Schaltung einstellen

Die Fahrradschaltung ist für den Fahrkomfort von Fahrradfreunden unerlässlich. Unter einer großen Auswahl an unterschiedlichen Schaltungssystemen gibt es eine Menge zu beachten.

Welche Schaltungen gibt es überhaupt?

Um das Schaltwerk und den Umwerfer an Ihrem Fahrrad optimal einzustellen, sollten Sie sich erst einmal klarmachen welche Schaltung an Ihrem Fahrrad verbaut ist. Die optimale Einstellung der Schaltung kann nicht nur den Verschleiß der einzelnen Bauteile verlangsamen, sondern ist auch dabei behilflich, die höchste Leistung und den größten Fahrkomfort aus Ihrem Fahrrad herauszuholen.

Generell unterscheidet man vier unterschiedliche Schaltungen am Fahrrad. Abhängig von ihrer Funktionsweise kann man die verschiedenen Schaltungen in diese Kategorien unterteilen:

  • Nabenschaltung
  • Kettenschaltung
  • Tretlagerschaltung
  • Kombinationsschaltung

Die Nabenschaltung besticht vor allem durch ihren oft günstigen Preis und die hohe Wartungsfreiheit. Dadurch, dass die Schaltung meist in der Hinterradnabe verbaut ist, muss man nicht viel tun, um eine optimale Schaltung zur Verfügung zu haben.
Die Kettenschaltung ist hingegen etwas aufwändiger in der Einstellung. Hier befinden sich an einer Kurbel mehrere unterschiedlich große Kettenblätter, die durch einen Umwerfer gewählt werden. Die Kette ist mit einem abgestuften Zahnkranz verbunden, der an der Hinterradnabe montiert ist. Bei der Kettenschaltung sind so bis zu 24 Gänge möglich.

Die Tretlagerschaltung wurde vor allem für Fahrräder im Premiumsegment entwickelt. Die Schaltung funktioniert ähnlich wie die in Kraftfahrzeugen und wird in einem geschlossenen Gehäuse von Antriebs- und Schaltwellen betrieben.

Die Kombinationsschaltung vereint, wie der Name schon sagt, unterschiedliche Schaltungstypen miteinander. Vor allem in E-Bikes verwendet, wird hier eine Kettenschaltung mit einer Nabenschaltung zusammengeführt und sorgt für eine große Auswahl an Gängen für den Fahrradfreund.

Auch wenn das Thema Schaltung auf den ersten Blick undurchsichtig und kompliziert wirkt, kann man mit ein bisschen Geduld und den richtigen Methoden die Schaltung des eigenen Fahrrads optimal auf die individuellen Bedürfnisse beim Fahrradfahren einstellen. Auch kleine Korrekturen, die durch den Verschleiß der Teile hervorgerufen nötig werden, lässt sich einfach und bequem selbst beheben. Aber welche Schaltungssysteme gibt es eigentlich genau? Und was muss man bei den einzelnen Schaltsystemen bei der Wartung und Montage unbedingt beachten? All das und noch mehr gute Tipps finden Sie hier.

Welche Fahrradschaltung für Sie die richtige ist, finden Sie am besten bei einem Gespräch mit dem Fahrradhändlers Ihres Vertrauens heraus. Eine Probefahrt gibt immer Aufschluss darüber, welche Schalteinstellungen für Sie optimal geeignet ist. Außerdem sollten Sie bei der Entscheidung für ein bestimmtes Schaltungssystem beachten, dass die Anzahl der Gänge und die Art des Schaltsystems die Geländegängigkeit Ihres Fahrrads bedingt. Ob Sie sich für eine Naben-, oder Kettenschaltung entscheiden, sollten Sie vor dem Kauf also eingehend prüfen. Die Wartung und Einstellung der jeweiligen Schaltung ist mit etwas Übung dann gar nicht so kompliziert und kann gut auch zu Hause durchgeführt werden.

So wird's gemacht: Das Schaltwerk optimal einstellen

Um optimal schalten zu können, ohne dass Gänge schwer einzustellen oder übersprungen werden, sollten Sie das Schaltwerk von Zeit zu Zeit immer wieder prüfen. Durch die unterschiedlichen Belastungen während der Fahrt können sich die gewählten Einstellungen immer wieder verschieben und müssen daher regelmäßig nachjustiert werden. Bei namenhaften Herstellern wie Shimano ist das kein Problem, denn die Schaltungen sind bereits so aufgebaut, dass vom Mountainbike bis hin zum Trekking-Bike die Schaltung gut selbst eingestellt werden kann.

Bei der Vielzahl an unterschiedlichen Schaltungssystemen kann das Einstellen der Schaltung schwierig wirken. Wenn Sie jedoch die Grundlagen beachten, können Sie bequem die richtigen Einstellungen für Ihre Schaltung finden. Zur Einstellung des Schaltwerks sind nur Fingerspitzengefühl und ein wenig Geduld erforderlich. Hier gilt es lediglich drei Schrauben so zu justieren, dass das Schaltwerk optimal und exakt parallel zu den kleinen Ritzeln des Hinterrads steht. Dazu sollten sie prüfen, ob das Schaltauge auch wirklich gerade sitzt. Sollte dies nicht der Fall sein, können die Schrauben so lange nachjustiert werden, bis alles perfekt sitzt. Im Anschluss überprüfen Sie die Zugspannung am Schalthebel. Bei handelsüblichen Schaltwerken von Shimano erhöht das Herausdrehen der eingesetzten Schraube die Zugspannung. Dadurch kann die Kette nun einfacher auf das größere Ritzel springen und zu große Reibung wird verhindert.

Kleine Schrauben, großer Fahrkomfort

 Wichtig bei der richtigen Einstellung des Schaltwerks ist die Begrenzung des Schwenkbereichs, um einen zu schnellen Verschleiß der Bauteile beim Drehen der Kettenblätter zu vermeiden. Mit der oberen H-Schraube wird die Stellung des Schaltwerks unter dem kleinsten Kettenblatt und mit der unteren L-Schraube die Stellung unter dem größten Ritzel justiert. Die obere Leitrolle sollte dabei genau unter dem größten Ritzel und dementsprechend auch unter dem kleinsten Ritzel stehen. Beim Einstellen des Schwenkbereiches sollten Sie darauf achten, die H-Schraube so weit nach draußen zu drehen, dass die Kette ohne Probleme auf das kleinste Ritzel springen kann, ohne beim Drehen des Rads Geräusche zu verursachen.

Die L-Schraube hingegen sollten Sie so weit hineinschrauben, dass das Schaltwerk sich nicht mehr bewegt, wenn Sie den Schalthebel bedienen. Liegt die Kette auf dem größten Ritzel, sollte das Schalten dann kein Problem sein.

Die dritte und oft vernachlässigte Schraube am Schaltwerk entscheidet darüber, wie sehr die Kette die Ritzel umschlingt. Als Richtwert gilt hier: Auf dem größten Kettenblatt sollte der Abstand zwischen den Zähnen der Leitrolle und den Kassettenzähnen fünf bis sieben Millimeter betragen. Dann ist die Umschlingung optimal eingestellt. Achten Sie beim Schalten auch darauf, dass eine gute Zugverlegung an Ihrem Fahrrad ein optimales Schalten gewährleistet.

Der optimal eingestellte Umwerfer: Geheimwaffe der Shimano-Schaltung

Ist das Schaltwerk einmal optimal eingestellt, muss nun gewissenhaft der Umwerfer überprüft werden, um ein reibungsloses Schalten zu garantieren. Beispielhaft an einem Modell von Shimano, sorgt die ideale Einstellung des Umwerfers für präzise Schaltvorgänge für hunderte von Kilometern bei geringstem Wartungsaufwand.

Eine wichtige Voraussetzung für das Einstellen des Umwerfers ist, die richtige Position zu finden. Dabei ist es besonders wichtig, dass das äußere Leitblech genau parallel zum kleinsten Kettenblatt steht. Mit den H- und L-Schrauben begrenzen Sie den Schwenkbereich nach außen bzw. nach innen. Neben dem richtigen Winkel des Umwerfers sollten Sie auch die optimale Höhe des Umwerfers richtig einstellen. Hierbei ist wichtig, dass zwischen den Zähnen des großen Kettenblattes und des äußeren Leitbleches zwei bis drei Millimeter Platz ist. Wie bereits beim Schaltwerk wird die Zugkraft am Umwerfschalthebel eingestellt. Beim Rausdrehen der Schraube bewegt sich der Umwerfer weiter nach außen und erleichtert es der Kette so, auf das größere Kettenblatt zu springen.

Um den Schwenkbereich optimal zu bestimmen, schalten Sie auf das kleinste Kettenblatt und am Hinterrad auf das größte Kettenblatt. Danach schrauben Sie die L-Schraube so weit heraus, dass die Kette ohne Probleme am inneren Leitblech des Umwerfers vorbeiläuft. So wird das Schalten leicht und problemlos.

Die letzen Kniffe für das optimale Schalten

Als letzten Schritt zur perfekt eingestellten Fahrradschaltung sollten Sie vorne auf das größte Kettenblatt und am Hinterrad auf das kleinste Kettenblatt schalten und die H-Schraube so weit hineinschrauben, dass die Kette schleiffrei läuft. Die optimale Zugspannung ist übrigens dann erreich, wenn die Kette vorne mittig und hinten auf dem größten Ritzel liegt und zum inneren Blech gerade noch ein halber Millimeter Platz ist. Beim Einstellen Ihrer Schaltung sollten Sie immer mit Vorsicht und Fingerspitzengefühl vorgehen. Hier gilt stets: Weniger ist mehr. Beachten Sie, dass Sie aus Nachsicht zuerst eine Einstellung wählen und dann noch nachjustieren können, ohne, dass Bauteile zu Bruch gehen.

Sollten Sie sich bei der Einstellung ihres Schaltungssystems unsicher sein, stehen Ihnen auch jederzeit Fachhändler mit Rat und Tat zur Seite. Je nach Aufwand kostet eine professionelle Prüfung des jeweiligen Schaltsystems ca. 25 Euro in der Fahrradwerkstatt.

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