Promillegrenze auf dem Fahrrad

Fahrrad und Alkohol: Wo liegt die Promillegrenze?

Mit wie viel Promille Sie aufs Fahrrad steigen dürfen und wo dabei die Grenze liegt, ist gesetzlich klar geregelt. Jedoch besteht ein Unterschied zwischen der Fahrt auf einem Fahrrad oder E-Bike und dem Fahren eines S-Pedelecs nach dem Genuss von Alkohol. Der kleine aber feine Unterschied kann in der nächsten Polizeikontrolle entscheidend sein. Daher sollten auch Fahrradfahrer stets über die aktuelle Rechtslage informiert sein.

Was, wenn es doch zu einem Unfall kommt?

Wer mit Alkohol im Blut auf das Rad oder ins Auto steigt, überschreitet bereits eine Grenze. Radfahrer und Autofahrer sollten sich jederzeit bewusst darüber sein, dass nicht nur sie auf den Straßen fahren. Eine verantwortungslose Handlungsweise gefährdet auch immer andere Verkehrsteilnehmer. Alkohol beeinträchtigt nicht nur die Wahrnehmung von Rad- und Autofahrern, sondern auch ihr Urteilsvermögen.Sollte es dennoch unter Einfluss von Alkohol zu einem Unfall kommen, steht immer zuerst die alkoholisierte Person in Verdacht, den Unfall ausgelöst zu haben. Unfallschäden übernimmt in der Regel die private Haftpflichtversicherung oder die Kaskoversicherung. Als Grundsatz gilt: Die Versicherung zahlt nur bei Vorsatz nicht. Oft werden E-Bikes durch alte Versicherungsverträge jedoch nicht abgesichert. Für diesen Fall gibt es spezielle Haftpflicht- oder E-Bike-Versicherungen, die im Schadensfall greifen. Wer unter Einfluss von Alkohol einen Unfall verursacht, bzw. die Promillegrenze überschreitet, gilt als grob fahrlässig. Auch in diesem Fall greift aber in der Regel die Haftpflichtversicherung. Wer allerdings mit Vorsatz Schaden verursacht, muss diesen aus eigener Tasche bezahlen, egal, wie viel Promille man im Blut hatte.

Wer mit dem Pedelec unterwegs ist, kann davon ausgehen, dass das E-Bike rechtlich wie ein herkömmliches Fahrrad behandelt wird. Auch wenn ein handelsübliches Pedelec eine Geschwindigkeit von höchstens 25 Stundenkilometern erreicht und durch einen Akku oder einen Hilfsmotor unterstützt wird. Wer beim Fahren eines solchen E-Bikes auffällig wird und beispielsweise eine rote Ampel überfährt, darf sogar eine geringe Menge Alkohol im Blut haben, um straffrei zu bleiben. Der Richtwert für Fahrrad- und E-Bike-Fahrer sind hier 0,3 Promille. Wer diesen Wert überschreitet und sich im Straßenverkehr gleichzeitig auffällig verhält, muss mit einer Strafanzeige durch die Polizei rechnen. Auch Fahrradfahrer gelten bei der Überschreitung der gesetzlich festgelegten Promillegrenze von 0,3 Promille als relativ fahrunfähig. Wer unter Einfluss von Alkohol sogar einen Unfall verschuldet und damit nicht nur die eigene, sondern auch die Gesundheit anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet, hat natürlich mit einer hohen Strafe zu rechnen.

Ein Sonderfall: Die Promillegrenze für S-Pedelecs

Wer nach dem Alkoholgenuss statt auf einem Fahrrad auf einem S-Pedelec unterwegs ist, muss darauf achten, dass die E-Bikes mit einer Geschwindigkeit von bis zu 45 Stundenkilometern, rechtlich nicht als normale Fahrräder gelten. Sie gelten als kleine Kraftfahrzeuge und sind deswegen auch versicherungspflichtig. Die Elektroräder fallen deswegen auch unter die gleiche gesetzliche Regelung wie Autos und Motorräder. Die Promillegrenze liegt für die Fahrer dieser Fahrzeuge bei 0,5 Promille.
Wer von der Polizei kontrolliert wird und den Grenzwert von 0,5 Promille überschreitet, muss mit strikten Konsequenzen rechnen. Der Bußgeldkatalog sieht hier eine Strafe von zu 500 Euro vor. Aber auch mit zwei Punkten in Flensburg und einem Fahrverbot von bis zu einem Monat sollte man rechnen, wenn man die Promillegrenze überschreitet und alkoholisiert im Straßenverkehr auffällig wird.

Wer mit mehr als 1,1 Promille Alkohol im Blut auf der Straße erwischt wird, begeht sogar eine Straftat. Die Konsequenzen sind hier noch weitaus gravierender. Dem Fahrer eines S-Pedelecs drohen in diesem Fall sogar eine Freiheitsstrafe, eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 3000 Euro, drei Punkte in Flensburg und ein Führerscheinentzug von bis zu einem halben Jahr. Daher sollte man sich wirklich gut überlegen, ob man das E-Bike nach einem feuchtfröhlichen Abend nicht vielleicht doch stehen lässt oder auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigt.

Fahrtüchtigkeit: Der Bußgeldkatalog

Radfahrern und Autofahrern ist auch im Interesse der anderen Verkehrsteilnehmer stets davon abzuraten, betrunken in ihr Auto oder auf ihr Fahrrad zu steigen. Wer es aber trotzdem nicht lassen kann, mit dem Rad nach Hause zu fahren, hat mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen, die in einem offiziellen Bußgeldkatalog festgelegt sind und somit flächendeckend gültig sind. Wer als Radfahrer mit 0,3 Promille Alkohol im Blut von der Polizei kontrolliert wird, gilt als relativ fahruntüchtig.

Wer aber als Radfahrer beim Fahren mit einem Blutalkoholgehalt von mehr als 1,6 Promille von der Polizei erwischt wird, wird mit drei Punkten in Flensburg, einer Geldstrafe in Höhe eines Monatsnettogehalts und einem Fahrverbot von sechs Monaten bis 5 Jahren bestraft. Man gilt dann laut Gesetz als absolut fahrunfähig. Als weitere Maßnahme wird für dieses Vergehen in der Regel eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet, um die generelle Zulässigkeit für die Teilnahme am Straßenverkehr zu gewährleisten. Wer diese medizinisch-psychologische Untersuchung, die im Volksmund auch Idiotentest genannt wird, nicht besteht, wird mit einem Fahrverbot belegt und muss seinen Führerschein abgeben. Das kann durchaus auch bedeuten, dass man betrunken auf dem Fahrrad erwischt wurde und damit seinen Pkw-Führerschein aufs Spiel setzt. Wer mit einem Blutalkoholgehalt von bis zu 1,5 Promille in eine Polizeikontrolle gerät, aber kein auffälliges Fahrverhalten zeigt, bleibt übrigens straffrei. Für alle Fahrer mit Führerschein in der Probezeit gilt ein striktes Alkoholverbot. Wer hier mit mehr als 0,0 Promille erwischt wird, verliert seinen Führerschein mit sofortiger Wirkung.

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