Welche Schäden treten bei E-Bike-Akkus auf?

Der Aufbau des E-Bike-Akkus

Zieht der Motor nicht mehr richtig, muss deutlich häufiger geladen werden oder setzt das E-Bike sogar ab und an aus, ist der Akku in der Regel beschädigt. In diesen Fällen gibt es, neben äußeren Schäden, drei Komponenten im Akku, bei denen am häufigsten Fehler auftreten. Eine ist das Batterie-Management-System (BMS), welches das Aufladen und gleichmäßige Entladen steuert. Das BMS ist in der Regel eine Platine, die mit allen Zellen des Akkus verschaltet ist.

Diese sind die zweite wichtige Komponente des Akkus. Bei den meisten E-Bikes werden Rundzellen verwendet. Sie sehen übergroßen Batterien sehr ähnlich und lassen sich einfach im Gehäuse schichten. In einigen älteren Modellen werden noch prismatische Lithium-Ionen-Zellen verwendet. Lithium-Ionen-Rundzellen haben sich allerdings bei fast allen E-Bikes durchgesetzt.

Damit das BMS alle Teile des Akkus steuern kann und gleichmäßig Strom abgegeben wird, sind alle Komponenten des Akkus miteinander verdrahtet. Sind die Kabel und Drähte nicht mehr miteinander verbunden, ist der E-Bike-Akku meist nicht mehr funktionstüchtig.

In den meisten Fällen funktioniert aber das BMS nicht mehr. Es treten in der Folge Probleme beim Laden auf, der Akku hat immer wieder Aussetzer oder reagiert nicht mehr. Die häufigste Ursache für ein defektes BMS ist ihr Versuch, einige fehlerhafte Zellen auszugleichen.

Wie jedes Gerät, kann ein E-Bike-Akku auch von außen beschädigt sein. In diesen Fällen sollte das E-Bike nicht mehr benutzt oder geladen werden, da akute Brandgefahr durch Selbstentzündung besteht. Es sollte umgehend eine Werkstatt aufgesucht werden. Falls sich die Batterie entzündet sollte dieser Brand nie mit Wasser gelöscht werden, sondern mit Sand oder einer Decke.

Die teuerste Komponente am E-Bike ist in der Regel der Akku. Er ist gleichzeitig auch das anfälligste Teil. Darüber hinaus verlieren alle Akkus im Laufe der Jahre merklich an Reichweite. Sobald der Akku stark nachgelassen hat oder nicht mehr funktioniert, stehen Nutzende vor der Frage, ob sie sich einen neuen E-Bike-Akku kaufen oder den bestehenden reparieren lassen sollten. Es wird überlegt, wann eine Reparatur und wann der Austausch günstiger ist. Müssen es im Falle des Neukaufs unbedingt Originalteile sein oder lohnt es sich No-Name-Produkte zu kaufen? Was muss bei der Reparatur beachtet werden, um nicht über den Tisch gezogen zu werden? Und was können diejenigen, die gerne basteln auch ohne Hilfe reparieren?

Akkus jedes Herstellers verlieren mit der Zeit an Ladekapazität. Die meisten Hersteller geben an, dass bei den ersten 500 – 1000 Ladezyklen mit keiner großen Veränderung zu rechnen ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Akku dann unbrauchbar ist. Lediglich die Reichweite lässt nach. Nach vier bis fünf Jahren ist dieser Verschleiß in der Regel merklich zu spüren. Es hängt allerdings auch von der Art und Weise der Nutzung ab, ob der Fahrkomfort dadurch stark eingeschränkt ist.

Ist der Akku tiefenentladen, reichen die Impulse des Ladegeräts nicht immer aus, um das Zellmaterial aufzuladen. Händler haben spezielle Geräte dafür, den Akku am Pedelec wieder in Gang zu bringen. Tiefenentladungen sollten jedoch unbedingt vermieden werden, weil sie nachhaltige Schäden am E-Bike-Akku mit sich bringen können.

Defekter Akku: Ersatz oder Reparatur?

Die teuerste Komponente am E-Bike ist in der Regel der Akku. Wenn dieser stark an Leistung nachgelassen hat oder gänzlich funktionsunfähig ist, sehen sich die meisten E-Biker einer schwierigen Entscheidung gegenüber. Soll der E-Bike-Ersatzakku ein Original werden, ist eine Akkureparatur das sinnvollste oder wird es am Ende lieber doch das günstige No-Name-Produkt?

Die Empfehlung von Herstellern wie Bosch ist es, in diesen Fällen einen E-Bike-Akku mit einem Originalteil zu tauschen. Sie argumentieren damit, dass die Abstimmung zwischen Motor und E-Bike-Akku nur gewährleistet werden kann, wenn dieser nicht verändert oder durch einen preisgünstiges No-Name-Produkt ausgetauscht wird. Zusätzlich würde die gesamte Garantie für das Fahrrad ablaufen. Die Kosten überschreiten dabei in der Regel die 600-Euro-Marke.

Eine verlässliche Prüfung der Aussage ist jedoch nicht möglich, da es zu wenig Untersuchungen für die einzelne Akkutypen und Motoren gibt. Darüber hinaus gibt es für diese Komponenten jährlich Upgrades, die Langzeituntersuchungen nur schwer möglich machen. Ergebnisse über vier Jahre alte Akkus interessieren beim Kauf niemanden, da die neueste Technik wieder anders zusammengesetzt ist. Am Ende stehen hier also die Aussagen der Hersteller der Originalteile denen der preiswerten No-Name-Akkus gegenüber.

Preiswerte und ökologische Alternative: die Reparatur

Die andere große, kostengünstige Alternative zum Neukauf ist die Reparatur. Auch ihr begegnet von Seiten der Hersteller die Kritik, dass ihre Komponenten fein aufeinander abgestimmt seien und jeglicher Eingriff dieses Gefüge aus dem Takt bringen könnte. Dem gegenüber stehen viele Werkstätten, die geprüft und erfolgreich E-Bike-Akkus reparieren.

Diese Reparaturen sind dabei nicht nur preiswerter, sondern auch ökologischer. Schließlich werden nur die Komponenten ausgetauscht, die wirklich kaputt sind. Dafür werden zunächst alle Komponenten und Verdrahtungen überprüft. Daraufhin findet eine Rücksprache inklusive Kostenvoranschlag mit den Haltern der E-Bikes statt, bevor die eigentliche Reparatur beginnt. Nach Absprache können hierbei auch Batterien mit mehr Kapazität eingebaut werden.

Das liegt daran, dass die meisten modernen Akkus in der Regel abwärtskompatibel sind. Das bedeutet, dass bei gleichbleibender Spannung, beispielsweise ein 250 Wh mit einem 500 Wh Akku ersetzt werden kann. Die Pedelecs können so deutlich an Reichweite gewinnen. Ob das bei dem eigenen E-Bike möglich ist, kann einfach im Fachhandel für Fahrräder oder im Gespräch mit der Werkstatt erfragt werden.

Für die optimale Lösung beim eigenen Fahrrad empfiehlt es sich immer, im Fachhandel und bei speziellen Werkstätten um Rat zu fragen. Vor Ort können auch die Informationen des Akkus ausgelesen werden. So können Halter erfahren, wie viele Ladezyklen das E-Bike durchlaufen hat und ob das BMS noch intakt ist. Darüber hinaus hilft die Expertise dabei, einzuschätzen, welche Option für das eigenen Pedelec die sinnvollste ist.

Den Akku selber reparieren – was kann getan werden?

Das Austauschen der Akkus ist von E-Bike zu E-Bike unterschiedlich. Bosch produziert seine E-Bike-Akkus so, dass sie mit wenigen Handgriffen problemlos entnommen werden können. Bei anderen sollten die Halter der E-Bikes ein gewisses technisches Verständnis mitbringen. Hier müssen die Kabel abgeklemmt und alles ausgetauscht und neu verkabelt werden. Der einfachste Test ist es dann, das Ladegerät anzuschließen und loszufahren.

Von der Reparatur des eigenen Akkus ist allen abzuraten, die keine Erfahrung in der Arbeit mit Hochspannung, komplexeren Schaltkreisen und feinen Lötarbeiten haben. Die wenigen, auf die das zutrifft, sollten besonders vorsichtig sein und sich vorher im Internet in einschlägigen Foren informieren.

E-BIKE INSPEKTION

Mit Fahrrad oder Pedelec muss man nicht zum TÜV. Aber um Unfälle und Schäden zu vermeiden, muss jedes Fahrrad regelmäßig gewartet und überprüft werden.


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