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E-Bike-Akku-Reparatur

E-Bike-Akku-Reparatur

20.04.2021 - Update: 19.08.2021



Die teuerste Komponente am E-Bike ist in der Regel der Akku. Leider ist er gleichzeitig auch das anfälligste Teil am E-Bike. Darüber hinaus verlieren alle Akkus im Laufe der Jahre merklich an Reichweite. Sobald der Akku stark nachgelassen hat oder nicht mehr funktioniert, stehst du vermutlich vor der Frage, ob du dir einen neuen E-Bike-Akku kaufen oder den bestehenden reparieren lassen solltest. Du fragst dich, wann eine Reparatur und wann der Austausch günstiger ist. Müssen es im Falle des Neukaufs unbedingt Originalteile sein oder lohnt es sich No-Name-Produkte zu kaufen? Was solltest du bei der Reparatur beachten, um nicht über den Tisch gezogen zu werden?

Welche Schäden treten bei E-Bike-Akkus auf?

Akkus jedes Herstellers verlieren mit der Zeit an Ladekapazität. Die meisten Hersteller geben an, dass bei den ersten 500 – 1000 Ladezyklen mit keiner großen Veränderung zu rechnen ist. Danach lässt die Reichweite aber nach. Nach vier bis fünf Jahren ist dieser Verschleiß in der Regel merklich zu spüren. Es hängt allerdings auch von der Art und Weise der Nutzung ab, wie fit der Akku nach dieser Zeit noch ist. 

Ist der Akku tiefenentladen, reichen die Impulse des Ladegeräts nicht immer aus, um das Zellmaterial aufzuladen. Händler haben spezielle Geräte dafür, den Akku am Pedelec wieder in Gang zu bringen. Tiefenentladungen solltest du jedoch unbedingt vermeiden, weil sie nachhaltige Schäden am E-Bike-Akku mit sich bringen können.

Der Aufbau des E-Bike-Akkus

Wenn du den Akku immer häufiger laden musst oder der Motor nicht mehr richtig mitzieht, können dies Zeichen für einen beschädigten Akku sein. Dies gilt auch wenn das E-Bike sogar ab und zu komplett aussetzt. In diesen Fällen gibt es, neben äußeren Schäden, drei Komponenten im Akku, bei denen am häufigsten Fehler auftreten. Eine ist das Batterie-Management-System (BMS), welches das Aufladen und gleichmäßige Entladen steuert. Das BMS ist in der Regel eine Platine, die mit allen Zellen des Akkus verschaltet ist.

Die Zellen sind die zweite wichtige Komponente des Akkus. Bei den meisten E-Bikes werden Rundzellen verwendet. Sie sehen übergroßen Batterien sehr ähnlich und lassen sich einfach im Gehäuse schichten. In einigen älteren Modellen werden noch prismatische Lithium-Ionen-Zellen verwendet. Lithium-Ionen-Rundzellen haben sich allerdings bei fast allen E-Bikes durchgesetzt.

Damit das BMS alle Teile des Akkus steuern kann und gleichmäßig Strom abgegeben wird, sind alle Komponenten des Akkus miteinander verdrahtet. Sind die Kabel und Drähte nicht mehr miteinander verbunden, ist der E-Bike-Akku meist nicht mehr funktionstüchtig.

In den meisten Fällen funktioniert jedoch das BMS nicht mehr. Es treten in der Folge Probleme beim Laden auf, der Akku hat immer wieder Aussetzer oder reagiert nicht mehr. Die häufigste Ursache für ein defektes BMS ist der Versuch, einige fehlerhafte Zellen auszugleichen.

Wie jedes Gerät kann ein E-Bike-Akku auch von außen beschädigt sein. In diesen Fällen solltest du das E-Bike nicht mehr benutzen oder aufladen, da akute Brandgefahr durch Selbstentzündung besteht. Du solltest umgehend eine Werkstatt aufgesuchen. Falls sich die Batterie entzündet, löschen Sie diesen Brand nie mit Wasser, sondern besser mit Sand oder einer Decke.

Defekter Akku: Ersatz oder Reparatur?

Die teuerste Komponente am E-Bike ist in der Regel der Akku. Wenn dieser stark an Leistung nachgelassen hat oder gänzlich funktionsunfähig ist, sehen sich die meisten E-Biker einer schwierigen Entscheidung gegenüber. Soll der E-Bike-Ersatzakku ein Original werden, ist eine Akkureparatur das sinnvollste oder wird es am Ende lieber doch das günstige No-Name-Produkt?

Die Empfehlung von Herstellern wie Bosch ist es, einen E-Bike-Akku immer mit einem Originalteil zu tauschen. Sie argumentieren damit, dass die Abstimmung zwischen Motor und E-Bike-Akku nur gewährleistet werden kann, wenn dieser nicht verändert oder durch einen preisgünstiges No-Name-Produkt ausgetauscht wird. Zusätzlich würde die gesamte Garantie für das Fahrrad hinfällig werden. Ein Originalakku kostet etwa 500 bis 600 Euro.

Eine verlässliche Prüfung der Aussage, dass nur Originalakkus einwandfrei funktionieren ist jedoch nicht möglich, da es zu wenige Untersuchungen für die einzelne Akkutypen und Motoren gibt. Darüber hinaus gibt es für diese Komponenten jährlich Upgrades, die Langzeituntersuchungen nur schwer möglich machen. Testergebnisse von über vier Jahre alten Akkus, sind beim Kauf nicht sehr aussagekräftig, da sich die Technik ständig erneuert und verändert. Am Ende stehen hier also die Aussagen der Hersteller der Originalteile denen der preiswerten No-Name-Akkus gegenüber.

Preiswerte und ökologisch nachhaltigere Alternative: die Reparatur

Eine kostengünstige Alternative zum Neukauf ist die Reparatur. Auch ihr begegnen viele Hersteller mit Kritik, sie argumentieren, dass ihre Komponenten fein aufeinander abgestimmt seien und jeglicher Eingriff dieses Gefüge aus dem Takt bringen könne. Dem gegenüber stehen viele Werkstätten, die geprüft und erfolgreich E-Bike-Akkus reparieren.

Diese Reparaturen sind dabei nicht nur preiswerter, sondern auch ökologisch nachhaltiger. Schließlich werden nur die Komponenten ausgetauscht, die wirklich kaputt sind. Dafür werden zunächst alle Komponenten und Verdrahtungen überprüft. Daraufhin findet eine Rücksprache inklusive Kostenvoranschlag mit den Haltern der E-Bikes statt, bevor die eigentliche Reparatur beginnt. Nach Absprache können hierbei auch Batterien mit mehr Kapazität eingebaut werden.

Das liegt daran, dass die meisten modernen Akkus in der Regel abwärtskompatibel sind. Das bedeutet, dass bei gleichbleibender Spannung beispielsweise ein 250 Wh- mit einem 500 Wh-Akku ersetzt werden kann. Die Pedelecs können so deutlich an Reichweite gewinnen. Ob das bei dem eigenen E-Bike möglich ist, kannst du einfach im Fachhandel für Fahrräder oder im Gespräch mit der Werkstatt herausfinden.

Für die optimale Lösung beim eigenen Fahrrad empfiehlt es sich immer, im Fachhandel und bei speziellen Werkstätten um Rat zu fragen. Vor Ort können auch die Informationen des Akkus ausgelesen werden. So kannst du erfahren, wie viele Ladezyklen das E-Bike durchlaufen hat und ob das BMS noch intakt ist. Darüber hinaus hilft die Expertise dabei, einzuschätzen, welche Option für das eigenen Pedelec die sinnvollste ist.

Wir aus der Bikes.de-Redaktion haben eine große Leidenschaft: Fahrräder. Und diese Leidenschaft wollen wir mit dir teilen. Daher sind wir immer auf der Suche nach neuen, spannenden und relevanten Themen rund ums Rad, die dir Information und Orientierung bieten – und vor allem jede Menge Lust aufs Radfahren machen sollen. Viel Spaß beim Lesen!