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Lifestyle

Pendeln mit dem Rad: So gelingt der Umstieg!

Pendeln mit dem Rad: So gelingt der Umst...

29.04.2021 - Update: 07.09.2021



Millionen Menschen in Deutschland pendeln täglich mit dem Auto zur Arbeit. Teils müssen sie große Distanzen überwinden, viele Strecken wären aber auch mit dem Fahrrad gut machbar. Dass sich der Umstieg auf das Fahrrad positiv auf die Gesundheit auswirken kann, darauf deutet eine aktuelle Studie der Cambridge University und des Imperial College London hin.

So hatten die Radfahrer in der Untersuchung gegenüber den Autofahrern zum Beispiel eine um 20 Prozent verringerte Frühsterblichkeitsrate. Sich für Wege, die du ohnehin zurücklegen musst, aufs Rad zu schwingen, lohnt sich also allein schon, um fit und gesund zu bleiben. Wir helfen dir beim Einstieg ins Radpendeln und beim Dranbleiben!

Wie finde ich die beste Route?

Welche Route zur Arbeit oder zum Einkaufen die „beste" ist, hängt davon ab, was du dir davon erwartest. Es gibt zum Beispiel den kürzesten Weg. Der kann sinnvoll sein, wenn du noch nicht sehr gut trainiert bist. Portale wie Google Maps zeigen dir deine Optionen.

Der kürzeste Weg ist aber nicht unbedingt der schnellste (z. B. wenn viele Ampeln auf der Strecke liegen) und oft auch nicht der schönste. Ist dir „schnell" oder „schön" wichtiger als „kurz", kannst du dir alternative Strecken über Apps wie Komoot suchen, zum Beispiel, indem du „Gravel" oder „MTB" als Routenoption eingibst und dich über ruhigere Strecken führen lässt.

Tipp: Fahre die Strecke am Wochenende vorab ohne Zeitdruck ab, damit du weißt, wie lange du brauchst. Nichts macht die Radel-Motivation schneller zunichte, als morgens verschwitzt und abgehetzt zu spät ins Büro zu kommen.

Welche Distanz schaffe ich mit dem Rad?

Einer bundesweiten Statistik ist zu entnehmen, dass zwischen 44 und 64 Prozent der Pendler weniger als zehn Kilometer pro Strecke zurücklegen. Eine Entfernung, die sich gut mit dem Fahrrad bewältigen lässt.

Nehmen wir an, du erreichst im Stadtverkehr eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Stunde, dann schaffst du zehn Kilometer in 40 Minuten. Klingt nach viel Zeit, ist es aber in vielen Fällen gar nicht, da du vor Ort weder einen Parkplatz suchen noch unterwegs im Stau stehen musst – und weil du dich schon auf dem Weg von und zur Arbeit sportlich betätigst, sparst du dir auch die Zeit fürs Fitnessstudio.

Längere Strecken sind übrigens auch kein Ausschlusskriterium fürs Fahrrad. Fange mit einer niedrigeren Geschwindigkeit an und steigere dich langsam, oder steige auf ein E-Bike um. Ab einer Strecke von einfach 30 Kilometern ist für viele Fahrradpendler allerdings das Limit erreicht. Ist dein Arbeitsort zu weit weg, um beide Wege zu radeln, kannst du das Rad vielleicht eine Strecke oder einen Teil des Weges in öffentlichen Verkehrsmitteln mitnehmen.

Welche Ausstattung brauche ich?

Wer früh morgens oder spät abends pendelt, ist zwangsläufig in der Dämmerung oder in der Dunkelheit unterwegs. Falls sich an deinem Fahrrad keine fest installierte Beleuchtung befindet, solltest du dir einen akku- oder batteriebetriebenen Scheinwerfer und ein Rücklicht zulegen. Außerdem sollte dein Fahrrad ausgestattet sein mit:

  • (Steck-)Schutzblechen, damit deine Kleidung auch bei nassen Straßen spritzgeschützt und sauber bleibt
  • Klingel, um andere Verkehrsteilnehmer auf dich aufmerksam zu machen
  • Schloss, um dein Rad diebstahlsicher abzuschließen

Du selbst solltest dir Regenkleidung zulegen und eine Fahrradtasche oder einen Rucksack mit Wetterschutz.

Wie bleibe ich motiviert?

Wer auf das Fahrrad umsteigt ist nachweislich gesünder, günstiger und umweltfreundlicher unterwegs. Trotzdem ist es manchmal nicht leicht, sich zum Radeln zu motivieren, zum Beispiel bei Kälte, Nässe oder einfach, weil es noch so furchtbar früh am Tag ist. Dann können folgende Tricks helfen, am Ball bzw. auf dem Rad zu bleiben:

Verabrede dich!

Vereinbare mit einem Arbeitskollegen eine feste Zeit und einen Treffpunkt und radelt zusammen. Wenn du weißt, dass jemand wartet, fällt es leichter, sich in den Sattel zu schwingen. Ganz abgesehen davon, dass es zu zweit mehr Spaß macht.

Beobachte den Trainingseffekt!

Besorge dir einen Fahrradcomputer oder eine Sportuhr und zeichne deine Fahrdaten auf. Die meisten Produkte lassen sich mit einer App verbinden, die dir deine Fortschritte, deine Geschwindigkeit und deine Gesamtkilometer über die letzten Tage, Wochen und Monate grafisch aufzeigt.

Zu sehen, was man schon geschafft hat, motiviert, weiter dranzubleiben. Vielleicht setzt du dir ja sogar ein kleines Ziel, zum Beispiel, eine bestimmte Kilometerzahl pro Monat zu schaffen?

Belohne dich!

Umsatteln auf das Fahrrad bedeutet weniger Fahrten zur Tankstelle. Damit reduzierst du nicht nur Umweltemissionen, sondern auch deine finanziellen Ausgaben. Mit diesem Rechner des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) kannst du ausrechnen, wie viel du sparst – und diese Summe dann in etwas Schönes für dich investieren.

Fazit

Volle Straßen, Hupkonzerte und Staus – diesen Stress nehmen viele Autopendler auf sich, obwohl etwa die Hälfte aller Pendler nicht einmal zehn Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz zurücklegen muss. Der Umstieg auf das Fahrrad erfordert keine große Vorbereitung, senkt dein Stresslevel und verbessert deine Fitness. Suche dir eine Route aus, die zu deinen Ansprüchen passt, packe eine Regenjacke ein und belohne dich regelmäßig. So wird die Bike-Tour zur Arbeit zu einem täglichen Ritual, auf das du bald nicht mehr verzichten wollen wirst.

Wir aus der Bikes.de-Redaktion haben eine große Leidenschaft: Fahrräder. Und diese Leidenschaft wollen wir mit dir teilen. Daher sind wir immer auf der Suche nach neuen, spannenden und relevanten Themen rund ums Rad, die dir Information und Orientierung bieten – und vor allem jede Menge Lust aufs Radfahren machen sollen. Viel Spaß beim Lesen!