E-Bike Sicherheitstraining

Ein E-Bike-Fahrsicherheitstraining könnte helfen, die Zahl der Unfälle zu senken.

Die Beliebtheit von motorunterstützten Fahrrädern nimmt stetig zu.

Immer mehr Menschen wollen sich einfach, aktiv und umweltbewusst fortbewegen. So lassen viele ihr Auto zu Hause und legen Strecken mit dem Fahrrad zurück. Routen, die zuvor zu lang oder zu anstrengend erschienen, können mit einem Elektrofahrrad problemlos zurückgelegt werden. Viele E-Bike Nutzer – vor allem ältere Menschen und Einsteiger, unterschätzen die Herausforderung mit dem E-Bike. Das Pedelec ist viel schwerer als ein normales Rad und erreicht zudem eine höhere Geschwindigkeit.

Ein Blick auf die Unfallstatistik zeigt, dass die Anzahl der Unfälle mit Radfahrern zunimmt und häufig E-Bike-Fahrer involviert sind. Sie entwickeln sich zu einer zusätzlichen Gefahrenquelle im ohnehin immer unübersichtlicher werdenden Verkehr. Laut der Allianz gelten Senioren als Hauptunfallverursacher. Die mangelnde Erfahrung vieler Pedelec-Fahrer spiegelt sich in den Zahlen wider. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2018, 7819 Pedelec-Fahrer bei Unfällen verletzt – ein Anstieg um mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einen starken Anstieg hat es jedoch im Jahr 2019 gegeben. Hier starben 28 Menschen oder knapp 33 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Der Grund dafür kann sein, dass die Anzahl der Pedelec-Fahrer deutlich zugenommen hat.

E-Bike-Sicherheitstraining mit Matthias Faber

Der Sportwissenschaftler Matthias Faber ruft die ersten Sicherheitstrainingskurse für E-Bikes ins Leben. Er möchte die Menschen für den Straßenverkehr sensibilisieren. In Hamburg schult er die Grundfertigkeiten und das Erkennen von Gefahrensituationen. Hier ist die Komplexität viel größer geworden. So ist es wichtig, nicht nur auf sein technisch hochgerüstetes E-Bike acht zu geben, sondern auch auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen. Die Radwege müssten in jedem Fall besser ausgebaut werden, damit problemlos in beide Richtungen gefahren werden kann. Der Radverkehr in Hamburg ist laut der neuesten Untersuchung „Mobilität in Deutschland“,innerhalb von neun Jahren mehr als 50 Prozent gewachsen. Die Hamburger und Hamburgerinnen legen täglich 3,4 Millionen Kilometer in der Stadt zurück.

E-Bike-Fahrsicherheitstraining

Ein Fahrsicherheitstraining empfiehlt sich in jedem Fall, um eventuelle Risiken zu minimieren, die vom Fahrer selbst ausgehen. Die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung, sollte jeder beherrschen, denn gegenseitige Rücksichtnahme, Vorsicht und angepasste Geschwindigkeit sind das A und O. Im Allgemeinen sollte man beim Training erst einmal ein Gefühl dafür bekommen, wie sich ein motorunterstütztes Fahrrad verhält. Neben denen, die von einem normalen Rad kommen, gibt es auch Wiedereinsteiger, oder die das Umgehen mit einem E-Bike von Grund auf neu erlernen möchten.

Jeder kann schnell geradeaus fahren, aber wenn man sicher fahren möchte, sollte man wissen, wie sich das Fahrzeug in bestimmten Situationen verhält. Im Mittelpunkt steht dabei der Vorschub, der Reifenschlupf, der größere Kurvenradius und das Ausweichverhalten. Alles ist eine Gewohnheitssache und kann erlernt werden. Im Gegensatz zu normalen Fahrrädern haben Elektrofahrräder eine ausführliche Bedienungsanleitung. Daher unbedingt lesen!

Einer von vielen Unterschieden zum Fahrrad ist der Schub. Deshalb ist es wichtig, dass man mit der niedrigste Unterstützungsstufe anfängt zu fahren, um ein Gefühl für die Beschleunigung zu bekommen. Vorsicht! Beim ersten Fehler, kann es schnell zu einem Unfall kommen. Gehen Sie also so vor, wie Sie es bei einem neuen Auto auch tun würden.

Tipps!

1. Vorausschauend fahren

Das gilt für alle Fahrten, egal mit welchem Fahrzeug man unterwegs ist. Der Blick sollte immer nach vorne und geradeaus gerichtet sein und es ist wichtig, die Verhaltensweisen der Anderen zu antizipieren. Die Oberflächen des Bodens und die Kurven sollten gescannt und berücksichtigt werden. So kann man die Bewegungen präziser ausführen und mit dem eigenen Körper schnellstmöglich reagieren, indem man beispielsweise das Gewicht verlagert.

2. Gleichgewicht halten erlernen

Die Batterie und der Motor erhöhen das Gewicht des E-Bikes im Vergleich zu herkömmlichen Fahrrädern. Infolgedessen reagiert es auch anders. Das spürt man vor allem beim befahren von Kurven. Versuchen Sie ab und zu mit einer Hand zu fahren, um das Gleichgewicht zu schulen, damit sie beispielsweise beim Abbiegen den Richtungswechsel anzeigen können.

3. Bremsen lernen

Richtiges Bremsen mit dem Pedelec ist fast wichtiger als das Fahren selbst. Zu scharfes, abruptes Bremsen lässt den Radfahrer über den Lenker segeln. Die Geschwindigkeit sollte vor allem an die Verkehrs-, Straßen-, und Wettersituation angepasst werden. Damit man weiß, wie das Fahrrad bei einer Notbremsung reagiert und das ausbrechende Hinterrad unter Kontrolle behält, sollte man das am besten unter fachlicher Anleitung üben.

4. Kurven fahren üben

Das Fahrverhalten beim Bremsen und in Kurven ist für Neulinge durchaus gewöhnungsbedürftig. Aufgrund der Trägheit der Masse haben E-Bikes einen größeren Radius. Wenn Sie in die Kurve fahren, konzentrieren Sie sich nicht nur auf Ihr eigenes Vorderrad, sondern drehen Sie Kopf und Oberkörper aktiv in Kurvenrichtung. Dies ermöglicht dem Fahrer, frühzeitig aus der Kurve zu schauen und mögliche Gefahren zu erkennen.

Unter professioneller Anleitung ist das Fahrtraining besser, als das Selbermachen, da der Spezialist Fehler analysieren und korrigieren kann.

E-Bikes für Senioren

Die Senioren in unserer Gesellschaft profitieren von Elektrofahrrädern, denn ihnen wird ein Stück Mobilität zurückgegeben. Ein E-Bike macht den Radfahrer aber nicht automatisch zu einem besseren Verkehrsteilnehmer. Die Straßenverkehrsordnung ist weiterhin zu beachten. Eine gewisse Reaktionsfähigkeit, sowie eine angemessene Sehstärke, sollte die Voraussetzung sein, um sich selbst und Andere keiner Gefahr auszusetzen. Senioren, die sich für ein E-Bike interessieren, müssen daher einen sicheren und stabilen Stand und ausreichende Muskelkraft in den Armen haben.

Dies ist besonders beim Auf- und Abstieg wichtig, damit der Fahrer nicht zu Boden fällt. Das Fahren selbst unterscheidet sich aber auch erheblich vom konventionellen Radfahren. Senioren überschätzen sich oft selbst und die Geschwindigkeit von E-Bikes, was zu kleineren, aber auch größeren Unfällen führen könnte. Trotzdem sind E-Bikes aber eine großartige Möglichkeit für Senioren, fit und aktiv zu bleiben. Sie müssen weder auf ihre Mobilität noch auf leichte, sportliche Bewegungen an der frischen Luft verzichten.

Deshalb wäre ein Fahrsicherheitstraining eine gute Gelegenheit, um verschiedene Tipps zur Fahrtechnik mit dem E-Bike zu bekommen und das Umgehen mit dem Fahrrad zu erlernen.

Schließlich gefährdet sich ein unerfahrener E-Bike-Fahrer nicht nur selbst. Er gefährdet auch alle Verkehrsteilnehmer in seiner Umgebung. Dies ist eines der Risiken im deutschen Straßenverkehr, die minimiert werden müssen. Es liegt in Ihrer Verantwortung, sicherzustellen, dass Sie ihr Rad angemessen unter Kontrolle haben und in einem angemessenen Tempo fahren können.

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E-Bike-Sicherheitstraining mit Matthias Faber