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Reise

5 Tipps für deine nächste Radtour

5 Tipps für deine nächste Radtour

07.06.2021 - Update: 08.09.2021



Sturm und Regen, Zeitprobleme, unerwartete Pannen: Bei einer mehrtägigen Fahrradtour kann es trotz aller Vorbereitung zu unvorhersehbaren Ereignissen kommen, die deine Reise zu einem echten Abenteuer machen. Wie du einem Unwetter trotzt, deine Unterkunft auch unter erschwerten Bedingungen erreichst und wie du Pannen- und Notfälle sicher bewältigst, erfährst du hier.

1. Ein Unwetter zieht auf

Bahnt sich unerwartet ein Unwetter an, kann die Radtour schnell zu einem gefährlichen Erlebnis werden. Wer einen kühlen Kopf bewahrt, kommt sicher an seinen Zielort.

Sturm und Regen

Findest du dich plötzlich in einem Sturm mit Regen wieder, steht und fällt das richtige Verhalten mit der Stärke des Unwetters, deiner aktuellen Umgebung und deiner Entfernung zum Ziel.

  • Wird deine Fahrt von Sturmböen begleitet, solltest Wälder meiden und stattdessen auf Feldwege oder Straßen ausweichen.
  • Kommt Regen hinzu, kannst du in deiner Regenkleidung zunächst so lange weiterfahren, wie es das Wetter erlaubt. Dabei solltest du darauf achten, dein Fahrverhalten und deine Geschwindigkeit an das Wetter anzupassen. An deinem Zielort kannst du dich aufwärmen und deine Kleidung trocknen. Das Durchfahren lohnt sich vor allem, wenn der Zielort nur noch wenige Kilometer entfernt ist und das Wetter zwar unbequem, aber immer noch erträglich ist.
  • Zieht der Sturm schnell vorüber oder handelt es sich um kurzen, starken Regenschauer, kannst du in einem Restaurant oder einer anderen Einrichtung eine Pause einlegen.
  • Hält das Unwetter länger an und die Weiterfahrt ist unmöglich, kannst du, wenn vorhanden, auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen, um deine Unterkunft sicher und rechtzeitig zu erreichen.

Gewitter

Was tun bei Gewitter?

Da Fahrräder keine ausreichende Isolierung bieten und elektrischen Strom leiten, solltest du bei einem Gewitter vom Fahrrad steigen und dich zehn Meter davon entfernen. Nach Möglichkeit solltest du Schutz inGebäuden mit Blitzableitern oder unter Brücken aus Stahlbeton suchen. Gibt es keinen sicheren Rückzugsort, solltest du dir einen niedrigen Platz suchen, in die Hocke gehen, die Arme eng anlegen und deine Füße zusammenhalten – und warten, bis das Gewitter vorübergezogen ist.

Wald oder Feld?

Fällt die Entscheidung zwischen Wald und Feld, solltest du dich in den Wald zurückziehen, aber von auffällig hohen Bäumen und dem Waldrand Abstand halten.

In den Bergen

In den Bergen kannst du das Gefahrenpotenzial verringern, indem du bergab fährst, wenn sich ein Gewitter anbahnt. Steht auf dem Gipfel eine gesicherte Berghütte, die schnell zu erreichen ist, kann es aber auch sinnvoll sein, die letzten Meter noch zu bewältigen. In diesem Fall solltest du die Entfernung und die Geschwindigkeit des Gewitters in deine Entscheidung miteinbeziehen.

2. Wie verhalte ich mich, wenn ich mich verfahren habe?

Durch eine gute Vorbereitung kannst du das Risiko, dich zu verfahren, stark reduzieren.

  • Technische Hilfe: Ein Fahrradcomputer oder dein Smartphone leiten dich meist sicher ans Ziel. Lade dein Smartphone und, wenn möglich, auch andere Tools täglich.
  • Karte: Für den Fall, dass Fahrradcomputer und Smartphone das GPS-Signal plötzlich nicht mehr erfassen oder der Akku leer ist, lohnt es sich, immer eine Karte im Gepäck zu haben. So kannst du dir einen groben Überblick über deine Position verschaffen und herausfinden, in welcher Richtung das Ziel liegt.
  • Wegweiser: Hast du keine Karte zur Hand, bietet es sich an, eine Straße aufzusuchen. Auf der Landstraße fährst du dann so lange weiter, bis dir eine Entfernungstafel den Weg weist. Bist du im Wald oder auf dem Feld unterwegs, können dir die weißgrünen Haupt- und Zwischenwegweiser oder die Farbsymbole für Wanderwege eine Orientierung bieten.
  • Nach Hilfe fragen: Wenn du einem Radfahrer, einem Passanten oder auch einem Forstwirt begegnest, solltest du dich nicht scheuen, nach Hilfe zu fragen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie dir sagen können, wo du dich gerade befindest, dir eine grobe Wegbeschreibung geben oder dich zur nächsten Straße lotsen können.

3. Was tun, wenn man die geplante Tagesetappe nicht schafft?

Um deine Reise genießen zu können, solltest du eher gemütliche Etappen wählen und genügend Zeit für Pausen einplanen. Damit du die Nacht nicht ohne Dach über dem Kopf verbringen musst, solltest du bei jeder Pause einen Blick auf die Strecke werfen, die dir noch bevorsteht. So kannst du früh erkennen, ob du deinen Zielort planmäßig erreichen wirst.

Wie du am besten vorgehst, wenn du deine Tagesetappe aus körperlichen oder zeitlichen Gründen nicht bewältigen kannst, verrät dir unser Drei-Punkte-Plan:

Alternative Fortbewegungsmittel

Zunächst solltest du prüfen, ob du dein Ziel für den Tag mit alternativen Fortbewegungsmitteln erreichen kannst. Entlang der meisten Radwege gibt es hierzulande Zugverbindungen und Busse, die dich zuverlässig ans Ziel bringen und in denen du dein Fahrrad, oft auch ohne Aufpreis, mitnehmen kannst.

Neue Unterkunft suchen

Kannst du dein Ziel auch mit alternativen Fortbewegungsmitteln nicht mehr erreichen, solltest du schnell eine alternative Unterkunft buchen. Damit du keine Zeit verlierst, solltest du nicht lange umherfahren und wild suchen, sondern über dein Smartphone nach erreichbaren Unterkünften suchen und telefonisch dort anfragen.

Tipp: Bett+Bike-Unterkünfte bieten einen fahrradfreundlichen Service und nehmen Fahrradgäste auch für nur eine Nacht auf.

Im der Unterkunft angekommen, solltest du dir überlegen, wie du die verlorenen Kilometer am nächsten Tag wieder reinholen kannst, damit die Reiseplanung nicht durcheinandergerät und du deine nächsten Ziele und Unterkünfte nach dem aktuellen Zeitplan erreichst.

Ursprüngliche Unterkunft kontaktieren

Im letzten Schritt solltest du deine ursprünglich gebuchte Unterkunft kontaktieren und ihnen deine Situation erklären. Wenn du Glück hast, kannst du deinen gebuchten Aufenthalt gegen einen geringen Aufpreis oder sogar kostenlos um einen Tag verschieben. Diese Lösung eignet sich vor allem gegen Ende der Tour, wenn keine weiteren Unterkünfte warten.

4. Im Pannenfall

Um nach einer Panne schnell weiterfahren zu können, sollten Radfahrer immer ein einen Ersatzschlauch, eine Minipumpe und ein Multitool dabei haben. Die meisten Probleme können dann mit eigener Kraft oder der Hilfe von Passanten behoben werden. Bei größeren Pannen führt jedoch kein Weg an professioneller Unterstützung vorbei. In diesem Fall hast du folgende Möglichkeiten:

Ab in die Werkstatt

Kannst du das Problem nicht selbst beheben, findest du hierzulande in Städten und auch in den meisten kleineren Orten eine Fahrradwerkstatt, die dir bei einer Panne aus der Patsche hilft und dich mit passenden Ersatzteilen versorgt.

Im Ausland sind Fahrradwerkstätten oft nicht so weit verbreitet wie in Deutschland. Führt dich dein Weg in andere Länder, solltest du eine geeignete Fahrradversicherung oder eine ADFC-Mitgliedschaft abschließen, um im Pannenfall nicht allein dazustehen und schnell weiterzukommen.

Schutzbriefe für Radfahrer

ADFC-Mitglieder erhalten bei einer Panne dank Schutzbrief schnell und unkompliziert Hilfe. Die inbegriffene 24-Stunden-Hotline der Roland-Versicherung hilft dir mit Adressen von nahegelegenen Werkstätten weiter und organisiert eine mobile Pannenhilfe, wenn es eine entsprechende Möglichkeit in deiner Nähe gibt.

Ist die Vor-Ort-Hilfe nicht möglich, greift der deutschlandweite Abschleppdienst und dein Fahrrad wird inklusive Gepäck nach Hause oder zu deiner Unterkunft gebracht. Ähnliche Leistungen bieten der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Auto Club Europa (ACE) und der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD).

5. Im Notfall

Im Notfall, etwa nach einem schweren Sturz, solltest du die 112 wählen. Diese Notrufnummer gilt nicht nur in Deutschland, sondern auch in den europäischen Nachbarländern und einigen Ländern außerhalb der EU.

Wer in allen Ländern sofort die richtige Notrufnummer parat haben möchte, ist mit der EchoSOS-App für Android - und iOS -Geräte auf den Ernstfall vorbereitet. Dank GPS-Signal weiß die App, in welchem Land du dich gerade befindest. Dadurch kannst du mit einem Klick sofort die länderspezifische Notrufnummer kontaktieren. Die App übermittelt deine Position, damit dich die Rettungskräfte finden und schnell zu dir kommen können.

Fazit

Auf Tour kann es immer wieder zu unerwarteten Ereignissen kommen. Naht ein Unwetter, solltest du vom Fahrrad steigen und nach Möglichkeit in einem Gebäude Schutz suchen. Hast du dich heillos verfahren, solltest du nach Straßen, Karten oder Zwischenwegweisern suchen und dich nicht scheuen, Passanten um Hilfe zu bitten. Stellst du hingegen fest, dass du dein Ziel nicht mehr rechtzeitig mit dem Fahrrad erreichst, solltest du nachalternativen Fortbewegungsmitteln suchen. Im Pannenfall helfen die lokale Werkstätten, Fahrradversicherungen oder Schutzbriefe für Fahrradfahrer weiter.

Denk immer daran: Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Hab Mut, bewahre Ruhe und lass dich von Verzögerungen und Rückschlägen nicht unterkriegen. In diesem Sinne: gute Fahrt!

Wir aus der Bikes.de-Redaktion haben eine große Leidenschaft: Fahrräder. Und diese Leidenschaft wollen wir mit dir teilen. Daher sind wir immer auf der Suche nach neuen, spannenden und relevanten Themen rund ums Rad, die dir Information und Orientierung bieten – und vor allem jede Menge Lust aufs Radfahren machen sollen. Viel Spaß beim Lesen!