Bremsen einstellen

Egal ob Rennrad, Mountainbike oder E-Bike: Wer auf dem Fahrrad unterwegs ist, erreicht schnell höhere Geschwindigkeiten. Umso wichtiger ist es, sich bei unvorhergesehenen Ereignissen auf die Fähigkeit der Fahrradbremsen verlassen zu können. Damit diese immer gewährleistet ist, solltest du regelmäßig deine Bremsen überprüfen und neu einstellen, damit du sicher an dein Ziel kommst.

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Welche Bremsen gibt es und wann sollte man sie einstellen?

Grundsätzlich wird unterschieden zwischen der Nabenbremse, der Felgenbremse und der Scheibenbremse. Je nach Fahrradtyp und Bauweise des Rades werden unterschiedliche Bremsenarten verwendet. Felgen- und Scheibenbremsen sollten mindestens einmal im Monat auf Abnutzung und Verschleiß kontrolliert werden. Bei Felgenbremsen sollten die Bremsbeläge ersetzt werden, wenn die Einkerbungen auf der Oberfläche weniger als 2 Millimeter tief sind. Scheibenbremsen sollten ausgetauscht werden, wenn die Beläge weniger als einen Millimeter dick sind. Nabenbremsen haben den Bremsmechanismus im Inneren der Nabe und werden bei einer Trommelbremse durch einen Handhebel und bei einer Rücktrittsbremse durch die Pedale bedient. Da die Nabenbremsen an mehreren Stellen am Rahmen befestigt werden, ist das Bremssystem deutlich komplexer. Einstellungen an dieser Bremsenart sollten nur von Experten und Fachhändlern durchgeführt werden, um deine Sicherheit und die von anderen zu gewährleisten.

Felgenbremsen einstellen

Felgenbremsen sind ein Oberbegriff für eine ganze Reihe verschiedener Bremssysteme. So gehören zum Beispiel Direktzugbremsen (V-Brake), Cantilever-Bremsen und Seitenzugbremsen (Rennrad-Bremsen) dazu. Grundsätzlich drücken bei Felgenbremsen die Bremsschuhe auf die Felgen und bringen das Rad so zum Halten. Dies gelingt durch einen Seilzug, der mit der Bremse verbunden ist und durch einen Handhebel ausgelöst wird. V-Brakes sind dabei die am häufigsten verwendeten Bremsarten. Es gibt Felgenbremsen, die über einen Modulator verfügen. Dies ist eine Feder, die zuerst zusammengedrückt wird, bevor die Bremskraft auf die Felge übertragen wird und somit das Bremsgefühl verändern kann. Da dieser Modulator speziell eingestellt werden muss, solltest du die Einstellung lieber einem Spezialisten überlassen. Für Bremsen ohne Modulator folgt nun die Anleitung:

1. Abstand einstellen

Um den Abstand zwischen Felge und Bremsschuh einstellen zu können, muss zunächst der Zugeinsteller gedreht werden. Dieser befindet sich meist auf dem Bremshebel bzw. bei Rennrädern auf der Bremse selbst. Dreht man den Zugeinsteller nun im Uhrzeigersinn, vergrößert sich der Abstand. Gegen den Uhrzeigersinn wird der Abstand zwischen Felge und Bremsbelag verringert. Wenn sich die Bremsbeläge auf diese Weise nicht einstellen lassen, kannst du die Klemmschraube des Seilzugs lösen und den Seilzug erneut festklemmen (Direktzug- und Seilzugbremsen). Bei Cantilever-Bremsen müssen die Beläge neu eingestellt werden oder du fragst einen Fachhändler.

2. Bremse zentrieren

Um die Bremse am Rad zu zentrieren, drehe zunächst die Zentrierschraube in kleinen Schritten. Sollte deine Bremse zwei Schrauben haben, stelle die Federspannung ein und zentriere währenddessen die Bremse.

3. Beläge ausrichten

Im nächsten Schritt geht es darum die Bremsbeläge bzw. Bremsschuhe deiner Felgenbremsen einzustellen, damit diese nicht die Reifen berühren. Dafür löst du zunächst die Befestigungsschraube des Bremsbelags. Anschließend wird der Belag auf der Felgenflanke ausgerichtet. Bremsbelag und Felge müssen dabei parallel liegen. Der hintere Teil des Bremsbelags, von Laufrichtung ausgehend, sollte in einem Winkel von einem halben bis einem Millimeter zur Felge stehen. Im nächsten Schritt ziehst du die Schraube wieder fest. Zur Überprüfung ziehe nun den Bremshebel an. Dabei darf der Seilzug nicht durch die Seilzugklemme rutschen und die Bremsbeläge sollten die Reifen nicht berühren und im 90-Grad-Winkel auf die Felge treffen.

Mechanische Scheibenbremsen einstellen

Bei Fahrrädern mit einer mechanischen Scheibenbremse kann es dazu kommen, dass die Bremse schleift, weil der Bremssattel nicht richtig eingestellt ist. Andererseits kann der Bremssattel auch schief sitzen, wenn sich Belag und Bremsscheibe nur ein wenig berühren. Damit sich die Bremsbeläge nur beim Bremsen berühren und somit Schleif- und Quietschgeräusche verhindert werden, folge einfach unserer Anleitung:

Als erstes löst du die Schrauben des Bremssattels, damit der Sattel beweglich wird. Hierfür kannst du einen Innensechskantschlüssel verwenden. Dann fixiere den Bremshebel mit einem Gummiband, damit sich der Bremssattel im gelockerten Zustand selbstständig zentrieren kann. Nachdem du den Bremshebel fixiert hast, führe den Bremskolben mit der Einstellschraube an die Bremsscheibe heran, damit sich die Bremse nicht mehr bewegen kann. Da sie allerdings auch nicht zu fest sitzen sollte, musst du hier gegebenenfalls ein wenig nachjustieren, bis das Rad frei und ohne Schleifen läuft. Jetzt kannst du die Schrauben, idealerweise mit einem passenden Drehmomentschlüssel, festziehen. Wenn du nun deine mechanische Scheibenbremse betätigst, sollte der Druckpunkt spätestens auf dem halben Bremshebelweg erreicht sein. Ansonsten kannst du mit der Einstellhülse der Bremsleitung weitere feine Veränderungen vornehmen, bis alles sitzt.

Jedoch ist nicht jede Bremse gleich. Je nach Typ gibt es wesentliche Unterschiede zu beachten und nicht immer sollte man selbst zum Werkzeugkasten greifen. Schließlich trägt die Bremse wesentlich zur Sicherheit auf dem Fahrrad im Straßenverkehr bei und sollte immer einwandfrei funktionieren. Welche Unterschiede es gibt und wie du deine Fahrradbremsen gegebenenfalls selbst einstellen kannst, erfährst du hier.

Hilfreiche Tipps

Für alle Bremsen gilt, dass du regelmäßig die Beläge und Züge kontrollieren und diese eventuell nachstellen oder von einem Fachhändler nachstellen lassen solltest. Außerdem solltest du die Bremsschuhe bzw. Beläge regelmäßig wechseln, da sich diese schnell abnutzen können. Nach dem Wechseln ist es ebenfalls ratsam die neuen Bremsbeläge gründlich einzufahren. Wichtig ist außerdem, dass keine Schmierstoffe an die Bremsscheiben oder an die Beläge gelangen.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) empfiehlt außerdem, möglichst immer beide Fahrradbremsen zu benutzen und dabei die Vorderradbremse kräftiger zu betätigen. Durch die Gewichtsverlagerung hat diese eine größere Bremswirkung. Zudem sollte man bei Bergabfahrten nach Möglichkeit abwechselnd bremsen. Bei sehr langen Abfahrten sollte man zwischendurch eine kleine Pause einlegen, damit die Bremsscheiben nicht zu heiß werden und sich abkühlen können.

Grundsätzlich gilt: Solltest du dir bei einem der Schritte unsicher sein, zögere nicht bei einem Fahrrad-Fachhändler nachzufragen oder um Hilfe zu bitten. Die Bremse trägt essentiell zu deiner und der Sicherheit anderer Menschen bei und sollte sich immer in einem einwandfreien Zustand befinden. Du solltest dir also bei jedem deiner Schritte sicher sein, bevor du selbst zum Werkzeug greifst und die Bremsen an deinem Fahrrad einstellst. Achte außerdem immer auf die Angaben des Herstellers und verwende ausschließlich Originalteile für dein Fahrrad.

Wir wünschen dir eine gute und allzeit sichere Fahrt!

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Die Fahrradschaltung ist für den Fahrkomfort von Fahrradfreunden unerlässlich. Unter einer großen Auswahl an unterschiedlichen Schaltungssystemen gibt es eine Menge zu beachten.

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