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So gelingt der erste Radausflug des Jahres

So gelingt der erste Radausflug des Jahr...

17.05.2021 - Update: 16.06.2021

So gelingt der erste Radausflug des Jahres

Die Tage werden wieder länger – kein Wunder, dass bei vielen Radfahrern Aufbruchsstimmung herrscht. Der Frühling ist die schönste Zeit für einen Radausflug, besonders Kinder können es oft kaum erwarten zum ersten Mal, oder endlich wieder, in die Pedale zu treten. Damit der erste Radausflug des Jahres zum Vergnügen wird, solltest du einige Vorkehrungen treffen. Wir zeigen dir, welche Fahrräder sich gut für eine lockere Tour eignen, wie du die passende Strecke findest und welche Ausstattung du benötigst.

Welches Fahrrad brauche ich?

Jedes Fahrradmodell hat seine Vor- und Nachteile: Ein Citybike ist robust, bequem und kommt mit einer verkehrssicheren Komplettausstattung inklusive Beleuchtung, Schutzblechen und Gepäckträger. Allgemein ist das Fahrrad eher auf Komfort als auf Sportlichkeit ausgerichtet und eignet sich deshalb eher für kleinere Ausflüge. Die meisten Citybikes kommen mit nur drei bis sieben Gängen aus und verfügen über eine Rücktrittbremse. Der breite und weiche Sattel ist gemütlich, aber kann bei längeren Fahrten aber zu Druckbeschwerden führen.

Das Trekking-Bike ist der Tourenklassiker. Es fährt sich auf asphaltierten Straßen genau so gut wie in leichtem Gelände. Viele Trekkingräder kommen mit einer StVO-konformen Ausstattung, sind aber in der Geometrie deutlich sportiver als Citybikes. Günstigere Trekkingbikes haben Felgenbremsen, gehobene Modelle verfügen über hydraulische Scheibenbremsen. Meist findest du an Trekkingrädern eine Kettenschaltung mit 20-30 Gängen. Wer länger unterwegs ist, braucht auch mehr Platz für Gepäck. Einige Modelle haben über Befestigungspunkte für zusätzliche Gepäckträger.

Wenn du schon ein passendes Fahrrad besitzt, erfährst du hier wie du es fit für den Frühling machst. Vor einer Tour solltest du auf jeden Fall noch einmal den Reifendruck, die Bremsen und das Licht prüfen. Auch Kinderräder müssen regelmäßig gecheckt werden. Lasse dein Kind an der Überprüfung teilnehmen und stimmt euch so gemeinsam auf das Abenteuer „Die erste Radtour des Jahres" ein.

Welche Touren eignen sich für Kinder?

Bei der Wahl der Strecke ist das Alter der Kinder ausschlaggebend. Rechtlich gesehen dürfen Kinder bis acht Jahre nicht auf der Straße fahren. Tatsächlich sind Kinder aber ab fünf Jahren oft schon schnell mit dem Fahrrad unterwegs. Auf die Straße dürfen sie nicht, weil sie oft noch Schwierigkeiten damit haben, die Spur zu halten oder unvorhersehbar bremsen. Ein Feldhase, ein umgefallener Baum oder eine Mücke im Gesicht können Gründe für eine Vollbremsung sein. Am besten suchst du eine Strecke aus, auf der wenig bis gar kein Verkehr herrscht.

Grundschulkinder können ungefähr 15-25 Kilometer am Tag gut bewältigen. Es ist sinnvoll, bei der Routenplanung an alternative Transportmöglichkeiten (z.B. Tandemstange) zu denken, falls dein Kind müde wird. Wenn du mit mehreren Kindern unterwegs bist, deren Alter weit auseinander liegt, solltest du an Pausen für den jüngsten Teilnehmer denken. Versuche mit deinen Kindern nicht ans Leistungs-Limit zu gehen, damit sie die neuen Eindrücke genießen können und bei der nächsten Tour nicht streiken. Routen auf reinen Fahrradwegen sind in der Regel sehr kinderfreundlich.

Den Anfang und das Schlusslicht der Gruppe sollten immer Erwachsene bilden. Die Erwachsenen haben Vorbildwirkung und sollten, wie die Kinder auch, einen Helm tragen und sich an alle Verkehrsregeln halten. Ein Spielplatz oder eine Eisdiele am Ende des Wegs sorgen für einen zusätzlichen Motivationsschub.

Wie finde ich die optimale Route?

Kleine Hausrunden sind bei Familien mit kleinen Kindern sehr beliebt. Sie sorgen für ein wenig Abwechslung vom Alltag, bieten die Möglichkeit die Natur zu erkunden und können ohne große Vorbereitung gefahren werden. Wenn möglich, wähle zwischen den Hausrunden auch einmal eine alternative Tour, um den Kinderaugen Abwechslung zu bieten. Eine Wiese zum Blumen bestaunen, ein Weg zum Steine sammeln oder ein Bach zum plantschen machen die Fahrt zum Rundum-Erlebnis. Ein klarer Vorteil der Hausrunde: Sinkt die Motivation der Kinder schneller als erwartet, hast du es nicht weit nach Hause.

Regionale Fahrradwege sind ideal, um mit Freunden eine mehrstündige Tour zu fahren. Nicht jeder hat ein gut ausgebautes Radnetzwerk vor der Haustür, aber auf Portalen wie komoot oder Falk findest du mit ein paar Klicks einige ruhige Strecken. Du könntest auch über eine kleine Anreise mit der Bahn nachdenken. Informiere dich am besten im Vorhinein, ob du ein Fahrradticket lösen musst. Steht dir ein Auto zur Verfügung, kannst du das Fahrrad ganz bequem zum Anfang der Strecke transportieren. In diesem Fall empfiehlt sich ein Rundweg, denn sonst musst du die gleiche Strecke wieder zurückfahren.

Längere Strecken bereiten vor allem routinierten Fahrern viel Spaß. In Deutschland kannst du neben der regionalen Fahrradwege auch über 250 Radfernwege und viele Themenrouten erkunden. Eine gute Übersicht liefert der Routenfinder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Klubs (ADFC). Filtere deine Strecken ganz einfach nach Bundesland, Routeneigenschaft und Routenlänge und finde die passende Tour. Wer sich mehrere Tage Zeit nehmen möchte, kann an einer geführten Fahrradtour teilnehmen. Ein orts- und sprachkundiger Reiseleiter führt dich durch die unbekannte Umgebung und vereinfacht den Kontakt zu Land und Leuten.

Welche Klamotten muss ich anziehen?

Während eines Radausflugs bist du dem Wetter relativ schutzlos ausgeliefert. Wirf vor der Fahrt noch einen Blick in auf die Wettervorhersage, um dich auf die Witterungsbedingungen einzustellen. Eine Regenjacke für den Notfall gehört zur Grundausstattung – das gilt auch für Schönwetter-Fahrer. Die warme Jahreszeit überrascht häufig mit Gewittern, die sich spontan entladen können. Nur mit ausreichendem Regenschutz bleibst du trocken und kannst deine Fahrt nach dem Regenguss entspannt fortsetzen.

Während der Fahrt sollte dir nicht zu warm oder zu kalt sein. Alltagskleidung kann eventuell zu viel Wind durchlassen, oder für einen Hitzestau sorgen. Funktionskleidung aus synthetischen Fasern transportiert die Feuchtigkeit vom Körper ab und hält zu starken Wind fern. Trägst du bevorzugt natürliche Fasern, kannst du auch nach Fahrradkleidung aus Merinowolle Ausschau halten. Wechselnde Temperaturverhältnisse sind kein Problem, so lange du beim Einkleiden an das Zwiebelprinzip denkst.

Was muss ich mitnehmen?

Bist du länger als eine halbe Stunde unterwegs, solltest du eine Trinkflasche mitnehmen, um das Flüssigkeitsdefizit auszugleichen. Natriumreiches Mineralwasser oder selbst gemischte Fruchtsaftschorlen sichern die nötige Zufuhr an Flüssigkeit, Mineralien und Salz. Vielleicht eignet sich ein Biergarten in deiner Nähe als Etappenziel. Eine Trinkflasche findet anfast jedem Rahmen Platz, bei Trekkingrädern hast du sogar Raum für zwei Flaschen. Ein, zwei Müsliriegel oder eine Banane kannst du in deiner Jackentasche transportieren. Sie versorgen den Körper schnell und effektiv mit Energie.

Auch dein Fahrrad kann während der Fahrt einmal schlapp machen. Dann ist ein einfaches Multitool der Retter in der Not. Mit diesem Werkzeug gelingt der Reifenwechsel in Rekordzeit, vorausgesetzt du hast Flickzeug oder einen Reserveschlauch dabei. Tubeless Reifen können mit einen Repair Kit gestopft werden. Zum Aufpumpen des Reifens benötigst du dann noch eine Luftpumpe, die es übrigens auch als Mini-Version zu kaufen gibt.

Rucksack oder Gepäckträgertasche?

Ein Fahrradrucksack hat den großen Vorteil, dass er unabhängig vom Fahrrad eingesetzt werden kann. Aufgrund der vielen Fächer kannst du den Inhalt schneller als in Gepäckträgertaschen finden, die meist nur aus einem großen Fach bestehen. Achte beim Kauf auf einen gut belüfteten Rücken, damit sich wenig Feuchtigkeit staut. Ein Brustgurt verhindert, dass die Schultergurte nach außen rutschen.

Eine Gepäckträgertasche bietet mehr Platz als alle anderen Fahrradtaschen. Sie muss nicht am Körper getragen werden, wodurch du Rückenschmerzen und übermäßige Schweißbildung am Rücken vermeidest. Es gibt eine große Palette an Modellen: Schlichte Taschen eignen sich gut für den urbanen Gebrauch, funktionelle Modelle können große Lasten transportieren und sind ideal für Trekkingtouren. Wenn du mit einem E-Bike unterwegs bist, solltest du vielleicht an ein zusätzliches Fach für einen Zweitakku denken.

Drei Extra-Tipps für eine gelungene Tour

1. Plane deine Stopps schon vor der Reise! Auf jeder Route befinden sich sehenswerte Orte, vielleicht kannst du eine Pause im Biergarten, einen Museumsbesuch oder einen Spaziergang durch den Park in deine Tour einflechten und deiner Begleitung damit Freude bereiten.

2. Eine Stromversorgung für dein Handy kann bei längeren Touren wichtig sein, besonders wenn du dein Smartphone als Navigationsgerät benutzt. Neben der klassischen Powerbank gibt es auch die Möglichkeit, dein Handy über den Dynamo zu laden.

3. Denke an Sonnenschutz für deine Haut und an eine Sonnenbrille! Hier https://www.bikes.de/magazin/bike-life/fitness-training/radfahren-und-sonnenschutz erfährst du, welche Sonnencreme sich besonders gut für Fahrradfahrer eignet. So kannst du die erste Ausfahrt des Jahres in vollen Zügen genießen.