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Fahrradhosen: Welches Sitzpolster ist das richtige?

Fahrradhosen: Welches Sitzpolster ist da...

23.04.2021 - Update: 02.09.2021



Wer länger mit dem Fahrrad unterwegs ist, dem kann auch mal das Gesäß wehtun. Denn selbst der hochwertigste Sattel macht sich ab einer gewissen Zeit bemerkbar. Eine Fahrradhose mit Sitzpolster kann den Komfort auf dem Bike erhöhen.

Hier erfährst du, für wen sich Radhosen mit Polster eignen, zwischen welchen Typen von Sitzpads du wählen kannst, ob es Unterschiede zwischen Radlerhosen für Damen und Herren gibt und worauf du beim Kauf achten solltest.

Was unterscheidet gepolsterte Fahrradhosen von Sporthosen?

Sporthosen eignen sich wunderbar, um kürzere Strecken auf dem Fahrrad zurückzulegen. Wer länger als 30 Minuten unterwegs ist, merkt aber, dass selbst bequeme Hosen scheuern, kneifen oder einengen können. Manche sind auch schlicht aus zu rutschigem Material, sodass du keinen Halt auf dem Sattel findest.

Gepolsterte Fahrradhosen sollen einem schmerzenden Hintern vorbeugen und verhindern, dass du dich am Sattel wund scheuerst. Sie sind zu einem gewissen Grad dehnbar, körpernah geschnitten und liegen eng am Oberschenkel an. Besonders wichtig ist die Dicke und die Verarbeitung der Polsterung, da Fahrradhosen üblicherweise ohne Unterwäsche getragen werden. 

Für wen eignen sich Fahrradhosen mit Polsterung?

Die Kontaktstelle zwischen Hose und Sattel ist eine zentrale Verbindung zwischen Fahrer und Rad. Aus dem Radsport (MTB, Rennrad, Gravelbike) und dem Tourenfahren, wo die Fahrer meist mehrere Stunden unterwegs sind, sind Fahrradhosen mit Sitzeinsatz deshalb nicht mehr wegzudenken.

Alltagsfahrer, die sich hin und wieder in der Freizeit für ein paar Kilometer aufs Fahrrad schwingen, brauchen nicht unbedingt eine spezielle Radhose, können in puncto Komfort aber auch davon profitieren. 

Hosen für Rennradfahrer

  • Das Sitzpolster ist in Rennradhosen bereits integriert, da sie ohne Unterhosen getragen werden. Rennradhosen bestehen aus einer dehnbaren Polyamid-Elasthan-Mischung, die sich wie eine zweite Haut an den Körper des Fahrers schmiegt. Dieser Stoff, auch Lycra genannt, federt gut zurück und ermöglicht einen guten Sitz.
  • Die Stärke des Sitzpolsters richtet sich üblicherweise nach der Länge der Fahrzeit. Was vielleicht komisch klingt: Je länger die Tour, desto dünner wird das Sitzpolster. Der Grund dafür ist zum einen, dass Fahrer, die lange unterwegs sind, meist erfahren und entsprechend „abgehärtet" sind, zum anderen sinken die Sitzknochen in einem dickeren Pad eher ein. Das reizt sie, anstatt sie zu polstern.
  • Da Rennradfahrer recht weit nach vorn geneigt auf dem Rad sitzen und deshalb auch mit dem Dammbereich auf dem Sattel aufliegen, haben Rennradpolster nicht nur hinten, sondern auch vorn oft eine Polsterung während der Mittelteil flach bleibt.

Hosen für Mountainbiker

  • Die Schnellen unter den MTBlern greifen in der Regel wie Rennradfahrer zu eng anliegenden kurzen Hosen, die bereits mit der entsprechenden Polsterung ausgestattet sind.
  • Die meisten Mountainbiker setzen aber auf ungepolsterte Überhosen (Baggy Shorts) mit entnehmbaren, gepolsterten Innenhosen. Die Innenhosen sind als reine Unterziehhosen konzipiert und bestehen aus dünnem, möglichst schnell trocknendem Material.
  • Der große Vorteil von Innenhosen liegt in der Flexibilität bei der Auswahl der Überhose. Innenhosen, sofern sie nicht mittels Druckknöpfen, Klett oder Laschen auf die Kombination mit einer bestimmten Überhose ausgelegt sind, lassen sich mit langen, warmen oder kurzen, luftigen Überhosen tragen - ähnlich wie Unterhosen, nur eben mit Polster.

Hosen für Freizeitfahrer

  • Wer länger als 30 Minuten unterwegs ist, kann durch eine Radhose mit Polsterung an Komfort gewinnen und so länger Spaß an der Tour haben.
  • City- und Tourenbike-Sättel fallen eher weich aus und passen sich nach einiger Zeit dem Körper des Fahrradfahrers an. Die Polsterung der Fahrradhose sollte bei weichen Satteln vergleichsweise straff ausfallen.

Radlerhosen für Damen

Radhosen für Frauen haben oftmals keine Träger. Das liegt daran, dass es ohne sie leichter ist, unterwegs mal einen Boxenstopp einzulegen und es gibt auch kein Material, das an der Brust scheuern könnte.

Die Sitzeinlagen bei Radlerhosen für Damen oft etwa kürzer und dafür breiter als bei Männermodellen. Der Bauchbund und die Beinabschlüsse sollten breit sein und nicht einschneiden.

Wie sind Sitzpolster aufgebaut?

Moderne Sitzpolster bestehen häufig aus verschieden dicken und harten Materialien. Das Obermaterial wird aus einem atmungsaktiven Stoff gefertigt. Darunter befinden sich die eigentlichen Polsterungen. Eine verstärkte Polsterung im hinteren Bereich entlastet den Gesäßknochen.

Baut das Polster im vorderen Bereich höher auf, soll das Druckspitzen auf das Schambein abdämpfen. Perforierungen und Ventilationskanäle sorgen für die Thermoregulierung, so stauen sich Wärme und Feuchtigkeit nicht. 

Eine Radhose mit Gel oder Schaumstoff?

Neben Schaumstoffpolstern gibt es auch Polsterungen aus Gel. Gelpolster verformen sich unter der Belastung und passen sich flexibel an deine Sitzposition an, außerdem haben sie gute stoßabsorbierende Eigenschaften. Der Nachteil: Gel kann keine Feuchtigkeit aufnehmen - und wenn die Polster zu dick sind, wackelst du eventuell ganz leicht darauf herum. Das könnte auf Dauer unangenehm werden.

Eine nahtfreie Herstellung der Radhose, zum Beispiel durch ein Verschweißen oder Verkleben der einzelnen Komponenten, verhindert, dass Nähte an der Haut scheuern. Weiter unten findest du vier Tipps, die dir helfen, ein gut verarbeitetes Polster zu finden und es richtig zu pflegen.

Passform des Polsters

Der Schnitt des Sitzpolsters richtet sich nach dem Einsatzzweck der Radhose und dem Geschlecht des- oder derjenigen, für den oder die sie gemacht ist. Der wohl sichtbarste Unterschied ist der in Länge und Breite des Einsatzes. Ein mittlerer Kanal, eine sanfte Vertiefung, im Pad kann den Druck im Dammbereich reduzieren. 

Polstersitz und Sattel

Bei der Anprobe der Fahrradhose in der Umkleidekabine des Radladens gilt es vor allem eines zu beachten: Die Hose sollte, anders als gewöhnliche Sporthosen, nicht im Stehen passen, sondern wenn du auf dem Fahrrad sitzt.

Am besten nimmst du bereits in der Kabine immer wieder eine nach vorn gebeugte oder hockende Haltung ein und prüfst, ob das Polster zu deiner Anatomie passt. Ein gutes Polster sollte jede Bewegung reibungsfrei mitmachen.

Die Hose sollte im Stehen eher stramm sitzen, damit sie auch in einer gebeugten Haltung nah am Körper bleibt. Ist die Fahrradhose zu groß, rutscht dein Gesäß während der Fahrt in der Hose. Das führt zu einer ungleichen Druckverteilung und Schmerzen durch das Scheuern. Ist die Hose zu klein, kneift sie höchstwahrscheinlich irgendwann.

Ein gut sitzendes Polster ist aber erst die halbe Miete. Vor allem kommt es auf das Zusammenspiel von Polster und Sattel an. Alltagsfahrer haben meist weichere und breitere Sättel, während sportliche Fahrer eher auf härtere Sattel setzen, die auch unter längerer Belastung ihre Form behalten.

Etwas dickere Sitzpolster harmonieren eher mit mittelharten bis harten Fahrradsätteln und nicht ganz so langen Fahrten. Wer mit einem dicken Polster auf einem weichen Sattel sitzt, kann an Halt einbüßen und ins „Schwimmen“ geraten oder mit den Sitzknochen einsinken. Statt mehr Komfort zu gewinnen, verlierst du an Kraft und scheuerst dich wund.

Dünne Polsterungen eigenen sich für erfahrene Radsportler, die schon etwas „Sitzhärte“ haben. An ein gut gemachtes, dünnes Pad gewöhnen sich aber auch Fahrradhosen-Neulinge schnell. Der Vorteil einer dünnen Polsterung ist die bessere Belüftung, die z. B. ideal für Ausfahrten an heißen Sommertagen ist.

Der erste Eindruck in der Kabine sollte bestenfalls noch vor dem Kauf einem Praxistest unterzogen werden. Allerdings werden die wenigsten Händler begeistert sein, wenn du mit einer nagelneuen Hose durch die Gegend fährst und sie danach nicht kaufst.

Zudem verändert sich im Laufe der Fahrzeit das Sitzgefühl. Erst nach rund ein bis zwei Stunden ermüdet die Haltemuskulatur und du sitzt „voll“ auf dem Pad. Es bleibt dir also leider nichts anderes übrig, als die Hose zu kaufen, die sich im Laden am besten anfühlt.

Vier Tipps zu Kauf und Pflege

  1. Die Radhose solltest du unbedingt in der passenden Größe kaufen, viele Anbieter haben auf ihrer Webseite Größen- und Maßtabellen, an denen du dich orientieren kannst. Du solltest keine normale Unterhose unter der Radhose tragen, auch nicht bei der Anprobe. Nur so stellst du die richtige Passform deines Polsters sicher. 

  2. Hochwertige Polster haben keine Nahtstellen, die scheuern können. Im besten Fall gibt es nur eine Rundumnaht, mit der das Polster eingenäht ist, oder das Pad ist mit dem Hosenmaterial verklebt oder verschweißt. Gibt es eine Außennaht, achte auch bei dieser auf die Verarbeitung. Doppelte Fäden und dichte Stiche sind gute Qualitätsmerkmale - und sie sollte natürlich möglichst flach sein.

  3. Während der Fahrt dringt Schweiß in das Polster ein und macht es unflexibel, zudem kann Sonnencreme das Material der Hose angreifen. Du solltest die Radhose deshalb nach jeder Ausfahrt mit lauwarmen Wasser auswaschen oder in die Waschmaschine geben. Beachte dazu das Pflegeetikett und verwende keinen Weichspüler. 

  4. Taschen an der Sattelstütze können die Oberschenkel-Innenseite der Radhose aufscheuern. Besonders abstehende Klettverschlüsse beschädigen die beste Fahrradhose innerhalb kürzester Zeit. Stelle sicher, dass deine Hose nur mit dem Sattel in Berührung kommt.

Wir aus der Bikes.de-Redaktion haben eine große Leidenschaft: Fahrräder. Und diese Leidenschaft wollen wir mit dir teilen. Daher sind wir immer auf der Suche nach neuen, spannenden und relevanten Themen rund ums Rad, die dir Information und Orientierung bieten – und vor allem jede Menge Lust aufs Radfahren machen sollen. Viel Spaß beim Lesen!