Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec

Wer mit der Überlegung spielt, sich ein Elektrorad anzuschaffen, stößt oft auf die Begriffe E-Bike und Pedelec. Meist herrscht Unsicherheit darüber, um was es sich dabei genau handelt und worin genau der Unterschied zwischen den beiden Elektroradtypen eigentlich liegt.

E-Bike

E-Bike wird meist als Oberbegriff für alle elektronisch angetriebenen Fahrräder verwendet. Streng genommen sind damit lediglich die Fahrräder gemeint, die auch ohne das Treten in das Pedal fahren können. Dies erfolgt meist über einen Drehgriff am Lenkrad oder per Knopfdruck. Im Verkehrsrecht gelten E-Bikes als Leichtmofa bzw. Elektromofa. Daher ist entweder eine Prüfbescheinigung oder ein Führerschein der Klasse AM notwendig, um diese Art der E-Bikes fahren zu dürfen. Zusätzlich müssen die Fahrzeuge zugelassen werden und benötigen ein Versicherungskennzeichen. Auf Radwegen darf nur gefahren werden, wenn es ein Zusatzschild gibt, dass Mofas erlaubt. Kinder dürfen bis zu einem Alter von sieben Jahren in einem geeigneten Kindersitz fahren, Anhänger sind dagegen nicht erlaubt. Diese E-Bikes werden auf dem Markt selten angeboten, weshalb oft die Rede von E-Bikes ist, wenn eigentlich Pedelecs gemeint sind.

Pedelecs

Unter dem Begriff E-Bike sind somit häufig die wesentlich gängigeren Pedelecs gemeint. Das Wort Pedelec stammt von „Pedal Electric Cycle“ und unterstützt den Fahrer mithilfe eines Elektromotors beim Treten. Die Motorunterstützung liegt bei maximal 250 Watt bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern und setzt nur ein, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Es handelt sich somit nicht um ein selbstständig fahrendes Fahrrad – ganz normal ohne Motor Fahrrad zu fahren, ist wiederum möglich. Außerdem gibt es für die Nutzung von Pedelecs kein Mindestalter und ein Führerschein ist ebenfalls nicht notwendig. Der Transport von Kindern in Anhängern sowie in geeigneten Kindersitzen (bis zu einem Alter von sieben Jahren) ist erlaubt. Eine gesetzliche Helmpflicht besteht nicht, jedoch sollte aufgrund der hohen Geschwindigkeit ein Helm getragen werden. Für Radwege gilt: Pedelecs dürfen genau wie Fahrräder auf gesondert ausgeschilderten Wegen fahren.Wer zum Beispiel beim Anfahren am Berg eine kleine Starthilfe benötigt, kann auf eines der Modelle von Herstellern zugreifen, die eine Schiebehilfe per Knopfdruck von bis zu sechs Stundenkilometern ermöglichen.Für alle die schneller als 25 Stundenkilometer unterwegs sein möchten, könnten die sogenannten S-Pedelecs (Speed-Pedelecs) eine Lösung sein: Diese unterstützen den Motor sogar bis zu einer Geschwindigkeit von 45 Stundenkilometern. Da diese Pedelecs bereits als Kleinkrafträder oder Leichtmofas gelten, ist eine Zulassung und ein Führerschein der Klasse AM notwendig.

Zusammengefasst werden Pedelecs im Vergleich zu E-Bikes wesentlich häufiger gekauft und streng genommen gibt es auch einen Unterschied zu den ursprünglichen E-Bikes. Da sich der Begriff des Pedelecs jedoch noch nicht vollständig in den Sprachgebrauch etabliert hat, sprechen die meisten vom E-Bike, obwohl sie eigentlich das Pedelec damit meinen.

Der heutige Erfolg des Pedelecs

Bis das Pedelec den heutigen Erfolg erzielte, fehlte es nur noch an einer Zutat: Lithium-Ionen-Akkus. Die besonders leichten Akkus sollten somit das Gewichtsproblem der bis dahin sehr schweren E-Bikes lösen. Diese Akkus wurden jedoch erst durch die Massenanfertigung für den Einsatz in Laptops in den letzten zehn Jahren bezahlbar. Ab 2005 wurden die Akkus dann immer mehr in Pedelecs und E-Bikes eingesetzt und sorgten für ihren Erfolg. Nach und nach kamen immer mehr Elektrofahrräder verschiedener Hersteller auf den Markt. Im Jahr 2019 besaßen bereits 5,9 Millionen deutsche Haushalte ein Elektrofahrrad.

Ein kleiner Ausblick in die Geschichte des E-Bikes

Auch wenn E-Bikes heutzutage immer beliebter werden, sind sie keine Erfindung der Neuzeit. Bereits im späten 19. Jahrhundert, als die großflächige Elektrifizierung zunahm, wurde das erste Patent für ein Elektrofahrrad in den USA angemeldet. Industriell gefertigte Akkus ermöglichten zu dieser Zeit bereits den Bau von Elektroautos und so übertrug Odgen Bolton Jr. dieses Prinzip auf das Fahrrad – wenn auch ohne Pedalantrieb. Der deutsche Albert Hänsel meldete vier Jahre später das erste Patent auf ein elektronisches Fahrrad mit Pedalantrieb an. In den darauffolgenden Jahrzehnten wurde weiter an E-Bikes gearbeitet. Der Boom nahm in den 1950er Jahren jedoch ab, da Mofas bereits einen stärkeren Motor hatten und im Vergleich zum Elektrofahrrad wesentlich beliebter wurden.Prototypen, die dem heutigen Pedelec sehr ähnlich sind, wurden Anfang der 70er-Jahre in Japan entwickelt. Da viele der E-Bikes jedoch über einen Akku mit wenig Reichweite verfügten und die Modelle sehr schwer waren, wurden sie nicht in Serie produziert.Das tatsächliche Prinzip des Pedelecs wurde 1982 von Egon Gelhard als Patent angemeldet. Die Unterstützung des Motors ist dabei abhängig von der Tretleistung des Fahrers. Anfang der 90er-Jahre wurden die elektronischen Fahrräder wieder beliebter und es erschienen einige weitere Modelle verschiedener Hersteller.

Warum sind Pedelecs so beliebt?

Da sich immer mehr Menschen ein Pedelec zulegen, stellt sich die Frage, was dieses Fortbewegungsmittel so beliebt macht. Ein besonderer Vorteil ist, dass im Vergleich zum herkömmlichen Fahrrad weniger Körperkraft benötigt wird. Der Fahrer profitiert schließlich aus dem Zusammenspiel manueller Körperkraft und dem integrierten Elektroantrieb. Da das Pedelec für den Körper beim Fahren eine deutliche Entlastung darstellt, freuen sich besonders ältere Menschen über die E-Bikes. Auch auf längeren Strecken können sie, trotz körperlicher Einschränkungen, mit dem elektronischen Fahrrad gut unterwegs sein. Das Pedelec ist darüber hinaus bei allen Altersklassen durchweg beliebt.Besonders in den Städten stellt das Pedelec außerdem eine gute Möglichkeit dar, trotz starken Verkehrs, ohne Auto mobil zu bleiben. Viele Menschen, die täglich zur Arbeit pendeln, haben eine Strecke von weniger als zehn Kilometern. Diese Strecke eignet sich besonders gut für die E-Bikes. So kann das Auto guten Gewissens stehen gelassen werden, worüber sich auch die Umwelt freuen wird.

Es gibt viele unterschiedliche Hersteller, die verschiedene Fahrradtypen im Angebot haben: Von E-Lastenrädern und E-Mountainbikes bis hin zu City-Rädern, ist für jeden Fahrer ein passendes Gefährt dabei. Ein Unterschied besteht meistens in der Geschwindigkeit und den rechtlichen Rahmenbedingungen.

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