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Zwift & Co: Die besten Virtual-Cycling-Apps

Zwift & Co: Die besten Virtual-Cycling-A...

28.04.2021 - Update: 16.06.2021

Zwift & Co: Die besten Virtual-Cycling-Apps

Immer mehr Radfahrer nutzen virtuelle Angebote, um ihr Training auf dem Rollentrainer effizienter und abwechslungsreicher zu gestalten. Aus einem Artikel auf bicycling.com geht hervor, dass allein die Plattform Zwift Anfang des Jahres 2020 1,6 Millionen Nutzer verzeichnete. Die Kontakt- und Ausgangssperren zur Eindämmung der Corona-Pandemie ließen den Trend zum smarten Indoor-Cycling weiter steigen. Eines ist sicher: Sport in den eigenen vier Wänden war noch nie so unterhaltsam. Wir zeigen dir, welche Angebote im Moment beliebt sind, welche Features sie mitbringen und mit welchen Kosten du rechnen musst.

„Virtual Cycling“ – Was ist das überhaupt?

Der Grundgedanke beim smarten Indoor-Cycling ist, deine Leistung auf dem Rad in eine virtuelle Welt zu übertragen. Dafür braucht es ein Programm, in dem Strecken hinterlegt sind, die von dir abgefahren werden können. In den jeweiligen Streckenabschnitten sind Steigungsprozente einprogrammiert. Eine Verbindung zwischen deinem smarten Rollentrainer und der App erlaubt eine automatische Anpassung des Tretwiderstandes an diese Steigung. Das bedeutet, dass es für dich deutlich spürbar ist, ob du eine Spazierfahrt in der Ebene oder eine Bergfahrt absolvierst. 

Die physische Ausrüstung für das virtuelle Indoor Cycling besteht in erster Linie aus deinem Bike, einem (smarten) Rollentrainer und einem Smartphone oder iPad, Laptop oder Monitor (in Verbindung mit Apple TV). Den smarten Rollentrainer gibt es in zwei Varianten: Einen Trainer mit direktem Antrieb, für den du das Hinterrad entfernen musst oder einen Wheel-on-Trainer. Verbinde dein Endgerät mit dem Rollentrainer via Bluetooth Smart oder ANT+ und es kann losgehen! Wer keine smarte Rolle hat, der kann sein Rad auch mit einem Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensor ausrüsten. Einige Apps wie etwa Zwift, errechnen dann anhand dieser Daten und des zuvor ausgewählten Rollentrainermodells eine ungefähre Leistung. Wer es genauer haben möchte, der kann trotzdem auf einem konventionellen Rollentrainer fahren und einfach sein Powermeter per Bluetooth mit der App verbinden. Steigungen lassen sich allerdings ohne smarte Rolle nicht automatisch simulieren – hier muss man den Widerstand per Handschalter am Lenker, den fast alle konventionelle Rollen haben, anpassen.

Je nach Virtual-Cycling-Plattform reicht die Bandbreite der Videos von tatsächlich abgefilmten Strecken in der Natur und in der Stadt, bis hin zu virtuellen Strecken in phantastischen Welten. Zudem bieten viele Apps verschiedene Workouts und weitere Features, wie die Vernetzung mit anderen Radfahrern, gemeinsame Rennen, Sprint- und Bergwertungen und Gruppenausfahrten an. Damit du dich im Dschungel dieses Angebots zurechtfindest, zeigen wir dir eine Auswahl der beliebtesten Virtual-Cycling-Angebote und prüfen, worin sie sich unterscheiden und für welchen Typ von Radfahrer sie sich eignen.

Zwift

Zwift macht aus dem Training mit deinem Fahrrad in den eigenen vier Wänden ein Gemeinschafts-Event mit Wettbewerbscharakter. Aktuell zehn Welten, mehr als 130 Strecken und viele Rennen und Gruppenfahrten lassen keine Langeweile aufkommen.

Funktionen

Für deine erste Fahrt kannst du basierend auf Distanz und Schwierigkeit eine Route ganz nach deinen Ansprüchen auswählen. Dabei stößt du immer wieder auf Sprintabschnitte, oder Bergwertungen, die verhindern, dass deine Fahrt eintönig wird. Du fährst bei Zwift in einer animierten Version, zum Beispiel von London, Frankreich, New York, Yorkshire, Richmond, Innsbruck oder der fantastischen Welt Watopia. Auf Zwift kann man übrigens auch viele Strecken laufen – und zwar derzeit kostenlos.

Im Trainingsbereich kannst du eine Reihe von Workouts auswählen, mit denen du Fett verbrennst, besser Berge fahren lernst oder an deiner Sprintfähigkeit arbeiten kannst. Wählst du einen Trainingsplan aus, werden dir Workouts für den jeweiligen Tag vorgeschlagen. 

Wenn du nicht alleine fahren möchtest, kannst du dich über die Companion-App mit deinen Freunden in der virtuellen Welt verabreden. Bist du bereit für Rennen? Dann trete einfach mithilfe von Zwift Companion gegen andere Zwifter in Echtzeit an. Du kannst jeden Tag zwischen vielen  Rennen in verschiedenen Leistungskategorien wählen. 

Übersicht

Preis: 7 Tage kostenlos, danach monatlich 14,99 Euro, laufen aktuell kostenlos
Vorteil: Großer Umfang an Strecken und Möglichkeiten, sich untereinander zu vernetzen
Nachteil: recht teuer

Eignet sich für: alle Leistungsniveaus, Fans von Computerspielen und Socializer

Bkool

Bei Bkool findest du Strecken als 3D-Animation, als 2D-Filmmaterial oder verzeichnet in einer Landkarte. Ein Strecken-Upload ermöglicht es dir, deine ganz persönliche Hausstrecke zu fahren, oder dich gezielt auf bestimmte Touren vorzubereiten.

Funktionen

Auch bei Bkool kannst du Strecken erkunden, Workouts planen und Trainingspläne erstellen. Im Gegensatz zu Zwift gibt es bei hier jedoch keine Features, wie Bikes, Laufräder, Trikots und Co, die je nach Level freigeschaltet oder durch absolvierte Fahrten verdient werden können. 

Ein Real-Weather-Feature bringt, der tatsächlichen Wetterlage entsprechend, Sonne, Regen oder auch Schnee auf die Fahrbahn. Wer genug von der Straße hat, kann auf Bkool auch in einen Bahnrad-Modus wechseln und sich im Velodrom verschiedenen Wettbewerben stellen. Ausscheidungsfahren, Zweiermannschaften oder Sprints können mit anderen Usern gefahren werden. Einen computergenerierten Gegner gibt es in Bkool noch nicht. 

Übersicht

Preis: 30 Tage lang kostenlos, danach 9,99 Euro im Monat
Vorteil: Eigene Strecken können importiert werden
Nachteil: 3D-Animation nicht detailreich

Eignet sich für: Realisten, denen Zwift zu verspielt ist, Radler, die eigene Strecken nachfahren möchten

Rouvy

Auf Rouvy fährst du als animierter 3D-Avatar über tatsächlich abgefilmte Strecken. Augmented Reality ist das Merkmal, mit dem sich der tschechische Entwickler von seiner Konkurrenz abheben möchte.

Funktionen

Die große Vielfalt an Strecken kannst du in verschiedenen Kategorien wie den Pyrenäen, den Alpen oder bei der Tour de Suisse erkunden. Komplett abgefilmte Pässe sowie internationale Profiveranstaltungen, in denen man als 3D-Avatar fahren kann, sind bei den Nutzern besonders beliebt. Zudem gibt es 4000 Routen, die als 2D-Video in der POV-Perspektive, also ohne Avatar, dargestellt werden.

7000 Workouts stehen dir ab Tag eins deines Indoor-Cycling-Trainings zur Verfügung. Im Trainingseditor kannst du dir dein eigenes Programm zusammenstellen und deinen Erfolg im Trainingstagebuch festhalten. Ein weiteres Argument für die Software ist das Abo-Modell für die ganze Familie: Für 12 Euro pro Monat können drei Zugänge angelegt werden.

Übersicht

Preis: 14 Tage lang kostenlos, danach 12 Euro im Monat
Vorteil: wachsendes Angebot an Strecken und familienfreundliches Abo-Modell
Nachteil: Avatar fährt noch sehr mechanisch, AR-Angebot noch ausbaufähig

Eignet sich für: Radsport-Familien, AR-Fans

The Sufferfest

The Sufferfest setzt beim Training auf Effektivität. Die App besticht durch klar strukturierte Trainingseinheiten und verzichtet auf virtuelle Animationen. Stattdessen werden aufgezeichnete Profi-Übertragungen aus dem TV zusammengeschnitten und mit passender Musik unterlegt. 

Funktionen

Neben den Radtrainings hält The Sufferfest auch Yoga-Übungen, Core-Workouts und Mentaltraining bereit. Eine Abgrenzung zu den Apps der Konkurrenz ist in der Leistungsdiagnostik bemerkbar. Die meisten Apps ziehen dafür die FTP (Functional Threshold Power) heran. Dabei handelt es sich um die maximale Leistung, die ein Athlet eine Stunde lang aufrechthalten kann.

The Sufferfest setzt auf einen implementierten 4D-Test, der die persönlichen Stärken und Schwächen in einer größeren Differenziertheit untersucht. Grundlage für die Bewertung ist ein 65-minütiger Eingangstest, in dem die Leistungen im Maximalsprint, für ein, fünf und 20 Minuten ermittelt werden. Nach dem Test erhältst du die Auswertung und die passende Trainingseinheiten für dein Fahrerprofil.

Übersicht

Preis: 14 Tage lang kostenlos, danach 14,99 Euro pro Monat
Vorteil: 4D-Analyse, Effektivität des Trainings
Nachteil: komplizierte Nutzerführung

Eignet sich für: Trainingsweltmeister, die ein Angebot ohne „Schnickschnack“ schätzen

RGT

RGT steht für Real Grand Tours – und größtmöglicher Realismus ist auch das Ziel des App-Entwicklers. Mit dieser App kannst du ausschließlich reale Strecken befahren und dich laut Angaben des Entwicklers auf eine realistische Fahrdynamik verlassen.

Funktionen

Für die Benutzung von RGT benötigst du zwei Geräte: Ein Smartphone, auf dem du die Einstellungen änderst und einen Computer oder ein TV-Gerät, auf dem dir die Tour angezeigt wird. RGT verfügt momentan über acht verschiedene Strecken, die detailgetreu nachgebaut sind. 

Hinzu kommt die Magic-Roads-Funktion, mit der du deine eigenen Strecken kreieren kannst. Dafür lädst du eine gpx-Datei hoch und kannst nur wenige Stunden später auf einer Nachbildung trainieren. Die Landschaft in dieser Nachbildung kann keine Realitätsansprüche erfüllen, jedoch wird das Höhen- und Kurvenprofil der Strecke originalgetreu nachempfunden.

Übersicht:

Kosten: Basisversion kostenlos, Premiumversion 8,99 Euro
Vorteil: realitätsnahe Strecken
Nachteil: kleine Auswahl an Strecken, zwei Geräte notwendig

Eignet sich für: Preisbewusste, Tourenfahrer

Ein virtueller Radurlaub

Wer sich für den Marktführer Zwift entscheidet, der kann sich darauf verlassen, dass zu jeder Tages- und Nachtzeit andere Radfahrer online sein werden, die das Fahren zum Gruppenerlebnis machen. Bkool besticht bei Zeitfahrern mit der Option, Rennen im Velodrom fahren zu können. Rouvy setzt auf Virtual-Reality-Strecken, die dich für eine Stunde aus deinem vertrauten Zimmer herausbeamen, die App zeigt sich in der Preisgestaltung familienfreundlich. The Sufferfest richtet sich an Athleten, die den Fokus auf ihre Leistung, und nicht auf Entertainment richten. RGT ist der günstigste Anbieter und stellt ein realistisches Fahrgefühl in den Vordergrund. 

Die vorgestellten Apps sind ein kleiner Ausschnitt aus der weiten Welt der Virtual-Cycling-Apps. Probiere dich am besten selbst durch das Angebot, verbinde dich mit anderen Nutzern und finde den perfekten Trainingsplan für dich. So startest du auf jeden Fall fit in die nächste Saison!