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Fahrradtypen: Das kann ein E-Mountainbike

Fahrradtypen: Das kann ein E-Mountainbik...

29.04.2021 - Update: 16.06.2021

Fahrradtypen: Das kann ein E-Mountainbike

Ein E-Mountainbike ist das ideale Fahrrad für ein Abenteuer abseits asphaltierter Straßen. Ob auf Waldwegen, Schotterpisten oder anspruchsvollen Trails – ein E-Mountainbike bringt dich über jeden Untergrund. Dank der elektronischen Unterstützung sind steilere Anstiege auch für Einsteiger und schwere Fahrradfahrer möglich. Unser Bike-Experte Marvin Nüsken erklärt dir, welche E-Mountainbike-Typen es gibt und worauf du beim Kauf achten solltest.

E-Mountainbikes – für welchen Einsatz?

Ein E-Mountainbike kann grundsätzlich im Straßenverkehr verwendet werden, ist aber für eine sportliche Nutzung ausgelegt. Die breiten Reifen ermöglichen eine sichere Fahrt auf Waldwegen und losen Trails. Auf Asphalt fährt das Bike aufgrund des erhöhten Rollwiderstandes der grobstolligen Reifen etwas schwerfälliger als beispielsweise ein E-Citybike.

Je nach Fahrweise und Untergrund kann das Fahrrad starken Erschütterungen ausgesetzt sein, deshalb haben alle E-Mountainbikes eine Federgabel vorne. Die sogenannten „Fullys" sind sogar vorne und hinten gefedert. Näheres zu den verschiedenen Bauformen findest du weiter unten.

Geschaltet wird ausschließlich mit Kettenschaltungen. In der Regel ist an einem E-Mountainbike eine Zehn- bis Zwölffachkassette verbaut. Hydraulische Scheibenbremsen halten das Bike bei rasanten Abfahrten im Zaum.

Die Ausstattung und das Zubehör des E-Mountainbikes sind auf die Nutzung abseits der Straße ausgerichtet. Steck-Schutzbleche gehören zur Mindestausstattung, um auch schlammigen Trails noch eine Portion Spaß abzugewinnen. Wer StVO-konform unterwegs sein möchte, muss sein E-Mountainbike aufrüsten – Leuchten, Strahler und Klingel dürfen im Straßenverkehr nicht fehlen.

Der Vergleich: E-Hardtail und E-Fully

E-Hardtail

Ein E-Hardtail besitzt ein Federgabel aber keinen Hinterbaudämpfer. Der Vorteil: Die Kraft wird von den Beinen unmittelbar auf den Antrieb übertragen und nicht durch eine Hinterbaufederung abgeschwächt. Das macht ein E-Hardtail in der Ebene und an Anstiegen effizienter als ein E-Fully.

Der Rahmen besteht aus Aluminium oder Carbon. Die hohe Steifigkeit sorgt für eine gute Beschleunigung und eine präzise Steuerung.

Das E-Hardtail eignet sich besonders für Fahrer, die in gleichen Maßen Uphill- und Downhillstrecken fahren. Das geringere Gewicht kann besonders bei herausfordernden Uphill-Passagen ein Vorteil sein. Bergabfahrten sollten eher maßvoll genommen werden. Steine und Wurzeln sind für das E-Hardtail kein Problem, aber bei verblockten Trails kommt das Bike an seine Grenzen.

E-Fully

E-Fullys haben vorne und hinten eine Dämpfung, beziehungsweise eine Federung. Der Vorteil: Die Vollfederung gleicht selbst starke Stöße aus. Der Bodenkontakt wird besser gehalten, was vor allem auf holperigen Trails mehr Sicherheit bedeutet – vor allem für Anfänger.

E-Fullys kommen dann zum Einsatz, wenn die Strecke für Hardtails zu anspruchsvoll ist. Je grober der Trail, desto mehr Federweg sollte das E-Fully aufweisen. Für Einsteiger genügt ein Federweg von 100 Millimetern. Einfache bis mittelschwere Trails können mit einem Federweg von 100 bis 150 Millimetern gut bewältigt werden. Ambitionierte Fahrer sollten auf einen Federweg von 170 Millimetern setzen.

Da ein Teil der Kraftübertragung über die Hinterraddämpfung verloren geht und das E-Fully etwas schwerer ist, kommt diesem E-Mountainbike die Motorisierung besonders zugute.

Unser Fahrradexperte Marvin Nüsken meint: „Mit einem E-Fully vergrößerst du deinen Einsatzbereich, du musst aber auch mit einem höheren Preis rechnen. Eine Investition, die sich besonders für Radfahrer lohnen kann, die in ruppigem Gelände unterwegs sind."

Fazit

  • E-Hardtails sind eher wartungsarm
  • E-Hardtails eignen sich für Ausdauersport
  • E-Fullys sind die bessere Wahl für raues Gelände und technische Trails
  • E-Fullys sind schwerer als E-Hardtails
  • E-Fullys sind aufgrund der Hinterbaufederung etwas teurer

Akku und Motor

Der Motor

Eine Fahrt durch das Gebirge stellt andere Ansprüche an den Motor, als eine lockere Fahrt durch den Wald. Um den verschiedenen Anforderungsprofilen gerecht zu werden, gibt es eine Vielzahl an Motoren- und Akkukonzepten für Mountainbikes. Die Bandbreite reicht von leicht unterstützenden Minimalisten bis hin zu besonders kraftvollen Antrieben. Der Fokus liegt zunehmend auf einem stimmigen Gesamtkonzept von Akku, Motor und Rahmen. Themen wie Ergonomie, Möglichkeiten der Integration und Individualisierungsoptionen werden dabei immer wichtiger.

Allgemein sollte ein Motor leicht und kompakt sein, denn ein höheres Gewicht kann die Agilität auf dem Trail negativ beeinflussen. Das Ansprechverhalten des Elektromotors ist ebenfalls wichtig. Er sollte sensibel auf den Pedaldruck reagieren, damit du ein möglichst natürliches Tretgefühl hast. Grundsätzlich gibt es zwar auch Front- und Heckmotoren, bei E-Mountainbikes werden in der Regel aber Mittelmotoren verbaut. Durch die Positionierung des Mittelmotors über dem Tretlager behält das Bike seinen natürlichen Schwerpunkt.

Unser Fahrradexperte Marvin Nüsken ergänzt: „Gerade beim E-Mountainbike ist ein leistungsstarker Motor wichtig. Für Bergfahrten braucht es Power, also das richtige Drehmoment. Das Drehmoment wird in Newtonmeter angegeben, aber ist nicht immer sofort ersichtlich. Manchmal hängen die Motorbezeichnungen mit einem gewissen Drehmoment zusammen. Lass dich deshalb vor einem Kauf von einem Fachhändler ausführlich beraten."

Akku

Das Standardsystem

Integrierte, oder teilintegrierte Akkus sind mittlerweile der Standard bei E-Mountainbikes. Die Vorteile integrierter Akkus sind der Schutz vor äußeren Einwirkungen, die Möglichkeit einen Trinkflaschenhalter am Rahmen zu befestigen und nicht zuletzt die Optik. In den meisten Bikes sind Akkus mit einer Leistung von 500 bis 700 Wattstunden verbaut.

Mountainbiker, die sehr lange Touren fahren oder durchweg im höchsten Unterstützungsmodus fahren, können mit diesem System an das Reichweitenlimit kommen.

Das Dual-Battery-System

Ein Dual-Battery-System besteht aus einem integrierten Akku und einem optionalen, externen Zusatzakku, der am Unterrohr angebracht werden kann. Die integrierte Batterie hat eine Kapazität von 500 bis 625 Kilowattstunden, während der externe Akku mit 250 bis 500 Wattstunden etwas weniger Leistung liefert, dafür aber leichter ist. Insgesamt ist eine Kapazität von über 1000 Wattstunden möglich.

Damit eignet sich das Dual-Battery-System besonders für schwere Fahrer und Biker, die sehr lange Touren wie beispielsweise einen Alpencross planen.

Der Wechselakku

Ein Wechselakku kann in verschiedenen Situationen nützlich sein. Wenn du vorwiegend im Bikepark oder im Trail-Center unterwegs bist, kannst du deinen Akku in der Mittagspause wechseln und aufladen. Wenn du lange in Gegenden ohne Lade-Infrastruktur fährst, kannst du einen Ersatzakku in deinem Rucksack mitführen. Welche Eigenschaften dein Rucksack dafür mitbringen sollte, erfährst du weiter unten.

Zubehör

Marvin Nüsken: „Wer vor hat, sein E-Mountainbike auch in der Stadt zu verwenden, sollte auf jeden Fall einen Fahrradständer und ein StVO-konformes Fahrradlicht kaufen".

Schutzbleche

Schutzbleche, auch Mudguards genannt, schützen dich und dein Fahrrad vor Schmutz, der von den Reifen in deine Richtung befördert wird. Klemmbare Mudguards können mit einem Kabelbinder befestigt werden und halten Schlamm und Spritzwasser fern. Wenn der Schlamm besonders klebrig ist, kann sich ein Schutzblech auch komplett zusetzen. Ein scharfkantiger Schaber an der Rückseite des Mudguards kann den Schlamm einfach abstreifen. Manche Modelle haben zudem Luken, damit sich der Schlamm nach oben türmen und seitlich, unterhalb der Gabelbrücke, herausfallen kann.

Beleuchtung

Eine große Lichtmenge, eine breite Ausleuchtung und eine homogenen Lichtverteilung sind bei einem Nightride entscheidend, um die wechselnde Umgebung und die unterschiedlichen Bodenverhältnisse frühzeitig zu erkennen. Helmlampen sind besonders leistungsstark und können sogar mit einem externen Akku im Rucksack betrieben werden.

Wer im Straßenverkehr unterwegs ist, muss aber eine StVO-konforme Beleuchtung haben. Helmlampen leuchten in der Regel zu stark und könnten den Gegenverkehr blenden. Zudem sollte jedes Laufrad mit mindestens zwei gelben Speichenrückstrahlern oder weißem, reflektierendem Material an Speichen, Felgen oder Reifen ausgestattet sein.

Rucksack

Der passende Rucksack darf bei keiner Ausfahrt fehlen. Modelle mit 14 bis 20 Litern Fassungsvermögen sind wahre Verwandlungskünstler und bieten genügend Platz für Tourenkarten, Tools, Snacks und Regenschutz. Kompressionsriemen lassen den Rucksack auf ein absolut notwendiges Minimum schrumpfen und verhindern, dass er als störend empfunden wird. Beim Kauf solltest du auf einen sicheren und körpernahen Sitz achten. Schulter und Hüftgurte verhindern, dass der Rucksack verrutscht. Eine praktische Fachaufteilung sorgt dafür, dass du die wichtigsten Utensilien mit einem Handgriff parat hast. Möchtest du einen Ersatzakku transportieren, sollte der Rucksack mit einem zusätzlichen, gepolsterten Fach und Protektoren ausgestattet sein.

Fazit

E-Mountainbikes gehören zu den vielseitigsten und beliebtesten E-Bike-Typen. Ein Motor bedeutet nicht, dass du dich nicht verausgaben kannst, sondern, dass du weiter fährst und vielleicht einen zusätzlichen Trail vor Sonnenuntergang schaffst. Die Antriebsmodelle unterscheiden sich stark voneinander. Vor einem Kauf solltest du dich deshalb ausführlich von einem Fachhändler beraten lassen. Mit dem richtigen Modell und dem passenden Zubehör steht einem Adrenalinschub im Gelände nichts im Wege.