E-Bike nachrüsten

Mit nachhaltigen Verkehrsmitteln liegt man in Deutschland zurzeit absolut im Trend. Wer ein Upgrade vom Fahrrad zum E-Bike wagen will, muss sich nicht unbedingt ein neues E-Bike anschaffen, sondern kann selbst, mithilfe eines Nachrüstsatzes, das eigene Fahrrad umrüsten.

Lohnt es sich das eigene Fahrrad zum E-Bike umzurüsten?

Die Frage danach, ob sich der Umbau des Fahrrads zum E-Bike lohnt, ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Die Anschaffung eines neuen E-Bikes ist in der Regel sehr kostspielig. Da liegt es nahe einen Blick in die eigene Garage zu werfen, um festzustellen, ob das eigene Fahrrad vielleicht zum E-Bike werden könnte. Denn auch wenn Umbausätze für E-Bikes nicht günstig sind, ist die Anschaffung doch weniger kostenintensiv als ein Neukauf. Außerdem ist nach dem Umbau jederzeit wieder ein Rückbau zum normalen Fahrrad möglich. Das eigene Fahrrad geht also durch die Umrüstung nicht zwangsläufig verloren, falls sich die Bedürfnisse im Laufe der Zeit ändern.

Wer gerne selbst einen Schraubenschlüssel in die Hand nimmt und technisch bewandert ist, dem ist ein Nachrüstsatz für das eigene Pedelec wärmstens ans Herz gelegt, trotzdem bietet ein Neukauf den Vorteil der Herstellergarantie. Im Schadensfall ist man für alle Umbaumaßnahmen am Bike nämlich selbst verantwortlich. Der E-Bike-Umbau ist je nach Antrieb zeitaufwendig und bringt auch ein höheres Gewicht des Fahrrads mit sich. Natürlich sollte das Fahrrad, das man zum E-Bike machen möchte auch den Voraussetzungen für die Nachrüstung entsprechen und nicht schon zu alt und verschlissen für einen Umbau sein. Diese Faktoren gilt es zusätzlich zu beachten, bevor man die Entscheidung zum eigenhändigen Nachrüsten trifft.

Dazu braucht man nur die geeignete Technik, Geduld und einen geeigneten Motor für das neue E-Bike. Viele Hersteller bieten solche Umbausätze für herkömmliche Fahrräder an, da die Nachfrage an E-Bikes immer größer wird. Die technische Umsetzung des Fahrradumbaus kann gut zu Hause erledigt werden.

Trotzdem sollte man vor der Umrüstung umfassend über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Aufrüstung des eigenen Fahrrads mit einem elektrischen Antrieb informieren. Wenn aus dem eigenen Fahrrad ein funktionstüchtiges Pedelec werden soll, steht man vor einer technischen Herausforderung. Deswegen sollten die technischen Grundlagen des Umbaus bereits vor Beginn der Umrüstung geklärt werden. Eine Vielzahl von Fahrradtypen lässt sich mithilfe eines handelsüblichen Umbausatzes zum Elektrofahrrad umbauen. Vom Trekking-Rad bis hin zum Mountainbike kann jedes Fahrrad mit der richtigen Technik zum E-Bike umgerüstet werden. Ganz nach den eigenen Bedürfnissen hat die Umrüstung zum E-Bike jeweils Vor- und Nachteile.

Kann ich mein Fahrrad selbst zum E-Bike umrüsten?

Viele E-Bike Hersteller bieten auch Umbausätze für herkömmliche Fahrräder an. Ob die Umrüstung selbst auszuführen ist, hängt ganz von den eigenen handwerklichen Fähigkeiten ab. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, einen Umbausatz für das eigene Fahrradmodell zu erwerben und ihn dann von einem Fachmann anbauen zu lassen. Im Zweifelsfall ist das sogar ratsam. Die Montage eines Fahrrads sollte gewissenhaft durchgeführt werden, um Unfälle und Stürze zu vermeiden. Je nach Hersteller wird mit dem Nachrüstsatz auch mehr oder weniger Spezialwerkzeug zum E-Bike-Umbau verlangt. Da Teile wie der Mittelmotor, der Akku und der gesamte Antrieb verkabelt werden müssen, braucht man neben dem richtigen Umbausatz auch unbedingt Fachkenntnisse im Bereich Fahrradelektronik. Hersteller empfehlen für die Nachrüstung einen Zeitrahmen von mindestens sechs Stunden Arbeitszeit. Profis wie Fachhändler können den Umbau eines Fahrrads zum E-Bike allerdings schon in vier Stunden bewerkstelligen.

Deswegen empfiehlt sich neben der Recherche für den optimalen Nachrüstsatz auch die Suche nach einem geschulten Fachmann, der den Umbau wenigstens überprüft, damit alle Richtlinien der StVZO auch ordnungsgemäß eingehalten werden und das neue E-Bike regulär am Straßenverkehr teilnehmen kann. Fahrradwerkstätten bieten in der Regel auch eine Gewähr auf die erbrachten Leistungen an und bieten so zusätzliche Sicherheit beim Nachrüsten.

Wie funktioniert der Umbau zum E-Bike?

Um ein Fahrrad zu einem Elektrofahrrad zu machen, bieten unterschiedliche Hersteller drei Varianten von Umbausätzen an. Bei der ersten Möglichkeit der Nachrüstung wird der Motor im Hinterrad angebracht. Diese Variante ist für das Rad einfach und stellt sicher, dass die Stabilität des Rahmens unverändert bleibt. Da der hintere Teil des Bikes stabiler ist und mehr Gewicht verträgt, kann die Hinterradachse ohne Probleme den zusätzlichen Akku tragen und trägt dabei auch noch zur besseren Kraftübertragung bei. Befindet sich der Nabendynamo des Rads im Vorderrad, kann dieser auch weiterhin unabhängig genutzt werden. Das geht leider nicht, wenn sich der Dynamo am Hinterrad befindet, da es dafür ausgetauscht werden muss, um dem Motor genug Raum zu bieten. Bei der zweiten Variante befindet sich der Antrieb durch einen Akku im Vorderrad. Die Technik ist hier dieselbe. Es muss allerdings das zusätzliche Gewicht auf den Frontbereich des Bikes beachtet werden, das das Fahrverhalten beeinträchtigen kann. Das Bike sollte ebenfalls über eine geeignete Gabel für den jeweiligen Motor verfügen.

Die dritte Variante für die Umrüstung zum Pedelec ist die Ausstattung mit einem Mittelmotor. Hierbei wird der Akku, wie bei vielen E-Bikes, am Rahmen des Bikes angebracht. Das System zeichnet sich durch eine optimale Gewichtsverteilung aus. Der Mittelmotor sollte bei der Nachrüstung unbedingt mit dem jeweiligen Schalt- und Bremssystem kompatibel sein.

Die wichtigsten Fakten für den Umbau zum E-Bike

Beim Nachrüsten des Fahrrads zum Pedelec sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass beim Einsatz eines Mittelmotors die Garantie des Rahmenherstellers erlischt. Es sollte also dringend sichergestellt werden, dass während und nach dem Umbau, die Integrität und die Stabilität des Rahmens gewahrt bleibt, um Fahrsicherheit zu gewährleisten. Durch das zusätzliche Gewicht und das Drehmoment des externen Motors entsteht eine neue Belastung für den Rahmen, der beim Fahren des neuen Pedelecs unbedingt berücksichtigt werden muss, damit es nicht zu Unfällen oder Stürzen kommt. Die Stabilität des Rahmens sollte daher beim Umbau immer im Vordergrund stehen. Es gilt: Ein Stahlrahmen ist stabil genug, um einem fachgerechten Umbau standzuhalten. Bei einem Aluminiumrahmen muss besonders auf die Rahmenkonstruktion geachtet werden.

Das Schalt- und Bremssystem sollte mit dem gewählten Motor und Umbausatz kompatibel sein, damit es nicht zu verfrühten Materialermüdung oder Fehlmontagen kommt. Im Zweifelsfall sollten alle Umbaumaßnahmen am neuen Pedelec während oder nach dem Nachrüsten von einem Fachmann auf ihre Tauglichkeit im Straßenverkehr geprüft werden.

Je nach technischer Ausstattung des Nachrüstsets für Pedelecs liegt der Preis im Fachhandel bei ca. 400 Euro und kann für Premiumbausätze bis zu 1900 Euro betragen.

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