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Praktische und nachhaltige Trinkflaschen für Fahrradfahrer

Praktische und nachhaltige Trinkflaschen...

26.04.2021 - Update: 16.06.2021

Praktische und nachhaltige Trinkflaschen für Fahrradfahrer

Mit einer Trinkflasche kannst du auf dem Fahrrad zu Höchstleistungen auflaufen und unterwegs einen kühlen Kopf bewahren. Dafür muss sie aber auch in ihrer Performance überzeugen. Fällt die Flasche bei einer Erschütterung sofort aus dem Halter, ist das Gewicht zu hoch oder lässt sie sich nur umständlich öffnen, stört sie die Fahrt eher, als sie zu bereichern.

Darüber hinaus sind bestimmte Materialien für Fahrradtrinkflaschen echte Klima-Killer und gesundheitlich bedenklich. Eine Menge zu beachten für ein so kleines Accessoire? Keine Sorge, wir helfen dir, deinen Durst nach einer praktischen und nachhaltigen Trinkflasche zu stillen.

Das Material der Fahrradtrinkflasche: Funktionalität, Gesundheit und Nachhaltigkeit

Ob Kunststoff, Edelstahl oder Alu – alle Materialien bergen Vor- und Nachteile. Trinkflaschen fürs Fahrrad unterscheiden sich insbesondere in Hinblick auf ihre Robustheit, Langlebigkeit, Nachhaltigkeit, ihr Gewicht und ihren Preis.

Trinkflasche ohne Weichmacher (BPA-frei)

Plastikflaschen stehen immer wieder in der Kritik, da sie oft Weichmacher enthalten, die ihnen praktische Eigenschaften (z. B. leicht, formstabil, gut färbbar) verleihen und zu ihrer Flexibilität beitragen. Weichmacher enthalten häufig Bisphenol A (BPA). Diese chemische Verbindung soll oxidative Zersetzungsprozesse in Kunststoffen gezielt verlangsamen. Doch es gibt starke Hinweise auf die schädliche Wirkung von BPA auf die Gesundheit:

  • BPA besitzt eine östrogenähnliche Wirkung und beeinflusst den Hormonhaushalt.
  • Ein erhöhtes Risiko von Krebs, Entwicklungsstörungen, Fettleibigkeit und dem metabolischen Syndrom (verschiedene Erkrankungen, die oft zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen) wird vermutet.
  • BPA könnte zu Subfertilität, einer eingeschränkten Zeugungs- bzw. Empfängnisfähigkeit beitragen.
  • Höhere BPA-Konzentrationen im menschlichen Körper wurden mit einem vermehrten Auftreten von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung berichtet, wird BPA auch zur Herstellung von Epoxidharz (Kunstharz) genutzt, das häufig für die Innenbeschichtung von Trinkflaschen aus Aluminium und Metall verwendet wird. Beim Kauf solltest du deshalb unbedingt auf die Kennzeichnung „BPA-frei" achten. Noch besser ist der Hinweis „frei von Weichmachern" – so kannst du sicher sein, dass auch keine Alternativen zu BPA in deiner Trinkflasche enthalten sind.

Kunststoff

Kunststoffflaschen sind preiswert und besonders leicht. Darüber hinaus überzeugen sie durch ihre Verformbarkeit und hohe Bruchsicherheit. Sie sind auch für ruppige Gelände-Fahrten mit dem Mountainbike gut geeignet. Sollten sie beim Sport mal aus dem Halter oder in der Pause aus tollpatschigen Kinderhänden fallen, kann es dennoch ohne Beschädigungen weitergehen.

In puncto Umweltschutz sind nur wenige Plastikflaschen zu empfehlen. Die meisten bestehen aus Erdöl, einem begrenzten Rohstoff, der soziale und ökologische Probleme mit sich bringt.

Die meisten Kunststoffe lassen sich nur schwer recyceln. Nach Angaben des Umweltbundesamts liegt die Recyclingquote bei 58,5 Prozent. Eine große Menge an Plastik wird noch immer verbrannt.

Auch Umweltorganisationen wie die Deutsche Umwelthilfe oder Greenpeace betonen die Gefahr von Plastik: Durch die Produktion und Entsorgung entstehen hohe CO****-Emissionen , was den Klimawandel beschleunigt. Eine umweltfreundlichere Alternative stellen Flaschen aus bio-basiertem Kunststoff aus Zuckerrohr dar.

Weitere Nachteile liegen darin, dass nicht alle Plastikflaschen hohen Temperaturen standhalten und das Getränk, insbesondere bei günstigen Modellen, den Geschmack von Plastik annehmen kann.

Aluminium

Alu-Fahrradflaschen ähneln in Vor- und Nachteilen ihren Kolleginnen aus Plastik. Auch sie punkten mit Leichtigkeit und (je nach Modell) einem günstigen Preis. Sie können aber Dellen bekommen, wenn sie aus der Hand oder dem Flaschenhalter fallen.

In den Bereichen Gesundheit und Nachhaltigkeit schneidet Aluminium nicht so gut ab. Zwar liegt die Recyclingquote bei 80 Prozent, und theoretisch können Alu-Produkte immer wieder und ohne Qualitätsverlust recycelt werden. Praktisch geschieht das jedoch selten, womit das Material nicht besonders umweltfreundlich ist. Hinzu kommt, dass der kumulierte Energieaufwand und die Treibhausgasemissionen bei der Produktion hier im Vergleich zu anderen Materialien nach Angaben des Umweltbundesamts am höchsten ist. Aluminium erweist sich damit als echter Klima-Killer.

Auch aufgrund gesundheitlicher Bedenken sind Alu-Fahrradflaschen eher weniger zu empfehlen. Die orale Aufnahme wurde in Studien mit einer neurologischen Toxizität (Schädigung der Nerven) und einem erhöhten Risiko für Alzheimer in Verbindung gebracht. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung spricht sich dafür aus, Produkte aus Edelstahl vorzuziehen.

Edelstahl

Trinkflaschen aus Edelstahl sind robust und halten Wasser und andere Getränke lange kühl. Auch wird Edelstahl als gesundheitlich unbedenklich eingestuft, womit du mit einer Edelstahltrinkflasche als Begleiter wohl am besten, oder zumindest gesündesten, fährst.

Obwohl auch zur Produktion von Rohstahl viel Energie benötigt wird, erweisen sich Edelstahlflaschen mit als die nachhaltigste Trinkflaschenoption. Die Recyclingquote von Edelstahl und anderen Eisenmetallen liegt bei 80 Prozent. Aufgrund ihrer Robustheit und Langlebigkeit, sind sie aus ökologischer Sicht eher zu empfehlen als Alu- oder Plastikflaschen.

Als Nachteil ist das relativ hohe Gewicht zu nennen. Auch fallen solche Fahrradflaschen in Hinblick auf den Preis etwas schwerer ins Gewicht. Die Investition lohnt sich jedoch, da du lange Freude an einer solchen Fahrradflasche hast und du während der Fahrt ein kühles Getränk ohne gesundheitliche Bedenken genießen kannst.

Welches Material ist am nachhaltigsten?

Betrachtet man die Produktion der genannten Materialien, schneidet Aluminium am schlechtesten ab. Wie das Umweltbundesamt berichtet, liegen die Treibhausgasemissionen bei der Primärproduktion in Deutschland bei stolzen 15.246 Kilogramm pro Tonne. Bei Kupfer und Rohstahl liegen die Zahlen im Vergleich bei 3.985 bzw. 2.381 Kilogramm pro Tonne.

Die Recyclingquoten liegen für Plastik bei 58,5 Prozent, für Eisenmetalle und Alu bei jeweils 80 Prozent. Sowohl Plastik- als auch Edelstahlflaschen punkten zudem mit ihrer Robustheit, wobei solche aus Stahl auch hohen Temperaturen standhalten, Plastik dagegen sehr leicht ist.

Vor- und Nachteile der Materialien für Trinkflaschen im Überblick

Material der Fahrrad-Trinkflasche Vorteile Nachteile
Kunststoff
  • Leichtigkeit
  • Flexibilität und hohe Bruchsicherheit
  • günstiger Preis
    |
  • schwer zu recyceln
  • nicht immer hitzebeständig
  • nicht immer geschmacksneutral
  • gesundheitliche Bedenken
    |
    | Aluminium |
  • Leichtigkeit
  • günstiger Preis
    |
  • umweltschädlich
  • gesundheitliche Bedenken
    |
    | Edelstahl |
  • Robustheit und Langlebigkeit
  • Nachhaltigkeit
  • gesundheitlich unbedenklich
    |
  • höheres Gewicht
    |

Aufgrund ökologischer und gesundheitlicher Bedenken raten wir dir von Alu-Trinkflaschen ab. Wie wäre es stattdessen mit einer langlebigen und BPA-freien Flasche aus Edelstahl oder einer umweltfreundlichen Trinkflasche aus bio-basiertem Kunststoff?

Dann können wir dir guten Gewissens die Edelstahltrinkflasche "Camelbak Chute Mag Vacuum", die ihrem Namen ihrer Doppelwand-Vakuum-Isolierung zu verdanken hat, oder die "Vaude Bike Bottle Organic 750 ml" mit positiver Klimabilanz empfehlen.

Camelback Chute Mag Vacuum:

  • Material: Edelstahl
  • Fassungsvermögen: 350 ml, 600 ml, 800 ml, 1 oder 1,2 Liter
  • Doppelwand-Vakuum-Isolierung
  • BPA-frei
  • geschmacksneutral
  • Preis: Je nach Größe 27 bis 44 Euro

Vaude Bike Bottle Organic:

  • Material: bio-basierter Kunststoff aus Zuckerrohr
  • Fassungsvermögen: 750 Milliliter
  • Gewicht: 77,1 Gramm
  • BPA-frei
  • geschmacksneutral, kochbeständig und spülmaschinenfest
  • Preis: Je nach Modell fünf bis 13 Euro

Fassungsvermögen der Fahrradtrinkflasche

Das Fassungsvermögen deiner Trinkflasche solltest du an deine Fahrgewohnheiten und die Länge deiner Touren anpassen. Legst du mit dem Rad eher kürzere Strecken zurück, sind kleinere Flaschen mit einem geringeren Fassungsvermögen besser geeignet, da sie handlich und leicht sind. Bei sehr kleinen Rahmen passen häufig nur kleine Flaschen in den Halter, wenn dieser am Unter- oder Sattelrohr sitzt.

Bist du auf längeren Touren unterwegs und weißt nicht, wann sich die nächste Möglichkeit zum Wiederauffüllen ergibt, solltest du dich für eine größere Trinkflasche entscheiden oder sogar mehrere im Gepäck haben. Auch Radfahrer mit sportlichen Ambitionen brauchen mehr Flüssigkeit, um den Wasserverlust auszugleichen und eine Dehydrierung zu vermeiden.

Gewicht der Fahrradtrinkflasche

Um die Fahrt nicht unnötig zu erschweren, solltest du zu einer leichten Trinkflasche greifen. Modelle aus Plastik oder Aluminium wiegen vergleichsweise wenig. Dennoch sollte das Gewicht nicht das alleinige Auswahlkriterium sein. Soll das Getränk auf deiner Tour möglichst lange kalt bleiben, ist eine doppelwandig isolierte Fahrradflasche mit höherem Gewicht eher zu empfehlen als eine leichte einwandige Flasche.

Das Fliegengewicht unter den Fahrradtrinkflaschen mit einem Fassungsvermögen von 550 ml ist die Trinkflasche Fly von Elite. Mit einem Gewicht von nur 54 Gramm ist sie nach Herstellerangaben die leichteste Trinkflasche der Welt. Darüber hinaus werden auch größere Versionen mit einem Fassungsvermögen von 750 ml und 950 ml oder Thermosflaschen angeboten. Der Preis liegt je nach Produktlinie und Größe zwischen vier und neun Euro.

Ebenfalls sehr leicht sind die Fahrradflaschen "Bike Bottle Organic" von VAUDE mit einem Fassungsvermögen von 750 Millilitern und einem Gewicht von 77 Gramm und die "Camelbak Podium 620 ml" sowie ihr großer Bruder, die "Camelbak Podium 710 ml", mit einem Gewicht von 73 bzw. 77 Gramm und einem Preis von etwa 13 Euro.

Fahrradtrinkflaschen mit und ohne Flaschenhalter

Achte bei der Wahl deiner Trinkflasche darauf, ob ein Flaschenhalter mit inbegriffen ist. Ist dein Fahrrad bereits mit einem Trinkflaschenhalter ausgerüstet, sollte die neue Flasche dort möglichst hineinpassen. Bei Trinkflaschen für den Radsport gibt es zwei genormte Größen. Die meisten Fahrradflaschen verfügen über einen standardisierten Durchmesser von 74 Millimetern. Darüber hinaus gibt es Modelle mit einem Durchmesser von 66 Millimetern, die für schmalere Flaschenhalter geeignet sind.

Ist dein Fahrrad noch nicht mit einem Trinkflaschenhalter ausgestattet, erweisen sich Angebote, die eine Trinkflasche und einen dazugehörigen Halter beinhalten, oft als günstiger. Hier kannst du sicher sein, dass der Flaschenhalter an die Größe deiner Trinkflasche angepasst ist.

In jedem Fall solltest du darauf achten, dass der Flaschenhalter deinem Bike, Fahrverhalten und deiner Abenteuerlust gerecht wird. Das gilt vor allem beim Sport. Der Halter sollte die Flasche trotz aller Holprigkeiten nicht verlieren. Ein schlichtes, leichtes Modell aus verstärktem Carbon, dem du diesen Job zum Beispiel anvertrauen könntest, ist der "SKS Dual Carbon Flaschenhalter".

Eine Alternative stellen Modelle wie die "Twist Bottle 590" von Fidlock mit magnetisch-mechanischem Halter dar. Diese Trinkflasche hat einen Magneten, der automatisch zuschnappt, sobald man sie nah genug an die Halterung hält. Ein genaues Zielen ist nicht notwendig, sodass du die Twist Bottle während der Fahrt problemlos bedienen kannst.

Ein Flaschenhalter ist in vielen Fällen zu empfehlen, aber nicht zwingend notwendig. Wer nicht gerade ein Mountainbike oder ein Rennrad fährt, lieber gemütliche Touren macht und zum Trinken ohnehin anhält, kann die Trinkflasche auch im Rucksack oder Fahrradkorb transportieren.

Handhabung der Fahrradtrinkflasche

Fahrradtrinkflaschen sollten nicht nur sicher in ihrem Halter sitzen – im Idealfall kannst du sie "im Blindflug" und ohne Anhalten verwenden. Eine intuitive Bedienung reduziert die Unfallgefahr.

Dazu gehört auch, dass du die Trinkflasche schnell aus der Halterung nehmen und gut in den Händen halten kannst. In Bezug auf Alu- und Edelstahlflaschen sind Modelle mit angerauter Oberfläche zu empfehlen, da sie sich besser greifen lassen.

Trinkflaschen mit Trinkstutzen und Push-Pull-Saugverschluss lassen sich während der Fahrt bequem mit einer Hand bedienen, mit dem Mund öffnen und schließen und (fast) nichts daneben gehen. Eine solche Flaschenöffnung ist vor allem bei Kunststoffflaschen zu finden.

Es gibt aber auch Modelle aus Aluminium und Edelstahl, die über einen Trinkstutzen verfügen und zum einhändigen Trinken geeignet sind, wie die Edelstahl-Trinkflasche von WildStage. Gemütliche Radfahrer, die zum Trinken anhalten, können von einem Trinkstutzen oder einem Saugverschluss absehen und genauso gut zu einer Flasche mit Drehverschluss greifen.

Ebenso wichtig ist es (vor allem, wenn du dein Getränk im Rucksack transportierst), dass die Flasche dicht ist und die Flüssigkeit während der Radtour nicht ausläuft. Oft sind schlecht verarbeitete Gummidichtungen für "Lecks" verantwortlich.

Hier fährst du mit Flaschen mit Saugverschlüssen und hochwertigen Edelstahlflaschen mit Dichtungen, die gut sitzen, für gewöhnlich am besten. Wir empfehlen, auch spülmaschinenfeste Flaschen per Hand zu reinigen, um sensible Partien zu schonen.

Trinkflaschen und Flaschenhalter für E-Bikes

Da E-Bikes meist mehr wiegen als unmotorisierte Fahrräder und oft mit allerlei Zubehör ausgestattet sind, sind hier kompakte und leichte Flaschenhalter empfehlenswert. Sitzt der Akku auf dem Unterrohr, ist eine Oberrohr-Lösung sinnvoll.

Wer viele Gadgets besitzt und immer flexibel sein möchte, fährt mit dem SKS „Flaschenhalter Anywhere" am besten. Er lässt sich überall dort am Rahmen anbringen, wo keine Bohrungen vorhanden sind.