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Radfahren bei Heuschnupfen

Radfahren bei Heuschnupfen

29.04.2021 - Update: 04.08.2021



So schön es ist, wenn draußen alles grünt und blüht: Sobald der Pollenflug startet, beginnt für Allergiker aber auch die Zeit des Heuschnupfens. Gerötete Augen, eine laufende Nase, ständiges Niesen – Symptome, die viele Radfahrer sicherlich aus leidvoller Erfahrung kennen. Aber musst du deshalb aufs Radfahren verzichten? Diese und viele weitere wichtige Fragen beantworten wir dir hier.

Was passiert bei Heuschnupfen?

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf harmlose Stoffe (Allergene). Der Körper stuft bei Heuschnupfen an sich ungefährliche Pollen als gefährlich ein und bekämpft sie.

Die Immunreaktion tritt vor allem an der Haut und an den Schleimhäuten auf. Die Durchblutung wird gesteigert, die Schleimhäute schwellen an und Symptome wie Juckreiz, tränende Augen und eine laufende Nase stellen sich ein.

Allergien können in jedem Alter auftreten, und es kommt vor, dass sie mit der Zeit schwächer oder stärker werden. Die Ursachen für ihre Entstehung sind komplex. Genetische Faktoren spielen wohl ebenso eine Rolle wie gewisse äußere Einflüsse, z. B. die immer weiter verbesserte Hygiene, veränderte Lebensgewohnheiten und Schadstoffe.

Radfahren mit Heuschnupfen

Bei einer hohen Pollenbelastung verderben eine triefende Nase, tränende Augen und juckende Schleimhäute leicht die Freude am Radfahren. Weil du bei körperlicher Betätigung tiefer atmest, nimmst du auch mehr Allergene auf.

Allergiker sollten das vermeiden, aber das bedeutet nicht immer, dass Bewegung an der frischen Luft tabu ist. Vielmehr solltest du auf die Signale deines Körpers hören und einige Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Zehn Tipps für Allergiker auf dem Fahrrad

1. Den Radausflug vorausplanen

Informiere dich vor deiner geplanten Tour über die Pollenbelastung in der Region. Tagesaktuelle Anzeigen berücksichtigen nicht nur sämtliche Allergene, sondern auch das Wetter und die Feinstaubkonzentration. Das Wetter kann die Konzertration der Pollen ebenso beeinflussen (z. B. wäscht Regen die Pollen aus der Luft, Luftverschmutzung verstärkt sie).

2. Medikamente parat haben

Medikamente zur symptomatischen Bekämpfung von Allergien sind zwar rezeptfrei erhältlich, dennoch solltest du bei Beschwerden einen HNO-Arzt aufsuchen. Eine nicht oder schlecht behandelte Allergie kann chronisch werden und einen Etagenwechsel zur Folge haben. Das bedeutet, die Beschwerden breiten sich auf die unteren Atemwege aus und können zu einem allergischen Asthma führen.

Um die Symptome von Heuschnupfen zu bekämpfen, gibt es eine Reihe an Medikamenten, zum Beispiel Antihistaminika , meist in Form von Spray oder Tabletten. Sie beginnen nach etwa einer Stunde zu wirken, der Effekt hält bis zu 24 Stunden an.

3. Tageszeiten beachten

Morgens ist die Pollenkonzentration in der Stadt am geringsten. Beton und Asphalt speichern die Wärme und sorgen für eine ausgeprägte Thermik. Das bedeutet, dass sich die Pollen erst abends absetzen.

Auf dem Land kannst du abends hingegen besonders gut fahren. Passe die Ausflüge oder Trainingszeiten deiner Umgebung an und behalte dabei auch das Wetter im Auge. Bei ausgeprägtem Wind herrscht zu jeder Tageszeit eine starke Belastung.

4. Nach dem Wetter richten

In der Allergiesaison freuen sich sogar Fahrradfahrer über Regenwetter. Das Wasser spült die Pollen regelrecht aus der Luft. Du kannst deine Wohnung während des Regens lüften und nach dem Schauer eine Runde mit deinem Fahrrad drehen.

5. Eine Nasendusche machen

Die Nasendusche ist eine besonders sanfte Therapieoption, bei der du die Nasenschleimhaut mit einer Kochsalzlösung spülst und Pollen so von den Schleimhäuten wäschst.

Manche Menschen empfinden eine größere Menge an Wasser in der Nase als unangenehm, in diesem Fall können Kochsalz-Nasensprays einen gute Alternative sein – die kannst du notfalls auch in der Trikottasche mitnehmen.

6. Mit Brille und Mütze fahren

Radfahren setzt einen klaren Blick voraus. Allergische Reaktionen wie geschwollene oder juckende Augen können deine Sicht beeinträchtigen. Um den Kontakt zwischen Augen und Pollen zu reduzieren, kannst du eine Sportbrille mit Seitenschutz tragen. Eine Mütze verhindert, dass sich Pollen in deinen Haaren absetzen. Aber: Immer Helm drüber!

7. Die Kleidung gleich waschen

Nach deiner Tour solltest du deine Kleidung am besten sofort waschen, da die Pollen daran haften bleiben. Wenn du deine Montur nicht gleich reinigen kannst, solltest du sie nicht im Schlafzimmer aufbewahren. Nach der Reinigung ist es wichtig, die Kleidung in einem geschlossenen Raum anstatt im Freien trocknen zu lassen.

8. Nach der Tour duschen

Die Dusche nach dem Sport tut nicht nur gut, sondern kann auch Allergiesymptome lindern, denn sie spült anhaftende Pollen weg. Wasche dir auch die Haare, da sich Pollen darin besonders gut festsetzen können.

9. Pensum herunterschrauben

Eine Allergie kann sich negativ auf deine Leistungsfähigkeit auswirken. Viele Allergiker nehmen Medikamente, schlafen unruhig und fühlen sich körperlich geschwächt. Wenn du merkst, dass dein Körper mit der Immunreaktion beschäftigt ist, schraube dein Trainingspensum zurück und fahre lieber locker.

10. Vor den Pollen flüchten

Am Meer und in den Bergen ist die Pollenbelastung eher gering. An diesen Orten kannst du während der Pollensaison einer starken Konzentration entkommen und entspanntere Biketouren unternehmen.

Wann beginnt die Heuschnupfenzeit?

Die Pollensaison kann schon im Januar beginnen und sich, je nachdem, gegen welche Pollen du allergisch bist, bis in den Herbst ziehen.

Wie heftig die allergische Reaktion ausfällt, ist individuell sehr unterschiedlich, dennoch gibt es einen engen Zusammenhang zwischen der Stärke der Symptome und der Pollenkonzentration in der Luft. Es ist deshalb gut zu wissen, in welchem Zeitraum die Allergene vermehrt in der Luft sein werden. Achtung: Manche Pollen können mehrere hundert Kilometer weit fliegen!

Januar: Erle und Hasel zählen zu den Frühblühern. Sie sind vor allem an feuchten Standorten wie an Bachläufen anzutreffen. Zwischen Mitte Februar und Mitte März fliegen besonders viele Erlen- und Haselpollen durch die Luft.

Februar: Die Pappel gehört zu den Weidengewächsen und wird gerne als Sichtschutz und als Bepflanzung für Landstraßen verwendet. Während die Pollen allergische Reaktionen auslösen können, ist die „Pappelwolle" unbedenklich. Damit sind Samenfäden der Pappelfrucht gemeint, die sich zu watteähnlichen Bäuschen zusammenfinden.

März: Birkenpollen gelten als aggressive Allergene und treten schlagartig und in großer Menge auf. Ein feines gelbliches Pulver legt sich in der Blütezeit wie ein Film auf alle Oberflächen. Birken können grundsätzlich überall gedeihen, sind aber besonders häufig auf dem Land zu finden.

April: Im April stehen neben Birke auch noch Eiche und Buche in der Blüte. Allergische Reaktionen auf Eichen- und Buchenpollen treten oft in Form einer Kreuzallergie mit Birkenpollen auf. Bei einer Kreuzallergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf ähnliche Allergene aus verschiedenen Quellen.

Mai: Roggenpollen gehören zur Gruppe der Getreidepollen und verursachen häufig Beschwerden. Roggengräser produzieren reichlich Pollen mit wenig Gewicht und geringer Größe. Das bedeutet, dass der Wind diese Pollen weitflächig verbreiten kann.

Sommer: In den Sommermonaten belasten vor allem Gräserpollen die Luft. Hochwachsende Gräser sind besonders reich an Allergenen. Du findest sie nicht nur auf der Wiese, sondern auch am Wegesrand und auf Waldlichtungen.

Der Beginn des Pollenflugs einzelner Pflanzenarten ist nicht einheitlich. In den wärmeren Regionen Deutschlands beginnt der Pollenflug früher als in kühleren Küsten- oder Bergregionen. Da die Pollenkonzentration also stark schwanken kann, solltest du vor einer Tour auf täglich aktualisierte Informationen zurückgreifen.

Fazit

Viele Radfahrer sind von Heuschnupfen betroffen und müssen im Frühling besonders gut auf die Signale ihres Körpers hören. Wenn du dich angeschlagen fühlst, solltest du möglichst keine längeren Radtouren unternehmen und es locker angehen lassen.

Mache kürzere Fahrten – und die am besten nach einem Regenschauer. Nimm verordnete Medikamente regelmäßig ein, spüle vor und nach der Fahrt deine Nase und befreie deine Kleidung von Pollen.

Solltest du unterwegs trotzdem Husten oder Atemnot bekommen, brich die Tour ab. In jedem Fall solltest du deine Allergie von einem Arzt diagnostizieren und therapieren lassen. Generell ist eine (leichte) Pollenallergie aber kein Grund, komplett aufs Radfahren zu verzichten.

Wir aus der Bikes.de-Redaktion haben eine große Leidenschaft: Fahrräder. Und diese Leidenschaft wollen wir mit dir teilen. Daher sind wir immer auf der Suche nach neuen, spannenden und relevanten Themen rund ums Rad, die dir Information und Orientierung bieten – und vor allem jede Menge Lust aufs Radfahren machen sollen. Viel Spaß beim Lesen!