E-Bike vs. Pedelec vs. S-Pedelec

Die Beliebtheit von E-Bikes nimmt in Deutschland immer weiter zu. Die elektronischen Fahrräder bringen schließlich viele Vorteile mit sich: weniger körperliche Belastung, höhere Geschwindigkeit und Schonung der Umwelt sind einige nennenswerte Vorzüge. Oft werden die Begriffe E-Bike, Pedelec und S-Pedelec jedoch verwechselt.

Unterschiede zwischen dem E-Bike und dem Pedelec

Grundsätzlich wird E-Bike als Oberbegriff für sämtliche elektronisch angetriebenen Fahrräder verwendet. Gemeint sind damit in den meisten Fällen die beliebten Pedelecs (Pedal Electric Cycle). Der Begriff hat sich jedoch noch nicht vollständig in den Sprachgebrauch etabliert, weshalb die meisten Menschen von E-Bikes sprechen, obwohl sie eigentlich das Pedelec meinen.
Streng genommen handelt es sich per Definition bei E-Bikes nämlich um selbstständig fahrende motorisierte Räder, die rechtlich schon als Leichtmofa bzw. Elektromofa gelten und für die man einen Führerschein der Klasse AM (M vor 2013) und eine Zulassung mit Kennzeichen benötigt. Diese speziellen Elektrofahrräder sind jedoch nicht sehr verbreitet.

Die wesentlich beliebteren Pedelecs dagegen unterstützen den Fahrer mithilfe eines elektronischen Motors beim eigenen Treten. Bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern wird mit 250 Watt der eigenen Körperkraft auf die Sprünge geholfen. Im Straßenverkehr gelten sie als ganz normale Fahrräder und können somit auch auf gesondert ausgeschilderten Radwegen fahren. Es besteht keine gesetzliche Helmpflicht für Pedelecs. Zur eigenen Sicherheit sollte aufgrund der erhöhten Geschwindigkeit jedoch ein Helm getragen werden.
Ein Mindestalter gibt es für die Nutzung eines Pedelecs nicht. Ebenso wird auch kein Führerschein für die Benutzung dieses E-Bikes benötigt. Wer Kinder auf dem Pedelec transportieren möchte, kann dies in einem Anhänger oder (für Kinder bis sieben Jahren) in einem geeigneten Kindersitz tun.

Wie unterscheidet sich das S-Pedelec von „normalen“ Pedelecs

Das S-Pedelec bzw. Speed-Pedelec unterscheidet sich in einigen Punkten vom herkömmlichen Pedelec. Sie sind mit einer Motorleistung von 500 Watt und einer Motorunterstützung bis zu 45 Stundenkilometern wesentlich schneller. Daher benötigen die schnelleren E-Bikes eine Betriebserlaubnis oder Einzelzulassung des Herstellers sowie ein Versicherungskennzeichen. Fahrer müssen dementsprechend mindestens 16 Jahre alt sein und einen Führerschein der Klasse AM besitzen. Im Gegensatz zum „normalen“ Pedelec besteht eine Helmpflicht. Es ist allerdings nicht genau definiert, was damit gemeint ist.

Einige E-Bike-Hersteller bieten Helme an, die der Norm von Motorradhelmen entsprechen, aber dafür besser belüftet und leichter sind. Kindersitze und Anhänger sind auf dem schnellen E-Bike nicht erlaubt. Eine Ausnahme stellen spezielle E-Lastenbikes mit zulässigen Kindersitzen auf der Ladefläche dar. Zwar besteht rein optisch kein Unterscheid zwischen dem normalen und dem Speed-Elektrofahrrad, jedoch wird das Material eines S-Pedelecs durch die wesentlich höhere Geschwindigkeit mehr beansprucht.

Um dem entgegenzuwirken, sind die Bremsen leistungsfähiger und die Rahmen der Fahrräder stabiler. Außerdem muss ein S-Pedelec bereits tagsüber mit Licht fahren. Man sollte auch beachten, dass ein E-Bike mit einer Geschwindigkeit von bis 45 Stundenkilometern eine hohe Wahrnehmung erfordert, um möglichst schnell auf den Straßenverkehr reagieren zu können.

Sind S-Pedelecs auf Radwegen erlaubt?

Die Problematik eines S-Pedelecs ist die, dass sich rechtlich gesehen um ein Kleinkraftrad und nicht um ein Fahrrad handelt. Diese dürfen weder auf Fußwegen noch auf Radwegen fahren, sondern müssen auf der Straße bleiben. Hinzu kommt, dass die meisten Radwege zu schmal für die Elektro-Fahrräder sind: Fünf Meter breit müssen die Wege sein, um sich der erhöhten Geschwindigkeit anzupassen. Außerdem ist für S-Pedelecs ein Rückspiegel Pflicht, welcher das Lenkrad ebenfalls verbreitert. Das Radwegverbot führt unter anderem dazu, dass S-Pedelecs nicht auf dieselbe Beliebtheit wie ihre etwas langsameren Vorgänger stoßen. Herkömmliche Pedelecs dürfen immerhin auf Radwegen fahren.

Im Straßenverkehr stößt diese Regelung besonders bei Autofahrern auf Unverständnis. Da optisch kein großer Unterschied zu einem Pedelec bzw. Fahrrad besteht, halten viele Menschen das Elektrofahrrad für fehl am Platz zwischen Autos und Lastwagen. Das Versicherungskennzeichen wird schnell übersehen und generell wissen viele gar nicht über die Speed-Pedelecs Bescheid und halten sie somit für ein ganz normales Fahrrad. Da diese schnellen E-Bikes schließlich nur auf der Straße fahren dürfen, sind sie für viele E-Bike-Fans unterinteressant. In der Schweiz stoßen die S-Pedelecs dagegen auf deutlich mehr Beliebtheit. 25 Prozent der verkauften E-Bikes sind dort S-Pedelecs. Im Unterschied zu Deutschland dürfen die Speed-Räder nämlich alles, was normale Fahrräder auch dürfen – somit auch Radwege benutzen.

Nicht alle Wege dürfen befahren werden

Wer sich ein S-Pedelec anschaffen möchte, sollte sich somit auch der rechtlichen Rahmenbedingungen bewusstwerden, die mit dem allgemeinen Radwegverbot einhergehen. Abkürzungen durch Parks oder Fahrradstraßen zählen folglich auch dazu. Einbahnstraßen, die eigentlich für Fahrräder zugänglich sind, dürfen von den schnellen E-Bikes nicht in der entgegengesetzten Richtung befahren werden. Außerdem sind einige Feld- und Waldwege nicht für Fahrräder, die mit einem Motor ausgestattet sind, freigeben, was einige schöne Strecken für Ausflüge auf dem E-Bike verwehrt. Im Berufsverkehr ist es daher manchmal notwendig, ganz neue Strecken zu finden, die eine schnelle und vor allem sichere Fahrt mit dem schnellen Pedelec ermöglichen.

Fazit!

Der größte Unterschied zwischen dem Pedelec und dem S-Pedelec besteht somit vor allem in der maximalen Geschwindigkeit und der Unterstützung durch den Motor. Rechtliche Einschränkungen gelten dabei vor allem für das schnellere S-Pedelec, welches als Kleinkraftrad gilt. Radwege sind für diese Fahrräder tabu, was dazu führt, dass weniger Leute sie kaufen und sich eher für die langsamere Pedelec-Variante entscheiden, die nach der Definition kein Kleinkraftrad sind. Hätten S-Pedelecs im deutschen Straßenverkehr mehr Raum, so würden eventuell mehrere Menschen von ihrem Auto auf ein Elektrofahrrad umsteigen.

Insbesondere für Pendler sind diese E-Bikes eine gute Möglichkeit, um im Berufsverkehr umweltschonend und mit körperlicher Betätigung zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen. Vor dem Kauf sollten die Vor- und Nachteile der beiden Elektrofahrräder Pedelec und S-Pedelec genau abgewogen und auf die eigenen Interessen abgestimmt werden. Mit der richtigen Wahl kommt man somit schnell und sicher ans Ziel.

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