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Fitness & Training

Powermeter – alles, was du wissen musst

Powermeter – alles, was du wissen musst

24.05.2021 - Update: 02.09.2021


Umfangreiche Analyse, exakte Daten und schnelle Fortschritte: Ein Powermeter ist ein praktisches Tool für Radfahrer, die ihre Leistung und Fitness genau messen und ihre Performance verbessern möchten. Ein Powermeter misst deine Leistung in Watt und liefert dir Informationen über deine tatsächliche Performance – unabhängig von externen Faktoren wie Wind oder Steigung, die die Herzfrequenz oder die Geschwindigkeit beeinflussen.

Dabei stehen dir verschiedene Arten von Powermetern zur Verfügung: Die häufigsten Varianten sind Pedale, Kurbelsysteme und sogenannte Spider-Powermeter. Wie sich die verschiedenen Typen unterscheiden, welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringen und welches System sich für dich lohnt, erfährst du in unserem Powermeter-Check.

Einseitige vs. beidseitige Messung

Unabhängig von der Art des Powermeters kannst du zwischen der ein- und beidseitigen Messung unterscheiden.

Einseitige Messung

Bei der einseitigen Messung misst ein einziger Sensor die Kraft, die du aufbringst. Das geschieht meist auf der linken Seite – also am linken Pedal oder am linken Kurbelarm. Um sich deiner Gesamtleistung während einer Kurbelumdrehung anzunähern, verdoppelt der Leistungsmesser den ermittelten Wert.

Er geht also davon aus, dass beide Beine die gleiche Kraft erbringen, wodurch es zu kleinen Messungenauigkeiten kommen kann. Aufgrund der Kostenersparnis nehmen viele Hobbysportler den kleinen Mangel aber gerne in Kauf.

Beidseitige Messung

Bei der beidseitigen Messung liefern zwei voneinander unabhängige Sensoren zwei Werte. Dadurch ist das Ergebnis genauer und du erhältst auch einen Einblick in die Leistungsverteilung und deine Kraft pro Bein. Allerdings sind zwei Sensoren auch anfälliger für Störungen und Messfehler durch Aussetzer und Verbindungsprobleme.

Powermeter: Worauf muss ich beim Kauf achten?

Grundsätzlich solltest du bei deiner Wahl folgende Faktoren berücksichtigen:

  • die Messvariante
  • den Preis
  • die Kompatibilität
  • die Genauigkeit
  • das Gewicht des Powermeters

Leistungsmesser am Pedal (Powermeterpedale)

Unkompliziert und zuverlässig: Leistungsmesser am Pedal, auch Powermeterpedale genannt, messen die erbrachte Leistung mit sogenannten Piezoelementen. Diese können sich an der Pedalachse oder im Pedalkörper befinden und produzieren eine elektrische Spannung, sobald du Kraft auf die Pedale ausübst. Aus der Trittfrequenz und der gemessenen Kraft ergibt sich schließlich deine Leistung.

Hersteller

Seit 2015 bringt der italienische Hersteller Favero Electronics frischen Wind in den Bereich der Leistungsmesser. Mit seinem leichten und preiswerten Powermeter-Pedal, dem Assioma, kann er sich durchaus auf dem Markt behaupten: Mit 151,5 Gramm wiegen sie deutlich weniger als die meisten konkurrierenden Pedale.

Weitere Hersteller: Garmin ( Garmin Rally Pedale ), Quarq

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Leistungsmesser am Pedal passen zu jedem Bike.
  • Sie lassen sich nach dem Plug-and-Play-Konzept unkompliziert installieren und einfach zwischen Fahrrädern austauschen.
  • Sie sind eine günstige Möglichkeit, die Leistung zuverlässig zu messen.

Nachteile:

  • Die Elektronik, der Dehnungsmessstreifen und der Akku bringen im Pedal etwas Zusatzgewicht (circa 330 Gramm inkl. Pedalachsen) mit.

Kompatibilität

Da alle Pedale zu allen modernen Kurbeln passen, gibt es beim Montieren keine Probleme. Radfahrer, die mit Klickschuhen unterwegs sind, sollten darauf achten, dass die Pedale mit ihren Schuhplatten kompatibel sind. Grundsätzlich gibt es für alle Schuhplatten, ob Shimano-SL, SPD oder Look Keo, passende Powermeterpedale.

Preise

Pedale mit einem Sensor erhältst du bereits für einen Preis ab 400 Euro. Die beidseitige Messung kostet dich, je nach Hersteller und Modell, circa 700 bis 1.200 Euro.

Leistungsmesser an der Kurbel

Kurbelsysteme messen deine Leistung an einem oder beiden Kurbelarmen. Die Wattmessung erfolgt über Dehnmessstreifen, die sich abhängig von deiner Kraft ausdehnen. Anhand der Verformung kann der Leistungsmesser wiederum das Drehmoment bestimmen und in Kombination mit der Umdrehungsgeschwindigkeit an der Kurbel die erbrachte Leistung berechnen.

Hersteller

Einer der bekanntesten Hersteller für Kurbelsysteme ist das US-amerikanische Unternehmen Stages Cycling. Seit 2012 überzeugt Stages Radfahrer mit kompatiblen Kurbelsets von Shimano, Campagnolo, Full Speed Ahead (FSA), Cannondale und SRAM mit zuverlässigen und preiswerten Powermetern.

Mit den Stages Power L (links), R (rechts) und LR (beidseitig) hat Stages preiswerte Leistungsmesser auf dem Markt gebracht, die eine präzise Messung, eine Batterielaufzeit von über 175 Stunden versprechen.

Weitere Hersteller: 4iii Innovations, Rotor, Shimano oder Pioneer

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Leistungsmesser an der Kurbel sind mit einem Gewicht von circa 10 bis 20 Gramm pro Seite extrem leicht.
  • Sie sind preislich sehr erschwinglich.

Nachteile:

  • Bei älteren Bikes kann es Probleme mit der Rahmenkompatibilität geben.

Kompatibilität

Bei der einseitigen Messung am linken oder rechten Kurbelarm solltest du darauf achten, dass dieser zu deiner Kurbelgarnitur passt und eine Länge wählen, die mit dem Kurbelarm auf der anderen Seite übereinstimmt. Wenn du dich für die beidseitige Messung entscheidest, musst du wiederum darauf achten, dass das Kurbelset zu deinem Tretlager passt.

Preise

Mit einem Preis von 200 bis 700 Euro pro Seite zählen Kurbel-Powermeter zu den preiswertesten Lösungen unter den Leistungsmessern. So erhältst du die Stages Power bereits für einen Preis ab 399 Euro und die Precision Powermeter von 4iii ab 250 Euro.

Leistungsmesser im Spider

Spider-Powermeter sind die am weitesten verbreiteten Leistungsmesser. Sie arbeiten mit Dehnmessstreifen, die sich im Kurbelstern oder der Kurbelspinne (Spider) befinden. Dank verschiedener Formen und Größen findet sich für alle Tretlager und Kettenblätter mit egal welchem Lochkreisdurchmesser das passende Produkt.

Grundsätzlich stehen dir die einzelne Spinne oder komplette Sets zur Verfügung. Achte bei Spider-Powermetern darauf, dass sie nur zu bestimmten Kurbelgarnituren passen. Die SRM Campagnolo Powermeter sind zum Beispiel für Rennräder mit Campagnolo-Gruppe geeignet.

Hersteller

1986 revolutionierte der Medizintechniker und Ingenieur Ulrich Schoberer mit seinem SRM-System (Schoberer Rad Messtechnik) die Leistungsmessung. Noch heute gilt SRM als Maßstab für Qualität und Genauigkeit.

Nachdem SRM in den letzten drei Jahrzehnten hauptsächlich Spider-Powermeter hergestellt hatte, brachte das Team mit dem SRM Origin ein modulares Konzept auf den Markt. Hier kannst du Spindel, Kurbel und Kettenblätter selbst konfigurieren und an deine persönlichen Bedürfnisse anpassen. Auf diese Weise lässt sich das System mit vielen verschiedene Rahmen und Tretlagern verwenden und die Frage nach der Kompatibilität hat sich erledigt.

Weitere Hersteller: Quarq , Rotor oder Fullspeed Ahead (FSA)

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Die Messung im Spider ist sehr genau und unter Profisportlern oft die beliebteste Option.
  • Spider-Powermeter punkten mit Haltbarkeit.

Nachteile:

  • Die Auswahl fällt aufgrund von Kompatibilitätsschwierigkeiten eher gering aus.
  • Pedale lassen sich einfacher wechseln.

Kompatibilität

Bei Spider-Powermetern solltest du darauf achten, dass die Spinne zur Kurbel und dem Lochkreisdurchmesser oder Bolt Circle Diameter (BCD) deiner Kettenblätter passt. So sind die SRM Campagnolo Powermeter zum Beispiel mit einem BCD von 110 und 135 Millimeter erhältlich.

Preise

Preislich bewegen sich die Spider-Powermeter im Mittelfeld: Mit einem Preis von 400 bis 600 Euro sind sie etwas teurer als einseitige Kurbelsysteme, ungefähr so teuer wie Powermeterpedale mit einem Sensor und günstiger als Lösungen, die mithilfe zweier Sensoren an beiden Kurbelarmen oder Pedalen messen.

Fazit

Durch die Messung deiner Leistung in Watt ermöglichen Powermeter eine umfangreiche und exakte Analyse. Was die verschiedenen Typen verbindet: Alle liefern zuverlässige Informationen und bringen in Hinblick auf Montage, Kompatibilität, Gewicht und Preis verschiedene Vor- und Nachteile mit.

Nach ihrem Studium der Literaturwissenschaften widmet sich Luisa nun der Sonderpädagogik, wobei ihr Schwerpunkt auf der emotionalen und sozialen Entwicklung liegt. Ihrer Liebe zum Schreiben und zum Sport kann sie als Redakteurin für Bikes.de weiterhin nachgehen. Wenn sie nicht gerade am Studieren und Schreiben ist, trifft man sie zum Wandern, Joggen und Radfahren irgendwo im Wald an. Für Luisa ist das Fahrrad ein umweltfreundliches Fortbewegungsmittel, ein Sportgerät und ein tolles Fahrzeug, um Natur zu erleben und die Welt zu entdecken. Am liebsten ist sie mit ihrem Trekkingrad oder ihrem Mountainbike unterwegs.