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Gute Vorsätze: So setzt du sie um

Gute Vorsätze: So setzt du sie um

23.04.2021 - Update: 16.06.2021

Gute Vorsätze: So setzt du sie um

Der Jahreswechsel ist eine gute Zeit, um alte Gewohnheiten zu reflektieren und deine Ziele neu zu setzen - was aber nicht heißen soll, dass du dir nicht jederzeit vornehmen kannst, den Job zu wechseln, mehr Sport zu machen oder gesünder zu essen. An Begeisterung und guten Ideen mangelt es den wenigsten, aber wer seine Ziele zu hoch steckt, verliert schnell die Motivation ... und das wars dann mit den guten Vorsätzen. Damit dir das nicht so geht, erklären wir dir anhand einiger guter Fahrradvorsätze, wie du am Ball bzw. im Sattel bleibst. 

Vier beliebte Fahrradvorsätze

Im Alltag, wenn Arbeit, Familie und Haushalt jongliert werden müssen und sich meist schon über die Jahre bestimmte Routinen eingeschliffen haben, ist es gar nicht so leicht, neue Gewohnheiten zu etablieren.

Die gute Nachricht: Wenn du dir vorgenommen hast, dich künftig mehr zu bewegen, lässt sich das durch Radfahren ganz einfach in den Alltag integrieren. Wie das und noch mehr radbezogene Vorsätze gelingen, verraten wir dir hier.

Vorsatz 1: „Ich möchte das Fahrrad für den Weg zur Arbeit nutzen!"

Ein schlagkräftiges Argument für den Vorsatz, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu pendeln, lieferte die Universität Glasgow in einer Studie aus dem Jahr 2017. Wissenschaftler haben fünf Jahre lang Daten von 250.000 Pendlern ausgewertet. Die Radfahrer legten im Schnitt rund 48 Kilometer pro Woche zurück. Das bemerkenswerte Ergebnis: Menschen, die mit dem Rad zur Arbeit kamen, senken ihr Mortalitätsrisiko um 41 Prozent gegenüber Menschen, die mit dem Auto fuhren.

Das Beste an dieser Entdeckung: Das bedeutet, du musst dich nicht extra zum Sport quälen. Eine gesunde Dosis an Bewegung lässt sich ganz einfach in den Alltag einbauen. Dafür gilt es, eine Routine zu entwickeln, die in deinen Tagesablauf integrierbar und langfristig umsetzbar ist. Das heißt: Mach dir das Radeln zur Arbeit so angenehm wie möglich. 

Tipps:

  • Je nachdem, wie lang dein Arbeitsweg ist oder wie fit du bist, musst du nicht gleich komplett alles und jeden Tag radeln. So kannst du eventuell das Bike ein paar Stationen mit den Öffentlichen mitnehmen und verkürzt dadurch die Radstrecke. Auch, an einem Tag morgens ins Büro zu radeln und mit dem Bus nach Hause zu fahren und es am nächsten umgekehrt zu machen, kann den Einstieg erleichtern. Oder du setzt dir zwei oder drei fixe "Fahrradtage" pro Woche.
  • Transportierst du Laptop und Arbeitsunterlagen in einem Rucksack auf dem Rat, ist es recht wahrscheinlich, dass du auf dem Rücken schwitzt. Und mit einem Schweißfleck auf dem Rücken sitzt niemand gern im Büro. Verstau deine Utensilien deshalb am besten in einer Fahrradtasche oder befestige den Rucksack am Gepäckträger.
  • Bestimmt kennst du den einen oder anderen Kollegen, der auch mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt. Eine Fahrradgemeinschaft kann den Start in den Tag entspannter gestalten. Vielleicht findest du auch jemanden im Büro, den du zum Umstieg auf das Fahrrad motivieren kannst. Wenn du morgens mit jemandem verabredet bist, fällt es leichter, sich zum Radeln zu motivieren.

Vorsatz 2: „Ich möchte ohne Auto durch den Alltag kommen.“

Lebensmittel einkaufen, ein Paket abholen oder abends zur Weiterbildung oder dem Treffen mit Freunden fahren – viele könnten diese Wege auch auf dem Fahrrad zurücklegen, schieben aber Gründe wie „zu wenig Transportraum“ oder „zu nass“ vor, um es nicht zu tun.

Dabei hat das Fahrrad gerade in der Stadt enorme Vorteile gegenüber dem Auto. Du ersparst dir zum Beispiel die nervige Parkplatzsuche und kannst das Rad direkt neben dem Ladeneingang oder dem Restaurant abstellen. Und: Du fährst ganz locker am Stau in der Innenstadt vorbei.

Tipps:

  • Regen ist kein Grund, das Rad in der Garage zu lassen. Ausgerüstet mit Regenjacke, Regenhose und eventuell auch wasserdichten Überschuhen, bist du bestens gerüstet. Auch die Anschaffung einer wasserdichten Fahrradtasche kann sich gerade fürs Einkaufen lohnen. Eine klassische Satteltasche legst du über den Gepäckträger, daneben gibt es auch zwei einzelne Taschen, die du oft sogar werkzeuglos mit einem Klicksystem jeweils rechts und links am Gepäckträger befestigen kannst. 
  • Lastenanhänger haben sogar ausreichend Platz für einen gesamten Wocheneinkauf. Daneben kann ein Anhänger auch für andere Zwecke zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel für die Entsorgung von Altpapier und Altglas. Achte darauf, dass deine Waren gut gesichert sind. Gummibänder helfen deine Güter und das Verdeck des Anhängers zu fixieren. 
  • Nutzt du das Fahrrad in der Stadt, solltest du dir außerdem ein gutes Fahrradschloss anschaffen und dein Bike immer an einem festen Gegenstand (Fahrradbügel etc.) anschließen.

Vorsatz 3: „Ich bringe mein altes Fahrrad endlich wieder in Schuss.“

Du musst nicht auf einem superleichten Rennrad oder nagelneuen E-Bike unterwegs sein, um am Fahrradfahren Spaß zu haben. Wer noch ein Fahrrad im Keller stehen hat, kann es vielleicht mit ein paar Handgriffen wieder fahrtauglich machen.

Zuerst steht eine Grundreinigung mit Schwamm und Seifenlauge an, bei der du den gröbsten Schmutz entfernst. Trockne den Rahmen und die Reifen mit einem alten Handtuch ab. Den geringen Reifendruck bekommst du mit einer ordentlichen Luftpumpe in den Griff. Ein wenig Kettenöl sorgt dafür, dass der Antriebsstrang wieder geschmeidig läuft. Neues Lenkerband oder Fahrradgriffe fühlen sich fast an als hättest du ein neues Rad und werten das Fahrrad auch optisch auf - das Gleiche gilt für einen neuen Sattel. Der kann auch den Fahrkomfort erhöhen, sodass du dein Rad umso lieber benutzt.

Tipp:

Vielleicht hast du Freude an der Reparatur deines Fahrrads, aber gelangst irgendwann an die Grenzen deiner Kenntnisse. In Schrauberkursen kannst du dein Wissen über Fahrräder und dein handwerkliches Geschick ausbauen. Hier lernst du, wie du Bremszüge tauschst, die Schaltung einstellst oder die Reifen wechselst.

Vorsatz 4: „Ich nehme mein Fahrrad in den Urlaub mit!“

Eine neue Umgebung lässt sich super mit dem Fahrrad erkunden. Es in den Urlaub oder auf Wochenendtrips mitzunehmen, ist also eine ziemlich gute Idee. Das erfordert ein wenig Vorbereitung, aber es gibt für jedes Fortbewegungsmittel eine Transportlösung.

Pkw: Fährst du einen Kombi oder SUV, kannst du normalerweise ein bis zwei Fahrräder im Kofferaum verstauen. Manchmal musst du das Vorderrad (und evtl. auch das Hinterrad) ausbauen, damit das Bike hineinpasst. Es empfiehlt sich außerdem, das Fahrrad in eine Transportschutztasche zu packen oder eine Decke unter das Bike zu legen, damit das Auto sauber bleibt. Die ausgebauten Laufräder kannst du ebenfalls in Decken wickeln. 

Fährt die ganze Familie mit, kannst du mehrere Fahrräder außen am Fahrzeug befestigen. Im Fachhandel sind verschiedene Trägersysteme wie Dachträger, Heckträger und Kupplungsträger bereits ab 80 Euro erhältlich. 

Bahn: Im Regelfall kannst du dein Fahrrad in Regional- und Expresszügen mitnehmen. Für den Transport eines Fahrrads in Fernverkehrszügen bedarf es einer Reservierung, in manchen Zügen (z. B. viele ICEs) ist die Fahrradmitnahme (noch). nicht erlaubt. Informiere dich deshalb mit genügend Vorlauf. Und: Besonders in den Sommermonaten sind die Fahrradstellplätze in den Zügen begehrt und schnell vergriffen. Buche also rechtzeitig.

Bus: Viele Busunternehmen führen Fahrradträger bei ihren Fahrten mit. Wie beim Transport am Auto, ist das Fahrrad am Bus der Witterung ausgesetzt, Es kann also sinnvoll sein, es mit einer Regenhülle zu schützen. Setze dich möglichst so, dass du dein Fahrrad auch bei Zwischenstopps im Auge hast oder steige kurz aus, um Dieben keine Chance zu geben - und die Beine etwas zu vertreten tut außerdem gut.

Flugzeug: Viele Fluggesellschaften nehmen Fahrräder als Sperrgepäck mit. Schützen kannst du es mit einem speziellen Radkoffer, wenn du dafür kein Geld ausgeben möchtest, kannst du bei deinem Radhändler auch nachfragen, ob er dir einen Bike-Transportkarton überlässt. E-Bikes dürfen aufgrund des Akkus gar nicht in ein Flugzeug. Informiere dich in diesem Fall am besten frühzeitig über die Möglichkeit, Fahrräder an deinem Urlaubsort auszuleihen.

Vier Motivationshilfen, um Vorsätze durchzuziehen

Du willst dir gar nichts mehr vornehmen, weil du schon so oft an deinen Vorsätzen gescheitert bist? Das lässt sich ändern! Wir zeigen dir, wie du deine guten Vorsätze nicht wieder über Board wirfst und deine Ziele im Auge behältst. 

1. Bleib realistisch

Staple deine Vorsätze eher ein bisschen zu tief als zu hoch. Wer im vergangenen Jahr seine Freizeit überwiegend auf der Couch verbracht hat, darf stolz darauf sein, wenn er sich zweimal die Woche auf das Fahrrad schwingt. Eine gesunde Routine zu schaffen ist wichtiger, als sofort an Dauer und Intensität zu denken.

Ein großes Ziel kann motivieren – gib dir dafür aber ein bisschen Zeit. Such dir ein Zwischenziel, das nicht so weit von deinem momentanen Trainingsstand entfernt ist. Mit jeder Etappe darfst du deinen Erfolg genießen und kannst deine Ansprüche höher schrauben.

2. Bleib verbindlich

Du bist auf dem Fahrrad unterwegs, dein Vorsatz ist Wirklichkeit geworden. Jetzt bloß keine falsche Bescheidenheit! Erzähle deiner Familie und deinen Freunden davon. Ein Versprechen, das du dir selbst gegeben hast, ist schneller gebrochen, als eines, das du laut verkündest. Schaffe Verbindlichkeit dir selbst gegenüber. Vielleicht wirkst du damit sogar motivierend auf deinen Bekanntenkreis ein und radelst bald nicht mehr allein?

3. Bleib nachsichtig

Das Wetter ist schlecht, der Körper ist schlapp, die Couch war noch nie so bequem – dein erstes Motivationsloch kommt bestimmt. Du solltest dich nicht dafür verurteilen, denn das kann dazu führen, dass du das gesamte Vorhaben aufgibst. Motivationslöcher und Rückschläge passieren nicht nur dir, früher oder später treffen sie mit großer Wahrscheinlichkeit jeden. Heute hat es nicht geklappt? Egal, morgen ist ein neuer Tag.

Konzentriere dich auf deine Erfolgserlebnisse, egal wie klein sie sind. So motivierst du dich, nach einem Aussetzer wieder aufs Fahrrad zu steigen.

4. Bleib freudig

Gute Vorsätze sollen zu einer Veränderung in deinem Lebensstil führen. Es ist wichtig, während des Jahres einen positiven Zugang zu dieser Veränderung aufrecht zu halten. Zwischen der Formulierung „Ich muss wieder Fahrradfahren“ und „Ich will wieder Fahrradfahren“ stehen Motivationswelten. Für das langfristige Gelingen deines Vorhabens, solltest du dir immer wieder in den Kopf rufen, dass du das, was du tust, willst und nicht musst. Fahrrad fahren soll Spaß machen und kein Zwang sein. Mit Spaß 20 Minuten zu fahren ist im Zweifelsfall besser als sich eine Stunde vorzunehmen, die du aus Unlust oder Zeitmangel ausfallen lässt.

Vorsätze: nur gut, wenn sie zu dir passen

Gute Vorsätze sind nicht automatisch gut für dich. Sie müssen in dein Leben integrierbar sein. Wer scheitert, der verurteilt sich. Das führt zu Frust. Suche dir deshalb realistische Ziele und setze dich nicht zu sehr unter Druck. Du darfst auch mal gegen deinen eigenen Vorsatz verstoßen, wenn die generelle Tendenz stimmt