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Bekleidung

Funktionswäsche – alles, was du wissen musst

Funktionswäsche – alles, was du wissen m...

28.04.2021 - Update: 29.11.2021


Funktionskleidung wird immer für einen bestimmten Zweck konzipiert und kommt in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz: als medizinische Kleidung im OP, Schutzkleidung im Labor oder eben als Sportbekleidung.

Hier übernimmt Funktionswäsche als Kleidungsschicht direkt auf der Haut die Aufgabe der Feuchtigkeits- und Temperaturregulierung. Sie ist nicht nur für professionelle Radsportler gedacht, auch Alltagsfahrer und Pendler profitieren von einem angenehmen und trockenen Körperklima.

Funktionswäsche besteht meistens aus Kunstfaser oder Merinowolle, beide Materialien bringen Vor- und Nachteile mit sich: 

Kunstfaser

Kunstfasern wie Polyester, Polyamid oder Polypropylen sind atmungsaktiv und wasserabweisend. Als erste Schicht bietet Funktionswäsche aus Kunstfaser zwei entscheidende Vorteile: Sie transportiert Feuchtigkeit zuverlässig nach außen und trocknet zügig.

Darüber hinaus nutzen sich die strapazierfähigen Kunstfasern nicht so schnell ab wie Wolle. Was die Geruchsbildung betrifft, kann Funktionswäsche aus Kunstfaser jedoch nicht mit geruchshemmenden Naturmaterialien wie Merinowolle mithalten.

Merinowolle

Merinowolle riecht neutral, bietet eine gute Wärmeisolation, nimmt Feuchtigkeit auf und leitet diese an äußere Schichten weiter. Ist die Faser nass, bleibt sie warm, womit sich Merinowolle besonders für das Radfahren an kalten und nassen Tagen eignet.

Das Naturprodukt ist zudem schmutzresistent und wirkt auf natürliche Weise antibakteriell. Im Vergleich zur Kunstfaser ist Merinowolle jedoch empfindlicher und teurer und benötigt etwas mehr Zeit zum Trocknen.

Worauf solltest du beim Kauf achten?

Hautgefühl und Passform

Da Funktionsunterwäsche direkt mit der Haut in Berührung kommt, sollte sich der Stoff angenehm weich anfühlen, nicht reiben oder kratzen. Außerdem sollte sie passen, zwar eng anliegen, aber nicht zwicken.

Funktionseigenschaften

Eines muss Funktionswäsche im Winter immer: dich warm und trocken halten, egal bei welchem Schmuddelwetter und wie schnell oder langsam du unterwegs bist. Bei besonders kalten Temperaturen machen langärmelige Unterhemden und lange Unterhosen Sinn.

Verarbeitung

Grundsätzlich solltest du auf eine hochwertige Verarbeitung achten. Nahtlos verarbeitete Kleidungsstücke (Seamless Underwear) oder solche mit flachen Nähten schonen die Haut und verhindern ein Reiben und Scheuern.

Das gilt besonders für gepolsterte Funktionsunterhosen, wie sie Mountainbiker oft unter ihren weiten Shorts tragen – sie sollten möglichst ohne Nähte auskommen und so unnötige Druckstellen verhindern.

Auch Sport-BHs müssen Feuchtigkeit zuverlässig nach außen transportieren. Dünne Netzstoffe im Bereich zwischen und über den Schalen oder am Rücken verbessern den Luftaustausch.

Der Umwelt zuliebe: Merinowolle oder Kunstfaser?

Wenn du Wert auf eine umweltschonende Herstellung legst, solltest du beim Kauf auf qualifizierte Label achten. Grundsätzlich lässt sich nicht sagen, ob Kunstfaser oder Merinowolle nachhaltiger ist. Um Funktionswäsche aus Kunstfasern herzustellen, kommen oft verschiedene Chemikalien zum Einsatz, und auch der hohe Energiebedarf ist nicht zu vernachlässigen.

Aber auch Merinowolle hat Nachteile: Sie erfreut sich immer größerer Beliebtheit, was dazu führt, dass Merinoschafe in Massen gehalten und durch Züchtung „optimiert“ werden. Worauf du daher unbedingt achten solltest, ist ein Hinweis, dass die Merinowolle ohne „Mulesing“ hergestellt wurde.

Als Mulesing bezeichnet man das Entfernen von überschüssigen Hautfalten rund um den Schwanz von Schafen – und das ohne Betäubung. Häufig wird dieses Verfahren in Australien und Teilen Neuseelands angewendet, um die Tiere vor einem Fliegenbefall zu schützen. Mulesing ist für die Tiere sehr schmerzhaft.

Was auf jeden Fall nachhaltig ist: Wenn du deine Funktionswäsche gut pflegst und möglichst viele Jahre lang benutzt, anstatt dir ständig neue Sachen zu kaufen.

Funktionswäsche im Winter – und was ziehe ich darüber an?

Im Winter fahren Radfahrer mit dem altbewährten Zwiebelprinzip am besten. So kannst du die Kleidung schnell anpassen und ein Kleidungsstück ausziehen, wenn es zwischendurch mal ein bisschen wärmer werden sollte.

  • Wenn es sehr kalt ist, bietet sich ein Radunterhemd mit langen Ärmeln an.
  • Darauf folgt ein langärmeliges Oberteil.
  • Je nach Wind und Wetter ziehst du darüber eine Softshell-, Hardshell- oder Regenjacke.
  • An den Beinen halten dich eine lange Unterhose und eine lange Radhose warm, wobei für den sportlichen Einsatz eines von beidem mit einem Polster ausgestattet sein sollte.
  • Bei Bedarf kommen dann noch Mütze, Handschuhe und Beinlinge oder Knielinge dazu.

Tipps zur richtigen Pflege 

Damit dir deine Funktionsunterwäsche und -bekleidung lange erhalten bleibt, solltest du sie entsprechend pflegen. Was es dabei zu beachten gibt, erfährst du hier.

Fazit

Funktionswäsche reguliert deine Körpertemperatur, hält deine Haut gerade so trocken, dass durch den Schweiß noch ein Kühleffekt entsteht, und leitet die überschüssige Feuchtigkeit nach außen.

An eisigen Wintertagen hält dich kuschelige Merinowolle oder isolierende Funktionswäsche aus synthetischen Fasern warm. Eine nahtlose Verarbeitung erhöht den Tragekomfort. Wer seine Funktionswäsche dann noch pfleglich behandelt, ist langfristig für alle Fälle gewappnet, kann auf dem Bike das ganze Jahr über sportlich unterwegs sein – und Wind und Wetter den Kampf ansagen!

Nach ihrem Studium der Literaturwissenschaften widmet sich Luisa nun der Sonderpädagogik, wobei ihr Schwerpunkt auf der emotionalen und sozialen Entwicklung liegt. Ihrer Liebe zum Schreiben und zum Sport kann sie als Redakteurin für Bikes.de weiterhin nachgehen. Wenn sie nicht gerade am Studieren und Schreiben ist, trifft man sie zum Wandern, Joggen und Radfahren irgendwo im Wald an. Für Luisa ist das Fahrrad ein umweltfreundliches Fortbewegungsmittel, ein Sportgerät und ein tolles Fahrzeug, um Natur zu erleben und die Welt zu entdecken. Am liebsten ist sie mit ihrem Trekkingrad oder ihrem Mountainbike unterwegs.