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Schutzbleche – im Winter eine gute Idee

Schutzbleche – im Winter eine gute Idee

28.04.2021 - Update: 16.06.2021

Schutzbleche – im Winter eine gute Idee

Schutzbleche gehören zur Standardausrüstung eines jeden Alltags- und Freizeitfahrers. Sie schützen nicht nur deine Kleidung vor Schmutz und Wasser, sondern auch deinen Fahrradrahmen vor Steinschlag. Sportliche Fahrer verzichten oft ein auf Schutzblech. Wir zeigen dir, wer wirklich ein Schutzblech braucht, welche Arten von Schutzblechen es gibt und worauf du beim Kauf achten solltest.

Wofür brauche ich ein Schutzblech?

Das Profil deiner Reifen nimmt während der Fahrt Verschmutzungen von der Fahrbahn auf und schleudert sie aufgrund der Gravitationskräfte wieder von sich. Ein Vorgang, der sich besonders bei einer feuchten oder unbefestigten Fahrbahn bemerkbar macht. Ohne Schutzblech landet der Schmutz des Vorderrads auf den Schuhen und am Fahrrad und der Schmutz des Hinterrads auf Hintern und Rücken. Kleine Steinchen können sogar Lackschäden an deinem Fahrrad hervorrufen.

Welche Arten von Schutzblechen gibt es?

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Schutzblechen: Schutzbleche, die fest montiert werden und ansteckbare SchutzblecheFest montierte Bleche machen vor allem bei Fahrrädern für den Alltag, wie zum Beispiel bei Trekking- und City-Bikes Sinn. Man kann sie allerdings nur am Rad festschrauben, wenn das Fahrrad die notwendigen Ösen hat. Steckblech-Sets können an jedem Fahrrad angebracht und wieder abgenommen werden. Vor allem Fahrer, die mit sportlichen Rädern wie Rennrädern oder Mountainbikes unterwegs sind, schätzen diese Flexibilität.

Fest montierte Schutzbleche

Standard-Schutzbleche sind am Rahmen montiert und liegen nah am Reifen an. Da sie auch bei Erschütterungen dort bleiben, wo sie hingehören, ist der Spritzschutz wesentlich besser als bei Steckschutzblechen. Anschraubbare Bleche sind als dauerhafte Option konzipiert, was sie unabhängig von den Wetterbedingungen daher zu einer beliebten Wahl für Ganzjahresradler macht. Der Nachteil von angeschraubten Schutzblechen liegt darin, dass sie nicht für ein Fahrrad ohne die erforderliche Montagemöglichkeit geeignet sind, und bei sportlichen Geländefahrten durch Klappern nerven können.

Sie sind in verschiedenen Materialien erhältlich und können auch etwas mehr wiegen. Damit ein Schutzblech-Set aus Metall nicht am Rad streift, solltest du es mit Streben fixieren. Die Montage geht einfach von der Hand, wenn du einen Maulschlüssel, einen Innensechskantschlüssel und einen Kreuzschraubendreher parat hast. In diesem Video von SKS siehst du, wie du dein Schutzblech und die Streben montierst. 

Laufrad-Umfang

Bei festen Fahrradschutzblechen spielt der Umfang der Laufräder eine große Rolle, da das Schutzblech exakt passen muss. Diese Umfang wird in Zoll angegeben. In der Regel haben die Laufräder von Fahrrädern für Erwachsene eine Größe von 28 Zoll. Mountainbikes eine Größe zwischen 26 und 29 Zoll. Achte beim Kauf also auf den empfohlenen Laufradumfang. 

Reifen-Breite

Ein Spritzschutz kann seiner Funktion nur nachkommen, wenn er breiter als der Mantel des Rades ist. Ist das Schutzblech zu schmal, können Verunreinigungen am Blech vorbei fliegen und auf deiner Kleidung landen. Achte darauf, dass dein Blech auf jeder Seite drei bis fünf Millimeter übersteht. Ein leichtes U-Profil schirmt deine Reifen auch von der Seite ab. 

Länge und Verlängerungen

Längere Schutzblech-Sets bieten eine größere Abdeckung, halten deine Füße und Beine trocken und lenken vor allem Wasser und Schmutz von Bremsen und Antriebssträngen ab. Wenn dein Schutzblech die Hälfte deines Reifens abdeckt, bist du auf der sicheren Seite. 

Ist dein Fahrradschutzblech zu kurz, musst du nicht zwangsweise ein neues Set kaufen, um trockenen Fußes nach Hause zu kommen. Mud-Flaps sind Schmutzfänger, die dein Schutzblech schnell und unkompliziert verlängern. Sie bestehen aus Kunststoff, Carbon, Neopren oder Leder und werden mit einem beiliegenden Kabelbinder am Ende des Schutzblechs angebracht. Mehr Informationen über die verschiedenen Materialien findest du weiter unten im Text.

Steckschutzblech

Ein Steckschutzblech kannst du ohne Werkzeug am Fahrrad montieren. Das vordere Blech befestigst du an der Gabel oder dem Unterrohr und das hintere am Sattelrohr. Abnehmbare Fahrradschutzbleche eignen sich vor allem für sportliche Radler, wie zum Beispiel Rennradfahrer, bei denen jedes Gramm zählt. Mountainbiker haben oft mit hohem Beschuss in Form von Schmutz und Spritzwasser zu kämpfen und brauchen ein besonders breites Schutzblech.

Rennrad

Rennradfahrer sind stets auf der Suche nach Anbauteilen mit geringem Gewicht, deshalb müssen Steckbleche leicht und aerodynamisch sein. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese Schutzbleche anzubringen. Der vordere Schützer kann mit Gummis am Unterrohr, mit Klettverschluss oder Quick Release an der Gabel fixiert werden. Der hintere Schützer wird an der Sattelstütze befestigt. Daneben gibt es auch Modelle die eine fest installierte Halterung benötigen, aber abgenommen werden können.

Schutzbleche für das Rennrad bestehen meist aus Aluminium, Kunststoff oder Carbon und sind besonders schmal und leicht. Eine Winkeleinstellung erlaubt es dir, das Schutzblech nahe am Reifen zu halten. 

Ass-Saver

Ein Ass-Saver ist ein kurzer, flexibler Plastikschutz, den du in das Sattelgestell klemmen kannst. Er ist ingesamt etwa 50 Zentimeter lang, wobei ungefähr 20 Zentimeter davon unter dem Sattel verschwinden. In der Breite fällt diese Variante üppiger aus, da er sich in einigem Abstand zum Hinterrad befindet. Wird er nicht gebraucht, kannst du ihn einfach zusammenfalten und unter dem Sattel transportieren.

Mountainbike

MTB-Schutzbleche sollten flächig ausfallen und dabei so flexibel sein, dass sie nach einem Crash wieder ihre ursprüngliche Form annehmen können. Sie schützen nicht nur den Fahrer, sondern auch das MTB und die Dichtungen der Federgabel. Der Schlamm im Gelände kann so zähflüssig und klebrig sein, dass sich herkömmliche Schutzbleche komplett zusetzen würden. Daher kommen am MTB besondere Steckbleche ins Spiel.

Mud-Guards

Mud-Guards, oder Mud-Fender sind etwa 20 bis 40 Zentimeter lange, klemmbare Schutzbleche, die du unter der Gabelbrücke deines MTBs befestigen kannst. Zwischen dem Reifen und dem Blech sollten zwei Zentimeter Abstand sein. Ein scharfkantiger Schaber an der Rückseite des Mud-Guards streift den zähflüssigen Matsch ab. Der restliche Schlamm kann sich am Blech entlang nach oben schieben und zur Seite wieder rausfallen.

Dirtboards

Dirtboards sind stabile Plastikschützer, die dir im Gelände den Rücken freihalten. Du kannst den schwarzen Spritzschutz an der Sattelstütze deines MTBs montieren und den Winkel zum Hinterrad in der Regel verstellen. Dirtboards für MTBs fallen im Vergleich zu ansteckbaren Schützern für das Rennrad relativ breit aus. Daneben gibt es Dirtboards, die du mit zwei Schlaufen am Unterrohr deines Mountainbikes befestigen kannst.

Material

Zur Herstellung von Fahrradschutzblechen kommen verschiedenste Materialen zum Einsatz. Sie unterscheiden sich in der Optik, im Gewicht und in der Preisklasse.

  • Kunststoff: Einfache Modelle aus schwarzem Kunststoff erfüllen ihren Zweck und punkten mit einem niedrigen Preis, allerdings kann ihr Erscheinungsbild nicht mit kostspieligeren Materialien mithalten. Darüber hinaus gibt es Modelle mit Alu-Armierung, die etwas steifer und robuster als einfache Kunststoffvarianten sind.
  • Aluminium: Alumodelle sind vor allem unter fest montierten Schutzblechen weit verbreitet und bestechen mit einer metallisch glänzenden, oder schwarzen Optik. Ihr Gewicht ist etwas höher als das von Blechen aus Kunststoff oder Carbon. Preislich liegen sie im Mittelfeld. Durch ein aufwendiges Strangpressverfahren geformt, sind sie wahre Allrounder, da z.B. ein Rücklicht direkt integriert werden kann. 
  • Edelstahl: Mit diesem stabilen Material lassen sich lange Bleche mit starker Rundung herstellen, die etwa die Hälfte eines Rades umgeben und den besten Schutz vor Schlamm, Spritzwasser und Fremdkörpern bieten. Da die Bleche sehr steif sind, bleiben sie immer in Position und wackeln während der Fahrt nicht. Stahlbleche sind jedoch echte Schwergewichte und auch die Montage ist meist eher aufwendig. Preislich befinden sie sich im Mittelfeld.
  • Carbon: Schutzbleche aus Carbon sind besonders leicht und für sportliche Fahrer oft die erste Wahl. Da die Herstellung aufwendig ist, bringen sie jedoch einen höheren Preis mit. Da herkömmliches Carbon nicht allzu strapazierfähig ist und bei Stürzen brechen kann, sollten Fahrer hier sicher und vorsichtig unterwegs sein. Modelle aus speziellem Flexi-Carbon, einem carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK), sind flexibler und wirken diesem Problem entgegen, haben dafür jedoch auch ihren Preis. 
  • Neopren: Für Mountainbiker gibt es spezielle Lösungen aus Neopren (NeoGuard™). Sie passen zwischen Federgabel-Krone und Gabelstrebe und verhindern, dass der Schlamm auf direktem Wege ins Gesicht fliegt. Außerdem zielen sie darauf ab, dein Bike während der Abfahrt schlammfrei zu halten, um negative Auswirkungen auf die Performance zu verhindern. Dank Klettverschluss lassen sie sich schnell anbringen, unkompliziert wieder abnehmen und waschen – für Downhiller eine innovative und günstige Lösung.
  • Leder: Ein Spritzschutz („Mud-Flap“) aus Leder kann super zu einem klassischen Bike mit Ledersattel passen, eignet sich jedoch wirklich nur als Verlängerung zum eigentlichen Schmutzfänger.
  • Holz: Modelle aus Holz verleihen deinem Bike eine einzigartige Optik, bringen durch eine aufwendige Herstellung mit viel Handarbeit aber auch einen ordentlichen Preis mit. Je nach Verarbeitung und Lackierung halten sie Witterungseinflüssen besser oder schlechter stand.

Kosten

Schutzblech-Sets für die Festmontage an deinem Alltagsfahrrad sind bereits ab einem Preis von etwa 20 Euro zu erhalten. Schutzbleche mit integrierter Beleuchtung findest du ab etwa 30 Euro im Fachhandel. 

Für ein Schutzblech-Set, das du an dein Rennrad stecken kannst, solltest du etwa 30 Euro einplanen. Vor allem Modelle aus Kunststoff sind in dieser Preisklasse erhältlich, wechselst du zu Sets aus Carbon musst du mit einem Preis von etwa 170 Euro rechnen.

Ass-Saver sind die erschwinglichsten Schützer und bereits ab einem Preis von 9 Euro erhältlich.

Spritzschutz für das Mountainbike wird aufgrund der verschiedenen Hinterbauvarianten eher separat als im Set angeboten. Einen Mud-Guard oder Fender für den Vorderreifen deines MTBs bekommst du ab 20 Euro. Ein Schutzblech aus Hartplastik für den Hinterreifen deines MTBs erhältst du bereits für 10 Euro. 

Sollte ich immer mit Schutzblech fahren?

In der StVZO finden sich keine Vorgaben zu Schutzblechen, da sie sich nur mit sicherheitsrelevanten Regelungen befasst. Ob und mit vielen Schutzblechen du unterwegs bist, hängt also ganz von dir ab.

Benutzt du dein City-Bike oder Trekking-Bike überwiegend für gemütliche Touren mit Freunden und praktische Zwecke, also um zur Arbeit zu fahren, von A nach B zu gelangen und einzukaufen, kannst du getrost zu festmontierten Schutzblechen greifen, die dich immer begleiten. Ein Schutzblech-Set schützt dein Bike vor Sand oder kleinen Steinen, die sensible Komponenten angreifen können. Das kann ihre Lebensdauer erhöhen, wodurch du dir wiederum einiges an Geld und Ärger sparen kannst.

In anderen Fällen fährt es sich ohne Schutzbleche besser. Für sportliche Fahrer ist es sinnvoll, unnötigen Ballast zu vermeiden, um das Gewicht des Bikes möglichst gering zu halten. Ein paar hundert Gramm sind auf den ersten Blick vielleicht nicht so schlimm, aber in der Summe können sich auch kleine, leichte Teile bemerkbar machen und das Tempo beeinträchtigen. 

Fazit

Für Alltagsfahrer und Pendler erweisen sich Schutzbleche als wahrer Segen. Die Kleidung bleibt trocken und du kommst sauber in der Arbeit an, ohne dass die Fahrt bei Wind und Wetter Kleidung und Gepäck ruiniert. 

Für sportliche Fahrer sind die praktischen Schmutzfänger bei schlechtem Wetter sinnvoll, sonst aber eher Ballast. Auch für Personen, die sich eine cleane Optik wünschen und sich eher bei schönem Wetter auf das Bike schwingen, ist die flexible Variante eine gute Wahl.