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Fahrradhelm einstellen: so geht’s

Fahrradhelm einstellen: so geht’s

12.07.2021 - Update: 19.07.2021

Um bei einem Sturz ausreichend zu schützen, sollte ein Fahrradhelm perfekt zur Kopfform passen und optimal eingestellt sein. Außerdem trägt sich ein passender Helm viel angenehmer, denn ein zu kleiner Helm kann zum Beispiel während der Fahrt drücken. Das ist schmerzhaft, kann die Konzentration einschränken und Kopfweh verursachen.

Wer ein zu großes Modell kauft, läuft Gefahr, dass der Fahrradhelm bei einem Aufprall verrutscht und die Schutzfunktion dann nicht mehr (voll) gegeben ist.

Die richtige Größe des Fahrradhelms finden

Zwar haben die meisten Fahrradhelme einen Kopfring, der sich in der Weite verstellen lässt, aber das ist nur bis zu einem gewissen Grad möglich und sinnvoll. Denn wird der Abstand zwischen Schale und Haltering zu groß, kann das die Schutzwirkung verschlechtern.

Deshalb ist die richtige Größe ein entscheidender Faktor beim Kauf eines neuen Helms. Deine Helmgröße orientiert sich an deinem Kopfumfang. Um den zu ermitteln, brauchst du nur ein Maßband und gegebenenfalls einen Spiegel.

  • Lege das Band mit einer Hand an deine Stirn, etwa einen Zentimeter oberhalb der Augen und Ohren. Der Haaransatz ist zu hoch für die Messung.
  • Führe das Band mit der anderen Hand um den Kopf. Es darf nicht in den Nacken fallen, sondern soll sich um die breiteste Stelle deines Kopfes legen.
  • Den Kopfumfang kannst du an der Stelle ablesen, an der das Band sich kreuzt.

Die meisten Hersteller geben ihre Helmgrößen in Zentimetern und Größenbereichen an. Internationale Einheiten von XS bis XL sind aber ebenso verbreitet. Was bei einer Marke die Größe M ist, kann bei einer anderen Marke jedoch die Größe L sein. Die folgenden Angaben sind also nur als Richtwert zu verstehen.

Größe Kopfumfang in Zentimetern
XS 53-54
S 55-56
M 57-58
L 58-59
XL 59-60

Die richtige Passform

Neben der korrekten Größe sollte dein neuer Fahrradhelm auch die für deinen Kopf optimale Passform haben. Je nach Hersteller und Modell sind Fahrradhelme manchmal ein wenig schmaler oder etwas breiter ausgelegt.

Zudem hat jeder Hersteller sein eigenes Verstellsystem im Inneren des Helms. Meistens besteht das Verstellsystem aus einem Kunststoffring, der sich über ein Drehrad am Hinterkopf oder eine Ratsche enger und weiter stellen lässt.

Mit diesen vier Tipps kannst du die Passform deines Helms überprüfen

  • Größe: Dein Fahrradhelm sollte deinen Hinterkopf und deine Stirn bedecken. Sitzt er waagrecht, sollte er zwei Finger breit über der Nasenwurzel enden. Überprüfe auch, ob dein Sichtfeld durch den Helm eingeschränkt wird. Das sollte nicht der Fall sein.
  • Kopfring: Den Umfang des Fahrradhelms kannst du mittels eines Drehrads oder eines Ratschenmechanismus am Hinterkopf verstellen. Um den korrekten Sitz zu überprüfen, beuge dich nach vorn, ohne die Kinnriemen zu schließen. Nur wenn der Helm auf dem Kopf bleibt, ist er richtig eingestellt. Aufrechtstehend, sollte er sich auf dem Kopf nicht verdrehen lassen, schon gar nicht mit einer Hand. Sonst ist er zu groß. Schiebt sich der Helm dagegen auf dem Kopf nach oben, wenn du den Kopfring enger stellst, ist der Helm zu klein.
  • Riemen: Schiebe den Regler, also das Kunststoffstückchen, an dem die beiden von oben kommenden Riemen zu einem zusammenlaufen, so zurecht, dass er am Wangenknochen anliegt. Die beiden am Helm ansetzenden Riemen sollten ein gleichmäßiges, gestrafftes Dreieck um dein Ohr bilden und der Riemen danach senkrecht nach unten verlaufen. Zwischen dem Verteiler und dem Ohr sollte ein fingerbreiter Abstand liegen.
  • Kinnverschluss: Der Riemen wird mittels eines Verschlusses (Ratsche oder Magnet) zusammengehalten. Du solltest den Verschluss so einstellen, dass er unter dem Kinn anliegt, ohne auf den Hals zu drücken. Haben ein bis zwei Finger zwischen Verschluss und Kinn Platz, sitzt der Helm perfekt.

Anpassung von Kinderhelmen

Ob im Kinderfahrradsitz, im Lastenrad oder zum ersten Mal auf dem eigenen Fahrrad – erst der passende Helm für das Kind macht das Erkunden der Welt auf dem Fahrrad sicher. Viele Kinder tragen von sich aus einen Helm, wenn sie es von Anfang an so gewohnt sind.

Wer sein Kind noch von einem Kopfschutz überzeugen muss, sollte sich beim Kauf Zeit dafür nehmen, ein Modell in einer attraktiven Farbe oder mit einem spannenden Motiv zu finden, sprich: einen Helm auszusuchen, der dem Kind gefällt – und ihm natürlich auch passt.

Als Richtwert kannst du dir diese Angaben nehmen:

Alter Kopfumfang in Zentimeter
0-3 Jahre 44-52
2-7 Jahre 46-57
5-12 Jahre 52-60
12+ Jahre 52-65

Störfaktoren bei Kinderhelmen

Damit sich dein Kind nicht von den Riemen oder dem Verschluss gestört fühlt, solltest du dir für das Einstellen Zeit nehmen. Eine Riemenführung, die die Gurtbänder in die richtigen Bahnen lenkt, erhöht den Tragekomfort für Kinder erheblich.

Zudem sollte ein Kinderhelm unbedingt einen Einklemmschutz haben, also einen hinterlegten oder anderweitig geschützten Verschluss, damit sich der kleine Rad(mit)fahrer beim Zumachen nicht die Haut am Kinn einzwickt.

Die Lüftungsschlitze sollten auch bei Kinderhelmen nicht zu klein ausfallen. Schutznetze über den Schlitzen verhindern, dass während der Fahrt Insekten unter den Fahrradhelm gelangen. Im besten Fall tragen ein heller Farbton und Reflektoren zur Sichtbarkeit im Straßenverkehr bei.

Reinigung und Lagerung des Fahrradhelms

Damit du möglichst lange etwas von deinem Helm hast, solltest du einige Dinge bei der Pflege und Lagerung beachten.

  • Lagerung: Ist dein Fahrradhelm gerade nicht in Gebrauch, solltest du ihn an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort lagern. Bist du mit dem Auto unterwegs, solltest du den Helm nicht auf der Heckablage liegen lassen, die direkte Sonneneinstrahlung bzw. deren Wärme können das Material spröde werden lassen. Das Gleiche gilt für Heizungen: In deren Nähe sollte dein Helm besser nicht (über längere Zeit) kommen.
  • Reinigung Helm: Für die Reinigung des Helms benötigst du nur einen Lappen und lauwarmes Wasser. Eine sanfte Seifenlauge kann Staub und trockenen Schmutz lösen. Auf keinen Fall solltest du Lösungsmittel verwenden, da sie den Hartschaumstoff angreifen können.
  • Reinigung Helmpolster: Die Polsterung (Pads) im Inneren des Helms lassen sich meist per Klettverschluss herausnehmen. Dann kannst du sie separat waschen. Entweder per Hand oder mit 30 Grad in der Waschmaschine. Achte hier unbedingt auf die Pflegehinweise des Herstellers. Zum Trocknen solltest du die Polster jedoch nicht in den Wäschetrockner werfen, oder auf eine Wärmequelle legen, das lässt sie vorzeitig altern. Besser: an der Luft trocknen lassen.

Lebensdauer: Wann den Fahrradhelm austauschen?

Je nach Hersteller haben Fahrradhelme bei einem normalen Gebrauch eine Lebensdauer von drei bis fünf Jahren. Der Hartschaumstoff im Inneren des Helmes ist während der Benutzung verschiedenen Einflüssen ausgesetzt.

Sonnenlicht und Schweiß führen dazu, dass das Material unelastisch wird und sich die Dämpfungseigenschaften verändern. Das kann sich negativ auf die Schutzfunktion auswirken. Deshalb solltest du nach Ablauf dieser Frist den Helm ausmustern, auch wenn er äußerlich noch gut aussieht.

Nach einem Unfall solltest du den Fahrradhelm immer austauschen, auch wenn er keine sichtbaren Schäden davongetragen hat. Haarrisse können die Stabilität beeinträchtigen, was bei einem weiteren Sturz schlimme Folgen haben kann.

Fazit

Fahrradhelme gibt es in verschiedenen Größen, Varianten und Preislagen. Nimm dir für die Auswahl deines Modells etwas Zeit, schließlich geht es um deinen Kopf! Lasse dich am besten von einem kundigen Fachhändler beraten und probiere deinen Wunschhelm auf jeden Fall vorher an.

Denn ein passender Helm ist nicht nur komfortabel, sondern vor allem auch sicherer als ein zu großer oder zu kleiner. Wenn du deinen Helm richtig pflegst und nicht stürzt, hast du rund drei bis fünf Jahre etwas von ihm.