Bekleidung

Fünf Kleidungstipps für Fahrrad-Pendler im Winter

Fünf Kleidungstipps für Fahrrad-Pendler ...

28.04.2021 - Update: 16.06.2021

Fünf Kleidungstipps für Fahrrad-Pendler im Winter

Die Corona-Pandemie hat unser Verhalten in vielerlei Hinsicht verändert. Eine erfreuliche Entwicklung: Immer mehr Menschen fahren mit dem Rad zur Arbeit, auch jetzt, trotz winterlicher Temperaturen. Fast die Hälfte von uns hat einen Arbeitsweg von weniger als zehn Kilometern – eine Strecke, die sich gut mit dem Rad bewältigen lässt. Damit du warm, trocken und zufrieden in der Arbeit ankommst, sind die richtigen Klamotten entscheidend – wir haben fünf praktische Tipps für dich zusammengestellt.

Die fünf wichtigsten Tipps für Alltagsradler und Pendler

Tipp 1: Der Zwiebellook

Damit du dich beim Fahrradfahren im Winter wohlfühlst, sind zwei Dinge wichtig: Die Kälte sollte nicht durch die Kleidung eindringen und der Schweiß sollte nach außen abtransportiert werden.

Eine mehrschichtige Zusammenstellung der Bekleidung, das sogenannte Zwiebelprinzip, hilft dir eine gute Isolation aufzubauen und auf Temperaturschwankungen flexibel einzugehen. Eine dicke Daunenjacke über einer dünnen Bluse oder einem Hemd mag am Anfang der Strecke wärmend sein, kann aber während der Fahrt zu einem Hitzestau und übermäßiger Schweißbildung führen. Daunenjacken halten zwar die Wärme am Körper, aber lassen die Feuchtigkeit kaum entweichen. So frierst du nach ein paar Minuten trotzdem und nach der Fahrt klebt Hemd oder Bluse am Körper, das ist unangenehm und zwingt dich zu einem Klamottenwechsel bevor du mit der Arbeit loslegen kannst. Sinnvoller ist es, mehrere dünne Schichten übereinander zu tragen. Zwischen den verschiedenen Schichten bilden sich isolierende Luftpolster, die dich zusätzlich vor der Kälte schützen. Wenn es dir zu warm wird, kannst du während der Fahrt einfach eine Schicht ausziehen.

Tipp 2: Funktionsjacken für kürzere Strecken

Wenn du für deinen Arbeitsweg weniger als 15 Minuten brauchst, musst du nicht dick eingepackt das Haus verlassen. Vielmehr solltest du auf einige dünne Schichten Alltagskleidung und eine wasser- und/oder windabweisende äußere Schicht achten. Je nach Wetterlage kannst du dafür zu verschiedenen Funktionsjacken greifen.

Regenwetter kann das Radfahren zu einer ungemütlichen Angelegenheit werden lassen. Um nicht durchnässt in der Arbeit aufzutauchen, kannst du ganz einfach eine Regenjacke über der regulären Kleidung tragen und dich darauf verlassen, dass die bedeckten Stellen trocken bleiben. Die Luftzirkulation wird bei manchen Modellen über Lüftungsschlitze an den Achseln verbessert. Bei winterlichen Verhältnissenreicht eine Regenjacke aufgrund der schlechten Isolierung nicht mehr aus. Fallen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, solltest du zu einer Soft- oder Hardshell-Jacke greifen. Softshell-Jacken sind atmungsaktiv und bieten wasser- und windabweisenden Schutz. Hardshell-Jacken völlig wasser- und winddicht und halten die Wärme gut am Körper.

Softshell

Softshell ist ein Funktionsstoff mit hoher Atmungsaktivität, der
jedoch nur wasserabweisend und nicht wasserdicht ist. Das Material besteht aus zwei oder drei Schichten, die fest miteinander laminiert sind. Man unterscheidet dabei zwischen Softshell-Stoffen mit und ohne Membran Fahrradjacken sind übrigens nicht an jeder Stellen von allen Schichten durchzogen. Dort, wo der Körper starkem Wind ausgesetzt ist, kommt windabweisendes Material zu Verwendung. Dort, wo Schweiß und Feuchtigkeit entweichen sollen, hat das Material keine Membran und ist durchlässiger.

Hardshell

Unter Hardshell versteht man ein vollkommen wasserdichtes, winddichte und relativ atmungsaktives Material. Bei diesem Stoff wird immer eine spezielle Membran, entweder direkt auf den Außenstoff oder zwischen den Außen- und Innenstoffen, laminiert. Reißverschlüsse und Nähte sind ebenso laminiert oder verklebt. Hardshell-Jacken sind in erster Linie auf den Schutz vor Wasser und Wind ausgelegt. Diese Konstruktion geht aber auf Kosten der Dampfdurchlässigkeit von innen, der Schweiß wird also nicht so gut nach außen abtransportiert

Tipp 3: Funktionskleidung für längere Strecken

Wer länger als 15 Minuten auf dem Fahrrad fährt, bekommt die Witterungsbedingungen deutlicher zu spüren. Dann ist es sinnvoll, zumindest teilweise auf Funktionskleidung statt auf Alltagskleidung zu setzen und der Kälte so keine Chance zu geben. Ein Funktionsunterhemd liegt als erste Schicht direkt auf deiner Haut und hält deinen Oberkörper warm und trocken. Viele Firmen setzen bei der Herstellung auf eine Kombination aus zwei Stoffen. Dadurch entsteht eine Kapillarwirkung und die Feuchtigkeit wird nach außen abtransportiert. Optional kannst du dein Funktionsunterhemd mit einer langen Unterhose aus Funktionsfaser ergänzen. Ein Funktionsshirt wirkt als zweite Schicht thermoregulierend. Für besonders kalte Tage gibt es eine Thermo-Version dieses Shirts, die angeraut ist, manche haben sogar Fleece eingearbeitet. Fleece besticht durch ein solides Wärmerückhaltevermögen und kann gleichzeitig Feuchtigkeit gut abtransportieren.

Die äußerste Schicht sollte wieder eine Hard- oder Softshell-Jacke sein. Hardshell-Jacken halten selbst starken Fahrtwind von dir fern, während
Softshell-Jacken eine größere Bewegungsfreiheit erlauben.

Tipp 4: Accessoires für den Winter

Fahrradhandschuhe sind ein absolutes Must-have im Winter. Die äußere Schicht des Handschuhs sollte zumindest windabweisend, im besten Fall winddicht sein, eine leichte Fütterung wärmt deine Hände zusätzlich. Dick gefüttert müssen deine Handschuhe nicht sein, so kannst du auch Schaltung und Bremshebel weiterhin komfortabel bedienen.

Unter dem Helm kannst du eine Mütze tragen, die nicht zu dick sein sollte. Vor allem der Sitz des Helmes darf nicht beeinträchtigt werden. Nützlich sind daher schlauchartige Funktionstücher, die deinen Kopf, den Hals und den Nackenbereich gut schützen und schön dicht anliegen. Sie bestehen aus Microfiber, Merinowolle oder einem Materialmix und sind in verschiedenen Größen und Materialstärken zu haben

Überschuhe sind aus imprägniertem Polyester oder auch Neopren gefertigt und halten Regen- und Spritzwasser von deinen Alltagsschuhen fern. Damit ein Schuh im Überschuh genügend Platz hat, wird die Sohle in der Regel ausgespart. Die flexiblen Fußwärmer werden einfach über die Schuhe gestülpt und bleiben dank Gummizügen an ihrem Platz – die Schuhsohle wird dabei meistens ausgespart.

Tipp 5: Besser gesehen werden – mit Signalfarben.

Wer das Fahrrad zum Pendeln in die Arbeit nutzt, der bewegt sich im Winter zwangsläufig in der Dunkelheit im Straßenverkehr. Gute Sichtbarkeit für alle anderen Verkehrsteilnehmer ist daher besonders wichtig. Helle Materialien reflektieren das Umgebungslicht von Straßenlaternen und das direkte Licht von Autoscheinwerfern deutlich besser als dunkle, gedeckte Farben. Viele Funktionsjacken sind deshalb in Neonfarben gehalten und weisen reflektierende Elemente auf. Neongelb hat die Eigenschaft besonders viel Licht zurückzustrahlen. Mit zusätzlichen Reflektorbändern an Armen und oder Fußgelenken kannst du deine Sichtbarkeit noch verbessern.

Die drei wichtigsten Tipps für Sportler:

Wind, eisige Temperaturen und früh einsetzende Dunkelheit müssen nicht zu einem Outdoor-Trainingsstopp im Winter führen. Trainingseinheiten in der Regel fallen etwas kürzer, dafür aber umso intensiver aus. Mit der richtigen Kleidung bist du für jede Witterung gerüstet.

Tipp 1: Mehrere dünne Schichten am Oberkörper

Wer länger auf dem Fahrrad unterwegs ist, sollte ausschließlich auf Funktionsmaterialien setzen. Sie gewährleisten auf langer Strecken die nötige Bewegungsfreiheit bei optimaler Temperaturregulation. Der Zwiebellook ist weiterhin das Mittel der Wahl, bewährt haben sich die drei klassischen Schichten: Ein eng anliegende Base-Layer nimmt deinen Schweiß auf und gibt ihn an Schicht 2, das Funktionstrikot, weiter. Als Material kommen Merinowolle und Funktionsfasern infrage. Für Fahrten bei starkem Wind eignet sich Unterwäsche mit einer Wind-Stopper-Membran an der Brust.Über dem Base-Layer trägst du ein, meist langärmeliges, Funktionsshirt. Dann folgt die Winterjacke aus Hard- oder Softshell-Material. Die Rückenpartie vieler Rennradwinterjacken besteht aus einer gesonderten Materialmischung, die überschüssige Wärme ableiten kann. Mountainbiker setzen hingehen eher auf Hardshell-Jacken.

Tipp 2: Windschutz an den Beinen

Der Windschutz ist an den Beinen wichtiger als kuscheliges Futter. Das windabweisende Material sollte vor allem an den Oberschenkeln und im Schritt verarbeitet werden. Viele Hersteller verwenden dafür spezielle Einsätze. Winterhosen für Rennradfahrer sind wasserabweisend, aber nicht wasserdicht, deshalb solltest du beim Training auf der nassen Straße nicht auf dein Schutzblech verzichten. Hartgesottene Mountainbiker sind selbst bei Regen und Schnee unterwegs und benötigen deshalb besonderen Schutz vor Feuchtigkeit. Softshell-Hosen mit wasserdichten Einsätzen halten das Spritzwasser von unten fern und mit Hardshell-Hosen bist du sogar für Fahrten im strömenden Regen bestens gerüstet.

Tipp 3: Winterschuhe statt Überschuhe bei großer Kälte

Deine Füße kühlen auf dem Bike besonders schnell aus, da sie weit von der Körpermitte entfernt sind und beim Radfahren kaum bewegt werden. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, sind Winterschuhe rundum geschlossen, oft knöchelhoch und mit einer Thermosohle und wärmendem Innenfutter ausgestattet. Der klassischen Kältebrücke an der Verbindung Schuhsohle und Pedal kannst du so – zumindest eine Zeit lang – entgegenwirken. Mountainbike-Winterschuhe sind mit einer wasserdichten Membran versehen, deren feine Poren Nässe aus Pfützen abhalten, aber Schweiß durchlassen. Sie sollten bequem sein und Platz für dickere Socken bieten. Eine geschmeidig abrollende Sohle ist ein weiterer Vorteil, wenn man den einen oder anderen Abschnitt der Strecke zu Fuß absolvieren muss.

Fazit

Soft- und Hardshell-Jacken eignen sich nicht nur für sportliche Fahrradfahrer,sondern können dich auch warm und trocken zur Arbeit und wieder nach Hause bringen. Die richtigen Accessoires vervollständigen dein Winteroutfit und helfen, sensible Körperstellen wie Hände, Füße und Hals warm zu halten. Bist du in deiner Freizeit länger mit dem Fahrrad
unterwegs, oder betreibst auch im Winter Radsport, dann solltest du ausschließlich Funktionskleidung tragen. Sie reguliert die
Temperatur optimal – so macht dein Training deutlich mehr Spaß und Sinn, denn du kannst dich voll und ganz auf deine Leistung und den
Spaß an der Bike-Session konzentrieren