause schieben zu müssen.

Im besten Fall verbringt ein Multitool sein Dasein ungebraucht in der Satteltasche. Kommt es doch zu einer Panne, hilft ein brauchbares Werkzeug, um die Traumstrecke noch beenden zu können, oder vor Einbruch der Dunkelheit nach Hause zu kommen.