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Die passende Beleuchtung für Alltagsfahrer und Sportler

Die passende Beleuchtung für Alltagsfahr...

28.04.2021 - Update: 16.06.2021

Die passende Beleuchtung für Alltagsfahrer und Sportler

Mit dem passenden Licht bist du im Straßenverkehr sicher unterwegs und wirst von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen. Wir bringen Licht ins Dunkel und verraten dir, welche Lichtkomponenten an deinem Bike vorhanden sein müssen, welche neuen Features es gibt und mit welchem Licht du am besten fährst.

Das muss dran sein

Damit du immer sicher unterwegs bist, sind nach der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) einige Leuchtkomponenten vorgeschrieben:

  • weißes Front- und rotes Rücklicht
  • weißer Reflektor vorne und roter Rückstrahler hinten
  • Reflektorstreifen oder je zwei Speichenreflektoren („Katzenaugen") pro Rad

Der weiße Frontscheinwerfer sorgt dafür, dass du in Fahrtrichtung auch nach Einbruch der Dunkelheit den Durchblick behältst. Die Lichtstärke muss seit 2006 bei mindestens zehn Lux liegen. Gemeinsam sorgen Frontlicht und Reflektor dafür, dass dich der Gegenverkehr bereits aus weiter Entfernung erkennt. Auf der anderen Seite stellen das Rücklicht und der Rückstrahler mit ihrem roten Bremslicht-Design sicher, dass du auch für Verkehrsteilnehmer, die hinter dir fahren, gut sichtbar bist. Reflektierende Streifen rund ums Rad oder Speichenreflektoren erhöhen deine Sichtbarkeit zusätzlich.

Sind Stecklichter erlaubt?

Sportliche Fahrer können aufatmen: Nach § 67 StVZO dürfen Scheinwerfer, Leuchten und die dazugehörigen Energiequellen abnehmbar sein. Damit sind auch Stecklichter erlaubt, die du nach Bedarf schnell anbringen und wieder abnehmen kannst. Mit Beginn der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es erfordern, etwa bei Nebel, müssen Scheinwerfer und Co. jedoch einsatzbereit sein.

Was gilt für Lastenräder und Anhänger?

Bei Lastenrädern und Anhängern können weitere Lichtquellen erforderlich sein. Ist der vorne angebrachte Anhänger über 60 Zentimeter breit, muss er mit zwei paarweise angebauten weißen Reflektoren ausgestattet sein. Bei einer Breite von über einem Meter kommt zusätzlich ein weißer Scheinwerfer auf der linken Seite dazu.
Ziehst du den Anhänger hinter dir, sind zwei rote Rückstrahler und, falls dein Fahrradlicht durch den Anhänger verdeckt wird oder er mehr als 60 Zentimeter breit ist, zusätzlich eine rote Schlussleuchte auf der linken Seite erforderlich. Auch hier müssen Räder oder Speichen mit Reflektoren ausgestattet sein.

Beleuchtung: Arten, Merkmale, Vor- und Nachteile

In den letzten Jahren hat sich am Rad lichttechnisch einiges getan. Dabei gibt es neue Innovationen, etwa Rückleuchten mit Bremslichtfunktion oder smarte Lichter mit Notruffunktion. Viele Stadträder sind jedoch immer noch mit älterer dynamobetriebener Fahrradbeleuchtung unterwegs, die oft nicht so gut funktioniert wie moderne Lichtanlagen. Der Grund: Bis 2013 war der Dynamo Pflicht, bis Ende der 90er war der Seitenläuferdynamo die einzige Option. Dieser hatte aufgrund hoher Reibungsverluste nicht den besten Wirkungsgrad, bei Nässe und Schnee stieß der Seitenläuferdynamo an seine Grenzen, da er entlang der Lauffläche des Radmantels durchrutschen konnte. Heute hat der alte Seitenläuferdynamo ziemlich ausgedient und dir stehen moderne Nabendynamos und auch batterie- und akkubetriebene Lösungen zur Verfügung.

Fest montierte Beleuchtung für Alltagsfahrer und Pendler

Bei Fahrrädern für Alltagsfahrer und Pendler ist die Beleuchtung in der Regel bereits an Bord. Legst du dir ein Stadtrad, ein Pendlerbike oder ein Trekkingrad zu, kannst du davon ausgehen, dass das Bike mit der passenden Beleuchtung ausgerüstet ist. Dazu gehören der Dynamo, der die Lichter durch deine Fortbewegung mit Energie versorgt, Vorder- und Rücklicht sowie Front- und Rückleuchte.

Der große Vorteil von Nabendynamos gegenüber akkubetriebener Fahrradbeleuchtung ist, dass du immer eine zuverlässige Lichtquelle dabei hast. Sorgen um den Akkustand und die Suche nach dem Stecklicht vor einer Tour am Abend entfallen. Moderne Nabendynamos sind darüber hinaus recht wartungsarm und halten äußeren Einflüssen wie Nässe stand.

Tipp : Lichter mit Sensorfunktion wechseln automatisch zwischen Tag- und Nachtfahrlicht und passen die Helligkeit automatisch an.

Stecklichter für sportliche Bikes

Für sportliche Fahrer mit einem Rennrad, Gravelbike oder Mountainbike (MTB) bieten sich akkubetriebene Stecklichter an. Der große Vorteil: Sie lassen sich schnell und unkompliziert anbringen und wieder abnehmen. Damit können Sportler einen cleanen Look genießen und Gewichtsvorteile einheimsen, indem sie das Licht bei einer Tour am Tag einfach daheim lassen.

Da der Dynamo mit seiner Verkabelung anfälliger für Schäden ist und die Standlichtfunktion nur wenige Minuten anhält, was bei einem Unfall oder einer nächtlichen Panne nicht ausreicht, erweist sich eine batterie- oder akkubetriebene Lösung auch in Bezug auf die Sicherheit im Notfall als die geschicktere Wahl. Zu Recht werfen Dynamoverfechter an dieser Stelle ein, dass man mit der altbewährten Variante zumindest nicht das Problem hat, plötzlich ohne Licht dazustehen, wenn der Akku leer ist. Mit einer Ersatzbatterie, einem Ersatzakku oder einem zusätzlichen Stecklicht in der Sattel- oder Lenkertasche bist du für solche Fälle gewappnet.

Da sich Langfinger gerne mal an Stecklichtern versuchen, solltest du bei einer längeren Pause immer daran denken, das Stecklicht ab- bzw. mitzunehmen. Nach der Fahrt heißt es dann: Akku laden. Bei den meisten Modellen liegt die Brenndauer je nach Lichtstärke (Standard- vs. Eco-Modus) bei vier bis 20 Stunden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift zu einem Modell, bei dem die Kapazitäts- und Ladezustandsanzeige mit inbegriffen ist. Besonders praktisch sind Stecklichter, die du dank Micro-USB-Ladefunktion während der Fahrt aufladen kannst – zum Beispiel mit einer Powerbank.

Weitere Tipps zum Kauf

Ob Nabendynamo oder Stecklicht: Achte darauf, dass die Beleuchtung für eine gute Sichtbarkeit sorgt und das Frontlicht eine hohe Leuchtweite (mindestens 50 Meter) mitbringt. Außerdem solltest du darauf achten, dass das Licht über eine StVZO-Zulassung verfügt. Bei auffällig günstigen Angeboten und billigen China-Lampen ist Vorsicht geboten.

Innovative Beleuchtung für noch mehr Sicherheit

Auch bei Fahrrädern entwickelt sich die Lichttechnik stetig weiter. Hier sind ein paar Innovationen, die deine Fahrt erhellen können:

Feste Lichtanlagen mit Standlicht

Immer mehr Rück- und Frontleuchten sind mit einem Standlicht ausgestattet, das deine Sichtbarkeit erhöht. Dank Kondensatoren, die die Energie speichern, bleibst du auch bei kurzen Stopps gut sichtbar. Nach einigen Minuten ist die Energie jedoch verbraucht – bei einer Panne ist also weiterhin Vorsicht geboten.

Fahrtrichtungsanzeiger

Nur bei mehrspurigen Fahrrädern oder Bikes mit einem Aufbau, der Handzeichen nur schwer erkenntlich macht, dürfen Fahrtrichtungsanzeiger verwendet werden. Blinkende Scheinwerfer und Schlussleuchten bleiben nach § 67StVZO unzulässig.

Bremslicht

Rücklichter mit Bremslichtfunktion erhöhen deine Sichtbarkeit zusätzlich: Bei Dunkelheit erkennen hinter dir fahrende Autos besser, dass du auf die Bremse drückst und können dementsprechend reagieren. In der Regel funktioniert das Bremslicht aber auch am Tag, wenn das Rücklicht ausgeschaltet ist.

Smartes Rücklicht mit Notruffunktion

Smarte Rücklichter mit Notruffunktion, wie die Lightguard-Rückleuchte von Litecco, sind über Bluetooth mit deinem Smartphone verbunden. Durch die integrierte Sensorik erkennt das Licht einen Sturz automatisch. Bleibt das Rad länger als zehn Sekunden liegen, sendet das Rücklicht ein Signal an die App „WayGuard". Dann beginnt der Countdown: Zeigt der Fahrer dann innerhalb von 60 Sekunden keine Reaktion, wird der Rettungsdienst alarmiert, der dank überliefertem GPS-Standort weiß, wo du dich befindest.

Fazit

Mit einer effizienten Fahrradbeleuchtung kommst du sicher ans Ziel. Während Alltags- und Stadtradler mit fest montierter Beleuchtung am besten fahren, sind Stecklichter für sportliche Fahrer oft besser geeignet. Wer seine Sicherheit zusätzlich erhöhen möchte, kann zu neuen Features wie festen Lichtanlagen mit Standlicht, Rücklichtern mit Bremslicht oder smarten Lichtern mit Notruffunktion greifen.