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Fahrradteile

Das Fahrradpedal: Typen, Unterschiede und Funktion

Das Fahrradpedal: Typen, Unterschiede un...

27.04.2021 - Update: 05.08.2021



Fahrradpedale sind, neben Lenker und Sattel, eine der drei Kontaktstellen zwischen Mensch und Bike. Mittels der Pedale überträgst du Kraft auf den Antrieb. Dadurch bringst und hältst du das Fahrrad in Bewegung.

Diese Funktion haben alle Fahrradpedale gemeinsam. Abgesehen davon gibt es aber ganz verschiedene Pedaltypen, die sich teils deutlich unterscheiden – sowohl optisch als auch in ihrer Funktionsweise.

Durch diese Vielfalt ist die Chance groß, dass du ein für dich und deine Ansprüche passendes Fahrradpedal findest. Wie die unterschiedlichen Modelle aussehen, funktionieren und wofür sie sich eignen, erfährst du hier.

Fahrradpedale: welche Typen gibt es?

Gibst du den Begriff „Fahrradpedale" in die Google-Bildersuche ein, erscheint ein riesiges Sammelsurium unterschiedlicher Modelle. Manche sind flächig und glatt, andere haben kleine Metallpins auf der Aufstandsfläche, wieder andere sind mit einer Aufnahme versehen, in die sich spezielle Radschuhe einrasten lassen.

Zugegeben, diese Masse unterschiedlicher Möglichkeiten, kann einen ganz schön erschlagen. Schaust du aber etwas genauer hin, wirst du feststellen, dass zwar jeder Anbieter seinen Pedalen einen charakteristischen Look verpasst, sich die Fahrradpedale aber in puncto Funktionsweise in vier Kategorien einteilen lassen:

  • Blockpedale
  • Plattformpedale
  • Klickpedale
  • Hybridpedale

Blockpedale

Diese Fahrradpedalgattung ist der Klassiker. Blockpedale sind Pedale mit flacher, lediglich leicht strukturierter Oberfläche , um selbige rutschfester zu machen. Häufig sitzt vorn und hinten ein Reflektor.

Für welchen Fahrradtyp: Blockpedale kommen oft bei Citybikes zum Einsatz und lassen sich mit ganz normalen Straßenschuhen fahren.

Vorteile:

  • einfach in der Handhabung
  • robust
  • günstig

Nachteile:

  • keine optimale Kraftübertragung (fehlender Klickmechanismus)
  • schwer

Plattformpedale

Diese Variante hat eine große Aufstandsfläche, die den Fuß sicher aufliegen lassen und den Druck auf die Fußsohle flächig verteilen soll. Plattformpedale sind für gewöhnlich aus robustem Material gefertigt, zum Beispiel Stahl oder Aluminium.

Oft haben sie auf der Aufstandsfläche zudem kleine Metallpins oder eingearbeitete Zacken, die den Grip verbessern sollen. Aufgrund dieser kleinen „Krallen" heißen Plattformpedale auch Bärentatzen.

Für welchen Fahrradtyp: Für Mountain- und Downhillbikes, bei denen der Fuß auch auf ruppigem Untergrund sicher auf dem Pedal bleiben, bei Bedarf aber auch schnell auf den Boden aufgesetzt werden soll.

Vorteile:

  • einfache Handhabung
  • robust
  • mit Alltagsschuhen fahrbar

Nachteile:

  • je nach Material und Bauart vergleichsweise schwer
  • Gefahr, sich an den Zacken/Pins zu verletzen, z. B. wenn man bei Nässe auf schmieriger Oberfläche doch mal runterrutscht

Klickpedale

Hier sind Schuh und Pedal fest miteinander verbunden. Dafür brauchst du spezielle Radschuhe, an deren Sohle du kleine Platten, die sogenannten Cleats, schraubst. Diese rasten in die Aufnahme im Pedal ein. Bei den meisten Modellen lässt sich die Verbindung durch einen Außendreh der Ferse wieder lösen. Es gibt unterschiedliche Ansätze.

Für welchen Fahrradtyp: Bei Mountainbikern ist zum Beispiel das SPD-System von Shimano beliebt. Die Pedale sind kompakt und haben auf beiden Seiten eine Cleataufnahme, wodurch du leichter, schneller und mit etwas Übung ohne nach unten zu schauen, einklicken kannst.

Eine andere Variante wären die Eggbeater von Crankbrothers. Die sehen aus wie winzige Rührhaken (daher der Name „Schneebesen"), du hast vier Möglichkeiten einzuklicken und sie sind nochmal leichter und kleiner.

Die Schuhplatten sind klein, sodass sie auf einer Höhe mit der MTB-typischen Stollensohle enden. Dadurch kannst du mit den Schuhen auch gut einige Schritte laufen, wenn das Gelände technisch zu anspruchsvoll wird.

Auch für Rennradfahrer gibt es ein Shimano-System. Es heißt SPD-SL und besteht aus flachen Pedalen, die vorn eine Aussparung und hinten einen Federmechanismus haben. Die Platten sind dreieckig, die vordere Nase fädelst du in die Aussparung, das hintere breite Ende schnappt in die Federung ein.

Nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren auch die Rennradpedale von Look oder Time. Wie kleine Lollies sehen dagegen die Pedale von Speedplay aus. Die Cleats bestehen aus Platten mit rundem Loch. Statt einzufädeln, trittst du von oben auf den „Lolli", das ist, im Gegensatz zu den zuvor genannten Rennrad-Systemen auf beiden Seiten des Pedals möglich.

Vorteile:

  • effiziente Kraftübertragung durch feste Verbindung Schuh-Pedal
  • rutschsicher
  • bei richtiger Einstellung ergonomische, effiziente Position des Fußes/Beins
  • leicht

Nachteile:

  • spezielle Schuhe notwendig
  • aktives Ein- und Ausklicken erfordert etwas Übung, bis es intuitiv klappt
  • Fuß in fester Position; bei falscher Einstellung kann das auf Dauer Probleme verursachen

Hybridpedale

Hinter dieser Bezeichnung stecken Pedale, die du sowohl als Plattform- als auch als Klickpedale nutzen kannst. Sie sehen aus wie Bärentatzen, auf der Achse sitzt jedoch eine Cleataufnahme.

Für welchen Fahrradtyp: Für Trekkingradler, Mountainbiker und alle, die ihr Fahrrad sowohl im Alltag als auch sportlich nutzen möchten, sind diese Pedale eine interessante Option.

Vorteile:

  • flexibel einsetzbar

Nachteile:

  • etwas schwerer
  • da ein Mix, sind sie mitunter ein Kompromiss, was die Konstruktion bedingt (z. B. Cleataufnahme mit Straßenschuhen etwas spürbar)

Fazit

Es gibt jede Menge Möglichkeiten, um sein Bike mit Pedalen auszustatten. Nicht alle eignen sich für jeden Fahrradtyp, aber dank der großen Auswahl dürfte sich für jeden Anspruch das passende Pedal finden. Da es im Grunde nur vier Grundtypen gibt, kannst du dir erst überlegen, was du in Sachen Funktion hauptsächlich brauchst und dir dann gezielt in dieser Produktgruppe ein Fahrradpedal aussuchen.

Wir aus der Bikes.de-Redaktion haben eine große Leidenschaft: Fahrräder. Und diese Leidenschaft wollen wir mit dir teilen. Daher sind wir immer auf der Suche nach neuen, spannenden und relevanten Themen rund ums Rad, die dir Information und Orientierung bieten – und vor allem jede Menge Lust aufs Radfahren machen sollen. Viel Spaß beim Lesen!