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Handzeichen: So kommuniziert ihr beim Fahren in der Gruppe

Handzeichen: So kommuniziert ihr beim Fa...

23.04.2021 - Update: 16.06.2021

Handzeichen: So kommuniziert ihr beim Fahren in der Gruppe

Ausgedehnte E-Bike-Ausflüge mit der Familie, mit Freunden zusammen Sport machen oder das gemeinsame Training auf dem Rennrad: In der Gruppe macht das Fahren mit dem Fahrrad manchmal einfach mehr Spaß. Damit es nicht zu Missverständnissen und du mit deinen Begleitern sicher ans Ziel kommst, müsst ihr euch ohne Worte verstehen.

Wir zeigen dir, welche Handzeichen du kennen solltest und was sie bedeuten. So bist du beim (Rennrad-)Fahren in der Gruppe für alle Eventualitäten gewappnet und kannst Missstimmung beim nächsten Familienausflug vorbeugen.

In der Gruppe unterwegs

Seit der Nouvelle der Straßenverkehrsordnung im Frühjahr 2020 dürfen Radfahrer grundsätzlich zu zweit nebeneinander fahren, wenn sie andere Verkehrsteilnehmende nicht behindern.

Ab 16 Radfahrern darf eure Gruppe gemäß § 27 StVO Absatz 1 einen geschlossenen Verband bilden. In einem solchen dürft ihr auch nebeneinander fahren, es gelten aber zudem noch ein paar besondere Reglungen für euch. So seid ihr zum Beispiel von der Radwegebenutzungspflicht ausgenommen.

Doch egal, ob ihr zu viert oder zu sechzehnt unterwegs seid: Wenn du und deine Mitfahrer sich an die folgenden Hinweise halten und die bekannten Handzeichen nutzen, macht das die Fahrt sicherer.

Ein Gruppenmitglied muss die Kolonne führen und hat dafür zu sorgen, dass sich die Gruppe an die allgemeinen Verkehrsregeln und Sonderregelungen hält. Außerdem weist er die anderen Teilnehmer auf die nächsten Schritte, aber auch auf Hindernisse auf der Fahrbahn, unerwartete oder gefährliche Situationen hin. Die Kommunikation innerhalb der Gruppe erfolgt durch Handzeichen.

Die wichtigsten Handzeichen für Radfahrer

Damit ihr auf eurer Strecke gemeinsam gut vorankommt und die Tour reibungslos verläuft, solltet ihr auf dem Fahrrad Handzeichen nutzen, um euch zu verständigen und den nächsten Schritt klar zu kommunizieren.

Abbiegen

Dieses Zeichen sollte jeder Radfahrer kennen: Um die anderen Verkehrsteilnehmer auf einen Abbiegevorgang hinzuweisen, streckst du deinen Arm in die entsprechende Richtung aus – und zwar immer ein gutes Stück vor der Kurve oder dem Überholen, damit sich die anderen Verkehrsteilnehmer und insbesondere Autofahrer in Ruhe auf deine Aktion vorbereiten können.

Langsamer werden

Bewegt der Anführer seine Hand parallel zum Boden auf- und abwärts, soll die Gruppe langsamer werden. So kann er die anderen Fahrer auf eine Pause oder einen Stopp an der Ampel vorbereiten oder die Geschwindigkeit reduzieren, wenn es die Situation erfordert.

Anhalten

Hält der Fahrer vor dir die Hand nach oben, kündigt er einen Stopp an. Dann solltest du deine Geschwindigkeit verringern, sanft bremsen und langsam anhalten. Gib das Zeichen nach hinten weiter und weise die damit auch die folgenden Gruppenmitglieder auf deinen Bremsvorgang hin.

Hindernis am Straßenrand, ausweichen

Schwenkt dein Vordermann mit der ganzen Hand hinter den Rücken, befindet sich ein Hindernis am Straßenrand, das umfahren werden muss. Prinzipiell erfolgt der Schwenk immer mit der Hand, auf deren Seite sich das Hindernis befindet. Der Fahrer vor dir wird meist die rechte Hand hinter den Rücken schwenken, um dich zum Beispiel auf ein parkendes Auto hinzuweisen.

Hindernis auf der Fahrbahn

Zeigt dein Vordermann mit einem Finger zum Boden, befindet sich ein Hindernis oder ein Schlagloch auf der Fahrbahn. Hält er seine flache Hand parallel zum Boden, nähert ihr euch einem flächigen Hindernis. Dann solltest du den Boden im Blick behalten und ausweichbereit sein.

In Einer- oder Zweierreihe wechseln

Zeigt der Gruppenleiter mit einem Finger nach oben, kündigt er den Wechsel in eine Einerreihe an. Fährst du in einer Einserreihe und er hält zwei Finger in die Luft, wechselt deine Gruppe wiederum in eine Zweierreihe. Deine Aufgabe ist es, dich einzuordnen und das Signal an die anderen Fahrer weiterzugeben. 

Führung wechseln

Dieses Zeichen ist vor allem beim Rennradfahren wichtig, denn durch das „Kreiseln“ bist du nur eine Zeit lang vorn, im Wind, und kannst dich dann zurückfallen lassen und dich im Windschatten ausruhen. So sind höhere Tempi möglich.

Das Zeichen für „Führung wechseln“ bringt aber auch bei gemütlichen Fahrten mit Freunden etwas Abwechslung ins Spiel. Zeigt die Nummer Eins mit einem Finger in die Luft und macht dabei Kreisbewegungen, geht er aus der Führung. Dann fährt er zur Seite, lässt sich nach hinten fallen und reiht sich hinten in der Schlange ein. Der oder die Fahrer an der zweiten Position übernehmen die Führung. 

Der richtige Abstand

Beim Fahren in der Gruppe solltest du mindestens eine Radlänge Abstand zum Vordermann halten. Fahrt ihr jeweils zu zweit nebeneinander, musst du unbedingt auch auf einen angemessenen Abstand zu deinem Nebenmann achten. Gleichzeitig solltest du den Abstand zu den anderen Rädern nicht zu groß werden lassen. Sonst zieht sich die Gruppe unnötig in die Länge, was anderen Verkehrsteilnehmern wie Autos das Überholen schwer macht.

So kriegt ihr gemeinsam die Kurve

Bei der Fahrt in eine Kurve müssen alle Fahrer ihre gewählte Linie halten und ihr Tempo entsprechend anpassen. Damit sich die Schlange nicht ewig auseinanderzieht, sollten die Vorderen nicht trödeln, nach der Kurve aber auch nicht zu schnell antreten, da die Hinteren bremsen müssen, um die Biegung zu nehmen und sonst nicht nachkommen oder wie wild in die Pedale treten müssen, um den Anschluss nicht zu verpassen.

Tipp: Ist deine Gruppe als geschlossener Verband unterwegs, müsst ihr beim Abbiegen an der Ampel darauf achten, dass der Verband geschlossen bleibt. Fahren die Ersten bei Grün los und die Ampel springt auf Rot, müssen die restlichen Radler folgen.

Regeln für die Fahrrad-Gruppe: Was gibt es sonst zu beachten?

Mit diesen abschließenden Tipps bist du für gemeinsame Touren auf dem Rennrad, das Training in der Gruppe oder Ausflüge mit mehreren Leuten bestens gewappnet.

  • Aufstehen: Wenn du aus dem Sattel in den Wiegetritt gehen willst, solltest du dich vergewissern, ob du genug Abstand zu deinem Hintermann hast. Beim Aufstehen schiebt sich das Fahrrad etwas nach hinten. Fährt der nächste Radler direkt hinter dir und du stehst auf, touchieren die Reifen und er stürzt. Schaue dich kurz um und schalte, um deinen Nachfolger auf dein Vorhaben aufmerksam zu machen.
  • Bremsen: In der Gruppe solltest du niemals plötzlich stark bremsen oder anhalten. Achte auf einen ausreichenden Abstand und signalisiere deinem Hintermann, dass du bremsen willst. Sonst könntest du eine Kettenreaktion auslösen und schnell liegt die ganze Kolonne flach.
  • Handzeichen weitergeben: Auch wenn meist nicht nur das zweite und dritte Gruppenmitglied, sondern auch die hinteren Radler die Zeichen des Gruppenleiters sehen können, solltest du Handzeichen immer nach hinten weitergeben.
  • Kommunikation ist das A und O: Während man sich auf dem Rennrad meist einig ist, was die Handzeichen angeht, solltest du diese vor gemeinsamen Ausflügen kurz mit deinen Freunden oder deiner Familie absprechen.