Fahrräder für Pendler: Welches Bike passt zu dir?

Wer mit dem Bike zur Arbeit fährt, bleibt fit und hat die morgendliche Müdigkeit schnell hinter sich gelassen. Besonders praktisch: Der Arbeitsweg lässt sich mit anderen Angelegenheiten und Aufgaben verbinden, die über den Tag sonst noch so anfallen: Sportliche Fahrer nutzen den Heimweg, um zu trainieren, die Mama bringt auf dem Weg zur Arbeit den Sprössling in den Kindergarten, der Papa erledigt auf dem Heimweg den Einkauf. Kein Problem – solange man das richtige Bike als Begleiter hat.

Um das passende Fahrrad zu finden, sollten Pendler einige Faktoren berücksichtigen: Wie weit ist die tägliche Strecke? Stadtverkehr oder Offroad? Was möchtest du neben dem Pendeln sonst alles mit dem Bike erledigen? In unserer Typologie klären wir dich über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Pendlerbikes auf und verraten dir, welcher Typ für deinen Arbeitsweg, deine sonstigen Einsatzgebiete und deine Ansprüche am besten geeignet ist. 

Citybike: Das Gemütliche

Citybikes sind in allen Formen und Größen erhältlich. Allgemein zeichnen sie sich durch eine aufrechte Fahrposition und ihre umfangreiche Ausstattung aus. Der praktische Nutzen steht im Mittelpunkt: Das Citybike zielt nicht auf Höchstgeschwindigkeiten ab, stattdessen überzeugt es mit einem robusten Rahmen und langlebigen Komponenten. Damit ist das Citybike besonders wartungsarm und eine gute Wahl für alle, die sich nicht gerne mit Reparaturen und Komplikationen herumschlagen.

Für den unkomplizierten und sicheren Einsatz in der Stadt sind Schutzbleche, Front- und Rücklicht, die Klingel und der Gepäckträger fest montiert und so immer dabei. Manche Modelle sind sogar mit einem Korb ausgestattet, damit sich Einkäufe auch dann transportieren lassen, wenn man die Tasche oder den Rucksack mal daheim gelassen hat – und wenn nicht, lässt sich dieser unkompliziert nachrüsten. Darüber hinaus bringen einige Modelle einen Kettenschutz oder einen Speichenschutz mit. 

Für wen ist das Citybike geeignet?

Wenn du in einer flachen Gegend wohnst, mit deinem Bike zur Arbeit fahren und danach gleich die Einkäufe mitnehmen möchtest, ist das Citybike eine gute Wahl für dich. Auch ein Kindersitz lässt sich anbringen, sodass du dein Kind auf dem Weg zur Arbeit mitnehmen und in den Kindergarten oder zur Schule bringen kannst.

Wenn du allerdings häufiger Anstiege bewältigen musst, im Gelände unterwegs bist oder du dein Bike auch für den sportlichen Einsatz und schnelle Fahrten nutzen willst, sind andere Fahrradtypen besser für dich geeignet. Hier werden die Schwachstellen sichtbar: Das hohe Gewicht und die aufrechte Position erschweren Bergfahrten und lassen keine Höchstgeschwindigkeiten zu. In der Stadt macht seine Praktikabilität dieses Defizit aber schnell wieder wett, zumal im Stop-and-go-Verkehr ohnehin keine besonders hohen Geschwindigkeiten möglich sind und es beim Einkaufen selten darauf ankommt, neue Bestzeiten aufzustellen.

Vorteile:

  • entspannte, aufrechte Sitzposition
  • für kurze und flache Strecken 
  • für den Transport von Einkäufen oder die Mitnahme von Kindern geeignet
  • Zubehör wie Schutzbleche, Front- und Rücklicht und Klingel bereits vorhanden

Nachteile:

  • hohes Gewicht
  • weniger für den sportlichen Einsatz und hohe Geschwindigkeiten geeignet
  • nur bedingt für längere Strecken und Anstiege 
  • kann aufgrund der umfangreichen Ausstattung recht teuer sein

Gravelbike: Das Sportliche

Du willst deinen Weg von der Arbeit nach Hause nutzen, um zu trainieren? Du bist gerne sportlich und schnell unterwegs? Dann bist du mit dem Gravelbike an der richtigen Adresse. Es vereint die Geschwindigkeit eines Rennrads mit der Robustheit des Mountainbikes – es handelt sich quasi um ein Rennrad mit einer entspannteren Rahmengeometrie und etwas breiteren Reifen, das auch für den Einsatz abseits der Straße geeignet ist.

Die meisten Gravelbikes sind mit leistungsstarken Scheibenbremsen ausgestattet, die dafür sorgen, dass du auch bei hoher Geschwindigkeit schnell zum Stillstand kommst. Als sportliches Bike setzt es auf Leichtigkeit und ein puristisches Design. Schutzbleche, Gepäckträger oder die Rückleuchte sind hier in der Regel nicht fest montiert. Für Pendler kann es deshalb sinnvoll sein, ein Modell zu wählen, das bereits über die notwendige Beleuchtung und eine Klingel verfügt, die nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) für den Straßenverkehr unabdingbar sind. Alternativ schaffen Steckschutzbleche, Stecklichter und eine Klingel, die sich bei Bedarf im Handumdrehen anbringen und ebenso schnell wieder abnehmen lassen, Abhilfe.

Für wen ist das Gravelbike geeignet?

Da das Gravelbike auf Geschwindigkeit und Sportlichkeit setzt, ist es eine clevere Wahl für alle Pendler, die auf ihre tägliche Trainingseinheit nicht verzichten und sich auf dem Heimweg auspowern wollen. Darüber hinaus kannst du auf dem Gravelbike auch längere Wege schnell zurückzulegen – egal ob auf der Straße, holprigen Waldwegen oder Schotter.

Vorteile:

  • perfekt, um schnell voranzukommen
  • für längere Strecken gut geeignet
  • für den Einsatz auf der Straße und Offroad geeignet
  • niedriges Gewicht
  • gut für sportliche Abstecher auf dem Heimweg

Nachteile:

  • relativ gestreckte Sitzposition (nicht für jeden angenehm)
  • ohne Nachrüstung begrenzte Transportmöglichkeiten
  • keine optimale Übersicht im Straßenverkehr
  • relativ hoher Preis

Trekkingbike: Der Allrounder

Das Trekkingbike ist ein Allrounder und zuverlässiger Weggefährte im Alltag, der vorteilhafte Eigenschaften von Rennrädern und Mountainbikes kombiniert. Sein meistens bequemer Sattel und der aufrechte Lenker bieten eine entspannte Fahrposition und eignen sich am besten für Fahrten in der Stadt, auf Radwegen und auf gemischtem Terrain. Es ist sowohl für asphaltierte als auch unbefestigte Radwege und Schotter geeignet, auf der Straße aber nicht so leicht und effizient wie Rennräder und auch nicht für unwegsame Mountainbike-Trails gemacht. Die Reifen des Trekkingbikes haben normalerweise eine mittlere Breite mit halbglattem Profil, um eine geschmeidige Fahrt auf der Straße zu gewährleisten und gleichzeitig auf unbefestigten Wegen genügend Grip zu bieten. Manche Trekkingräder sind darüber hinaus mit einer Federgabel ausgestattet, um kleine Unebenheiten auszugleichen.

Während hochwertige Trekkingbikes mit Scheibenbremsen ausgestattet sind, verfügen günstigere Modelle meist über Felgenbremsen. Damit der Allrounder auch wirklich für (fast) alle Fälle gewappnet ist, verfügt das Trekkingbike in der Regel von Haus aus über Schutzbleche, Gepäckträger, Licht, Rückleuchten und einen Ständer. So kommst du sauber auf der Arbeit an, kannst einiges an Gepäck transportieren, bist du auch nach Sonnenuntergang sicher unterwegs und kannst dein Biker überall bequem abstellen. Viele Trekkingbikes stellen darüber hinaus zahlreiche Halterungen für jedes erdenkliche Zubehör bereit.

Für wen ist das Trekkingbike geeignet?

Wenn du ein Fahrrad für alle Fälle suchst, das sowohl zum Pendeln als auch für längere Touren und Wochenendausflüge geeignet ist, und du eine aufrechte Sitzposition bevorzugst, ist das Trekkingbike eine clevere Wahl für dich. Wenn du jedoch ausschließlich in der Stadt unterwegs bist oder ein Bike für den sportlichen Einsatz und Geschwindigkeit suchst, ist das City- bzw. Gravelbike besser für dich geeignet. 

Vorteile:

  • Allrounder für vielfältige Anwendungszwecke
  • für jedes gängige Terrain geeignet (Straßen, Radwege, Feld- und Waldwege mit Schotter und Kies)
  • aufrechte und bequeme Sitzposition

Nachteile:

  • auf Straßen weniger effizient als Rennräder oder Gravelbikes
  • nicht das schnellste Bike auf längeren Strecken

Fazit

Ob Cityrad, Gravelbike oder Trekkingrad: Alle Fahrradtypen bringen ihre individuellen Vor- und Nachteile mit. Für Pendler ist vor allem die Frage entscheidend, auf welchen Wegen sie unterwegs sind und was sie auf dem Trip zur Arbeit und zurück oder auch am Wochenende sonst noch damit erledigen wollen.

Das gemütliche Citybike ist für den Einsatz in der Stadt konzipiert und setzt auf den praktischen Nutzen. Für den Stadtverkehr bist du damit bestens gerüstet und auch Einkäufe lassen sich damit gut erledigen. Auf temporeiche Fahrten und unwegsames Gelände ist es jedoch nicht ausgelegt. Hier kommt das Gravelbike zum Einsatz: Mit seiner Leichtigkeit können sich sportliche Fahrer sowohl auf der Straße als auch auf holprigen Wegen austoben – und ihre Trainingseinheit gleich auf dem Heimweg erledigen. Pendler, die sich nicht entscheiden können und für möglichst viele Situationen gewappnet sein wollen, fahren hingegen mit dem Trekkingrad am besten.