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Fahrrad-Routenplaner: Alle Infos für die nächste Tour

Fahrrad-Routenplaner: Alle Infos für die...

27.04.2021 - Update: 08.09.2021



Wer eine längere Tour mit dem Fahrrad oder E-Bike unternehmen möchte, hat viele verschiedene Möglichkeiten, die Route zu planen. Angefangen bei klassischer Planung mit Landkarte und Kartenmesser, bis hin zu modernen Apps mit Echtzeitübertragung ist alles dabei. Ungeplante Fahrten, bei denen Sie einfach drauflosradeln, können zwar auch sehr schön sein – hin und wieder kann es jedoch auch zu unerwarteten Überraschungen kommen. Etwa wenn der Weg plötzlich nicht weitergeht wie geplant oder Sie mitten in einer Baustelle landen. Um dies zu verhindern, stellen wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten vor, wie Sie Ihre Route bestmöglich planen können und die Fahrradtour zu einem einzigartigen Erlebnis wird.

Online-Radroutenplaner

Eine Möglichkeit die Strecke zu planen, sind Online-Radroutenplaner. Diese verfügen meist über ein Tourenarchiv mit Daten von bisherigen Touren anderer Radler. Mit dem digitalen Werkzeug können Sie bei der Planung Start und Ziel der Strecke sowie den verwendeten Fahrradtypen eingeben – das System zeigt Ihnen dann die bestmögliche Strecke an. Die Ergebnisse sind dabei in der Regel zuverlässig. Jedoch kann es auch bei der automatischen Planung hin und wieder zu Überraschungen kommen. Andere Portale bieten Ihnen wiederum die Möglichkeit, die Route mithilfe von bestimmten Punkten, die Sie auf der Karte setzen, überwiegend selbstständig zu erstellen. Anhand dieser Anhaltspukte schlägt Ihnen das Programm dann eine geeignete Strecke vor.

Komplett eigenständig planen können Sie die Tour zum Beispiel mit den Karten von Open Street Map (OSM). OSM ist ein Projekt das das Ziel verfolgt, eine freie Weltkarte zu erschaffen. Durch die Community hinter dem Projekt werden Daten gesammelt und selbst erhoben, wodurch jeder die OSM-Daten lizenzkostenfrei einsetzen und weiterverarbeiten darf. OSM erstellt nach der Routenplanung einen GPS-Track, den Sie sich anschließend auf ein Navi oder Smartphone herunterladen können. Im Gegensatz zu Google Maps sind Sie bei der Planung nicht an den Routing-Algorithmus von Google gebunden.

Am besten ergänzen Sie den Online-Routenplaner mit einem Smartphone oder einem GPS-Gerät. Dafür können Sie ein einfaches Fahrrad-Navi verwendenden oder Sie befestigen das Smartphone mit einer Halterung am Fahrradlenker. Besonders beachten sollten Sie jedoch die Akkulaufzeit der Geräte. Gerade bei einem Smartphone kann es sinnvoll sein, eine zusätzliche Powerbank einzupacken, um im Notfall noch eine Stromladung parat zu haben. Alternativ gibt es auch Dynamos mit einem USB-Ladeport.

Hilfreiche Apps

Eine gute Kombination aus Online-Radroutenplaner und App hat der Anbieter Komoot. Die Community hinter Komoot stellt Routen für Touren zusammen und hält außerdem Wegbeschreibungen und die Schwierigkeitsgradangabe für ihre User bereit. Die Routen können dann auf der Website vorbereitet, nach allen Vorlieben gestaltet und anschließend in der App auf dem Fahrrad mitgenommen werden. Sowohl Android- als auch iOS-Nutzer können die App herunterladen. Komoot bietet verschiedene Pakete an, bei denen Sie zwischen 3,99 Euro und 29,99 Euro entweder einzelne Regionen oder gleich Karten für die ganze Welt freischalten können. Je nachdem, wo Sie gerne fahren möchten.

Der Kartenhersteller Falk bietet ebenfalls einen kostenlosen Online-Radroutenplaner sowie eine dazugehörige App für Android und iOS an. Neben Karten und Routen gibt es hier auch viele touristische Aspekte, wie Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte und viele weitere Optionen. Das Offline-Angebot ist dabei jedoch nicht so umfangreich wie die Bezahlprodukte von Falk.

Bike Citizens ist eine App (Android und iOS), die speziell für die Stadt entwickelt wurde. Neben dem Radroutenplaner zeigt die App Ihnen auch aktuelle Gefahrenpunkte und kurzfristige Sperrungen an. Die App ist in mehr als 400 Städten in Europa, Australien und den USA verfügbar. In größeren Städten ist das Portfolio der App noch umfangreicher. Die Kosten für ein Datenpaket betragen 4,99 Euro für eine Stadt oder 19,99 Euro für alle Städte.

Eine weitere Möglichkeit, seine Tour auf dem Fahrrad zu planen, ist die Android- und iOS-App Bike Map. Es handelt sich dabei um ein großes Routenportal mit mehr als 4,7 Millionen Routen in über 100 Ländern. Außerdem geht die App auf verschiedene Fahrradtypen ein, wie z. B. Mountainbikes, E-Bikes oder Rennräder. Die Premiumversion der App ist für 29 Euro im Jahr verfügbar. Darin enthalten sind Offline-Karten, eine Offline-Navigation sowie Support von Experten.

Streckenplanung mit Landkarten

Wenn Sie sich nicht allein auf die Technik verlassen möchten und auch ohne Stromversorgung ans Ziel gelangen wollen, können Sie auf die altbewährte Landkarte zurückgreifen. Landkarten haben außerdem den Vorteil, dass sie meist einen Überblick über eine ganze Region geben. Man unterscheidet dabei zwischen sogenannten Topo(grafie)-Karten und reinen Straßenkarten. Topo-Karten stellen mithilfe von Höhenlinien auch das Profil der Landschaft dar. Dazu gehören auch die speziellen Michelin-Karten, die besonders große Bereiche abbilden und unterschiedliche Farben für Haupt- und Nebenstraßen verwenden. Diese Karten gibt es einheitlich für alle Länder Europas.

Einfache Radkarten können Sie beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) oder bei den Landesvermessungsämtern erhalten. Die Radkarten geben Ihnen dabei auch Hinweise auf bestimmte Radwege, Sehenswürdigkeiten, Orte für kleine Pausen und bei längeren Fahrten auch für mögliche Unterkünfte. Außerdem gibt es unterschiedliche Radkarten, die verschiedene Routen anzeigen, z. B. spezielle Mountainbikestrecken. Wenn Sie eine Radkarte verwenden möchten, sollten Sie auch daran denken, die Entfernungen sowie die Höhenmeter zu ermitteln. Für Entfernungen kann ein Lineal oder ein Kartenmesser hilfreich sein. Kartenmesser gibt es sowohl mechanisch als auch elektronisch. Höhenmeter müssen erst gesucht und dann selbst ausgerechnet werden oder Sie orientieren sich an den Höhenlinien und somit an den Steigungen und Abfahrten. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie beispielsweise mit einem E-Bike unterwegs sind und nur eine begrenzte Akkulaufzeit haben.

Um auf der Fahrt nicht ständig anhalten zu müssen und sich auf der Landkarte zu orientieren, ist es außerdem hilfreich, sich vorher einen Notizzettel mit den wichtigsten Abzweigungen und Orten aufzuschreiben. Auf diesen können Sie dann auch während der Fahrt einen schnellen Blick werfen.

Wie Sie sich auch entscheiden – eine gut geplante Strecke hält mit Sicherheit jede Menge Spaß bereit. Stellen Sie sich Ihre Route ganz einfach nach Ihren Vorlieben und Interessen zusammen und genießen Sie die Tour auf dem Fahrrad.

Wir aus der Bikes.de-Redaktion haben eine große Leidenschaft: Fahrräder. Und diese Leidenschaft wollen wir mit dir teilen. Daher sind wir immer auf der Suche nach neuen, spannenden und relevanten Themen rund ums Rad, die dir Information und Orientierung bieten – und vor allem jede Menge Lust aufs Radfahren machen sollen. Viel Spaß beim Lesen!