Fahrradteile

Klickpedale – mehr Power aufs Pedal

Klickpedale – mehr Power aufs Pedal

28.04.2021 - Update: 16.06.2021

Klickpedale ermöglichen eine enge Verbindung zwischen dir und deinem Bike. Dazu gibt es spezielle Schuhplatten (Cleats), die du an Bike-Schuhe schraubst. Trittst du auf das Pedal, rasten die Cleats mit einer leichten Bewegung nach vorne ein – das Prinzip funktioniert ähnlich wie bei Skibindungen.

Während Klickpedale für Personen, die ihr Bike eher für Alltags-Zwecke nutzen, nicht so wichtig sind, bringen sie für Sportler einige Vorteile: Klickpedale können deinen Vortrieb erhöhen, da du deine Kraft in jeder Phase der Pedalumdrehung effektiv aufs Rad übertragen kannst: Du drückst das Pedal nicht nur herunter, du ziehst es auch wieder hoch. Diese bessere Kraftübertragung macht sich vor allem im Wiegetritt und am Berg bemerkbar.

Nicht umsonst sind auch die Profis bei der Tour de France oder dem Giro d' Italia mit Klickpedalen unterwegs. Nachdem Look 1984 die ersten Klickpedale auf den Markt gebracht hatte, zeigte sich bereits ein Jahr später, was mit ihnen möglich ist – Bernard Hinault belegte mit den innovativen Pedalen den ersten Platz der Tour de France 1985.

Welche Systeme gibt es?

Um Klickpedale zu nutzen brauchst du die passenden Cleats und Bike-Schuhe. Es gibt verschiedene Systeme, die untereinander nicht immer kompatibel sind. Pedalsysteme für Mountainbike, Trekkingrad und E-Bike haben meist eine Zwei-Loch-Gewinde, das SPD-System von Shimano ist eines der bekanntesten. Klickpedale und Schuhe für Rennradfahrer nutzen hingegen meist Systeme mit drei oder vier Gewinden.

Shimano SPD

Shimano SPD-Pedale (Shimano Pedaling Dynamics) erleichtern die Kraftübertragung bereits seit 30 Jahren und sind für Mountainbikes, Gravelbikes und Trekkingräder geeignet. Die Cleats verfügen über zwei Löcher, bestehen aus Metall und überzeugen mit ihrer Robustheit.

Die Kontaktfläche zwischen Pedal und Cleat ist etwas kleiner als die spezifischer Rennradpedale. Dafür ist der Körper der Shimano SPD-Pedale so konzipiert, dass kein Schlamm hängenbleibt, womit sie ideal für Fahrten im Gelände geeignet sind.

Einsatzbereich: MTB, Cyclocross, Touren

Mit SPD-SL (Shimano Pedaling Dynamics super light) hat Shimano leichte Klickpedale im Angebot, die speziell für die Anforderungen von Rennradfahrern entwickelt wurden. Der Hauptunterschied zum SPD-System ist, dass die Trittfläche deutlich größer ist. Dadurch ergibt sich eine breitere Kontaktfläche zwischen Pedal und Cleat, was eine höhere Kraftübertragung möglich macht.

Rennrad-Klickpedale zielen auf eine perfekte und damit starre Verbindung zu den Pedalen ab, dennoch lassen einige Hersteller und auch Shimano eine gewisse Bewegungsfreiheit (Float) zu. Der Float gibt an, bis zu wieviel Grad du den Schuh bewegen und drehen kannst, ohne den Halt verlieren. Die Schuhplatten von Shimano sind in drei verschiedenen Farben erhältlich, die jeweils eine andere Float-Stufe (null, zwei oder sechs Grad) angeben.

Einziger Nachteil: Mit den dazugehörigen Rennrad-Cleats von Shimano oder ähnlichen Modellen wirst du nicht problemlos umherlaufen können. Die (nicht ganz ernstgemeinte) Lösung: Rauf aufs Bike, die Fahrt genießen und am besten erst im Ziel einen starken Abgang hinlegen.

Einsatzbereich: Rennrad

Look

Nachdem Look 1984 mit dem ersten Klickpedal Pionierarbeit geleistet hatte, machte Bernard Hinault mit ihnen nur ein Jahr später das Rennen bei der Tour de France. Nachdem auch 1986 Greg LeMond und Bernard Hinault mit Look-Pedalen den ersten und zweiten Platz abräumen konnten, erfreuten sie sich insbesondere unter Rennradfahrern und Triathleten schnell größter Beliebtheit. Heute versorgt Look alle Bereiche – vom Rennrad, Gravel- und Mountainbike über Urban- und Trekkingbike bis hin zum E-Bike. Im Sortiment lassen sich sowohl Klickpedale, Kombipedale und seit 2020 auch Flatpedals finden.

Einsatzbereich: Rennrad (Look Keo), MTB (Look Quartz), Gravel (Look X-Track), Trekking (Look Geo Trekking), E-Bike (Look Keo, X-Track)

Speedplay

Seit die ersten Speedplay-Pedale 1989 auf den Markt kamen, begeistern sie mit ihrer unverkennbaren Form eines Lollis viele Rennrad- und mittlerweile auch Mountainbikefahrer. Das primäre Designziel von Speedplay ist, Klickpedale zu entwickeln, die benutzerfreundlich sind. Die Rennradpedale arbeiten zwar mit dem Vier-Loch-System, bei einigen Varianten wie den Zero-Pedalen ist aber eine Adapterplatte dabei, mit der man die Cleats auch auf Schuhen im Drei-Loch-Design befestigen kann. Die MTB-Pedale verfügen über eine SPD-kompatible Bohrung. Radfahrer, die auch zu Fuß eine gute Figur abgeben wollen, sind mit den Walkable Cleats an der richtigen Adresse.

Einsatzbereiche: Rennrad (Speedplay Zero, Ultralight, Frog) und MTB (Speedplay SYZR)

Crankbrothers

Seit 1997 mischt Crankbrothers die Mountainbike-Welt auf. Das Unternehmen aus Kalifornien hat sich aufs Gelände spezialisiert und bietet Pedale, Räder, Sattelstützen, Pumpen, Werkzeuge und Zubehör fürs Mountainbike an. Dabei werden alle Disziplinen bedient: Ob Downhill, Enduro oder Cyclocross – hier erwartet dich eine breite Auswahl an Klickpedalen.

Einsatzbereich:MTB

Wendepedale

Diese praktische Lösung stellt dir zugleich Plattform- und Klickpedale bereit. Damit bist du für alle Situationen gewappnet und kannst die Pedale sowohl im Alltag für schnelle Fahrten zum nächsten Supermarkt oder den Weg zur Arbeit, aber auch für lange Touren und sportliche Fahrten nutzen. Damit bietet das Wendepedal (auch Kombipedal) das höchste Maß an Flexibilität. Eine interessante Option für alle, die ihr Bike für verschiedenste Zwecke nutzen oder sich einfach nicht festlegen wollen.

Einen Nachteil bringt die wandelbare Variante jedoch mit: Bleibst du im Stop-and-go-Verkehr öfter mal stecken, kann es passieren, dass du beim Wiederaufsteigen mit Blick nach unten erst mal die richtige Pedalseite suchen musst. Im hektischen Stadtverkehr oder in Situationen, die fahrtechnisch etwas anspruchsvoller sind, wirkt sich das nicht gerade positiv auf den Fahrkomfort oder die Sicherheit aus.

Einsatzbereich: Alltägliche und sportliche Fahrten

Magnetpedale

Noch nicht lange auf dem Markt sind Magnetpedale. Sie versuchen, die Vorteile von Flat- und Klickpedalen zu kombinieren. Will man diese Neuheit einordnen, kann man sie wohl am ehesten als Flatpedals mit Unterstützung bezeichnen. An ihnen ist ein Magnet montiert, über den sich die Pedale mit den Metallcleats am Schuh verbinden lassen. Dabei stehen dir verschiedene Stärken (100 bis 200 Newton) zur Auswahl.

Als gelungene Alternative zu Klickpedalen sind Magnetpedale insbesondere für Radfahrer interessant, die sich nicht an Klickpedale gewöhnen können oder sich mit ihnen einfach unwohl fühlen. Magnetische Konzepte gibt es fürs Rennrad, Mountain- und Gravelbike, mit Cleats für den SPD-Schuh oder den 3-Loch-Rennradschuh, mit Stahlachse oder extraleichter Titanachse. Derzeit stehen sie bei magped und ab Frühjahr 2021 auch bei Hustle im Programm.

Welche Pedale eignen sich für Einsteiger?

Eine geringe Auslösehärte und ein geringer Ausstiegswinkel erleichtern den anfänglichen Umgang mit Klickpedalen. Verschiedene Hersteller bieten spezielle Pedalkonzepte an, die sich an Einsteiger richten und das Ein- und Aussteigen erleichtern. Bei den CLICK'R-Pedalen von Shimano ist die Kraft, die du zum Ein- bzw. Ausklicken benötigst, nach Herstellerangaben um 60 bzw. 62 Prozent geringer. Damit sinkt die Gefahr, nicht aus dem Pedal herauszukommen.

Neben Pedalen, die mit einer geringen Auslösehärte und einem geringen Ausstiegswinkel überzeugen, eignen sich prinzipiell auch Modelle für Einsteiger, bei denen sich die Auslösehärte individuell einstellen lässt. Dazu gehören die Klickpedale PD-M520 von Shimano oder die Classic-Pedale von Look. Allgemein bieten sich SPD-Klickpedale für Anfänger an, da sie sich besonders weich einstellen lassen und dank versenkter Cleats auch zum Laufen geeignet sind.

Das passende Zubehör: Cleats und Bike-Schuhe

Zu den jeweiligen Klickpedalen braucht es die passenden Cleats und Bike-Schuhe. Vor der ersten Fahrt musst du alles ordentlich montieren und einstellen: Pedale am Bike anbringen, Schuhe anpassen und die Cleats ausrichten. Radfahrer, die noch keine Erfahrung mit Klickies haben, lassen Pedale, Schuhplatten und Schuhe am besten von einem Fachmann im Radgeschäft einrichten. Insbesondere bei den Cleats kann es sonst zu Problemen kommen, da sie sich in einer anatomisch neutralen Position befinden sollten. Das heißt: Die Position am Schuh sollte an deine Bein- und Kniestellung angepasst werden, um Fehlbelastungen und Schmerzen zu verhindern.

Wie gewöhnt man sich am besten an Klickpedale?

Zugegeben: Das erste Mal mit Klickpedalen zu fahren kann ganz schön frustrierend sein. Unsere Tipps helfen dir bei der Eingewöhnung.

Bevor du mit deiner neuen Errungenschaft die Straßen unsicher machst, solltest du das Ein- und Ausklicken auf einer Wiese oder an einer Parkbank üben. Zu Beginn kannst du die Kraft, die du zum Ausklicken benötigst per Inbus möglichst niedrig einstellen, sodass du leichter aus den Pedalen kommst. Dann kannst du die Auslösehärte langsam, aber sicher erhöhen. Willst du deine Füße während der Fahrt vom Pedal lösen, empfiehlt es sich, immer auf derselben Seite zuerst auszuklicken. Diese Routine hilft dir dabei, den Bewegungsablauf schneller zu verinnerlichen.

Endlich im Straßenverkehr unterwegs, solltest du deine Schuhe zu Beginn immer mit etwas zeitlichem Spielraum aus- und wieder einklicken. Fährst du auf eine Ampel oder Kreuzung zu, solltest ausklicken, sobald du weißt, dass du gleich anhalten musst. Es ist sicherer, ein paar Meter mit nicht-eingeklicktem Fuß zu fahren, als im Verkehr plötzlich umzufallen. Beim Losfahren kannst du mit einem Fuß bereits eingeklickt sein, und so lostreten – das gibt dir genügend Schwung um in Ruhe mit dem zweiten Fuß einzuklicken.

Fazit

Klickpedale, Cleats und der passende Schuh bringen dir mehr Power und Spaß beim Biken. Dabei solltest du darauf achten, dass die Pedale für deinen Einsatzzweck geeignet und die Schuhe kompatibel sind und dich langsam an die feste Verbindung zwischen dir und deinem Bike gewöhnen. Wer das geschafft hat, der mag Klickies an seinem Bike meist nicht mehr missen.