Die passende Fahrradbrille finden

Die passende Fahrradbrille finden

Auf dem Fahrrad brauchen deine Augen Schutz - je schneller du unterwegs bist, desto mehr. Denn der (Fahrt-)Wind lässt sie tränen, Straßenstaub kann hineingelangen oder sich Insekten dorthin verirren.

Denkbar ungünstig, denn egal ob du dich mit dem Fahrrad im Stadtverkehr auf Landstraßen oder im Gelände bewegst: Du solltest immer sehen können, wohin du fährst und was um dich herum passiert. Mit der richtigen Fahrradbrille bist du vor Umwelteinflüssen geschützt und für Wind und Wetter gewappnet. So findest du die passende Fahrradbrille.

Die richtige Fahrradbrille finden

Familien, die am Wochenende mal eine gemütliche Fahrradtour machen, oder Stadtbewohner, die mit ihrem Citybike ein paar Kilometer zum nächsten Supermarkt fahren, werden mit anderen Störfaktoren konfrontiert als Mountainbike- oder Rennradfahrer. Damit die Brille auch das leistet, was du dir von ihr erwartest, solltest du sie je nach (hauptsächlichem) Einsatzzweck, individuellen Bedürfnissen bzw. Voraussetzungen und natürlich auch entsprechend deiner Gesichtsform auswählen.

Für kurze Fahrten, zum Beispiel wenige Kilometer ins Büro, kann eine einfache Sonnenbrille genügen, die deine Augen vor der schädlichen UV-Strahlung schützt. Um alle Arten von UV-Strahlen zu blockieren, sollte sie einen UV-400-Schutzfilter haben, der Strahlen mit einer Wellenlänge bis zu 400 Nanometern abhält, was einem zuverlässigen Schutz entspricht.

Bestenfalls hat die Brille Kunststoffgläser, das reduziert das Verletzungsrisiko bei einem Sturz. Auf (Wochenend-)Ausflügen, längeren Reisen mit dem Fahrrad oder beim sportlichen Einsatz ist jedoch eine spezielle Fahrradbrille sinnvoll und ratsam. Diese Möglichkeiten gibt es:

  • Fahrradbrille fürs Rennrad: Rennradfahrer fahren auf flachen Strecken schon mal mit Geschwindigkeiten von 30 oder 40 Stundenkilometern, bergab sind gute Abfahrer noch deutlich schneller. Bei solchen Tempi reizt der Wind die Augen, Straßenstaub und kleine Steinchen können ins Auge gelangen oder auch Insekten, die sich nicht rechtzeitig aus der Fahrschneise retten konnten. Deshalb sollte eine Brille für Rennradfahrer flächig und weit um den Kopf herumgezogen sein. Der obere Rahmen sollte das Sichtfeld in der typisch gebeugten Haltung nicht stören. So ist die Sicht gut und der Schutz ebenfalls.
  • Fahrradbrille fürs Mountainbike (MTB): MTB-Fahrer sind abseits befestigter Straßen vor allem mit aufspritzendem Schlamm, Schmutz und Steinen oder auch Insekten und Ästen konfrontiert. Die Lichtverhältnisse können sich vor allem in bewaldeten Gegenden schnell von sonnig zu schattig verändern. Da der Untergrund oft ruppig ist, sollte zur Ausrüstung eines jeden Mountainbikers eine Fahrradbrille gehören, die sicher sitzt und bruchsichere Scheiben hat, deren Tönung sich eventuell sogar den herrschenden Lichtverhältnissen anpasst (photochromatische Scheiben). Zudem sollte der Rahmen das Sichtfeld möglichst wenig einschränken. Wer es besonders sicher mag, speziell in den Bereichen Enduro, Freeride oder Downhill, greift zu sogenannten Goggles, die an Skibrillen erinnern und dank Kopfband bombenfest sitzen.
  • Fahrradbrille für Brillenträger: Für Brillenträger, die entweder Kontaktlinsen nicht vertragen oder sie nicht benutzen möchten, gibt es Fahrradbrillen, die nicht nur Wind, Wetter und Insekten abhalten, sondern auch als Sehhilfe dienen. Es gibt verschiedene Varianten, zum Beispiel die Direktverglasung, bei der die Korrekturstärke in die Scheiben eingeschliffen wird. Da dies aufgrund der gebogenen Form einer Fahrradbrille schnell mehrere hundert Euro kostet, gibt es alternativ Fahrradbrillen mit Clip. Letzterer sieht aus wie eine Nickelbrille und lässt sich an den Rahmen der Sportbrille klicken. Das ist günstiger und flexibler (die Scheibe lässt sich z. B. je nach Witterung austauschen), sieht aber nicht ganz so schön aus.

Worauf ist bei Fahrradbrillen zu achten?

Die Auswahl auf dem Brillenmarkt für Radfahrer ist groß und reicht von günstigen Basismodellen über Brillen mit Wechselgläsern, selbsttönenden Scheiben und jeder Menge Anpassungsmöglichkeiten bis hin zu Varianten mit Sehstärke. Da die richtige zu finden, ist gar nicht so einfach. Hier erfährst du, was die einzelnen Kategorien leisten können, was nicht und wie du die passende Fahrradbrille für dich findest.

Sonnenbrille

Streng genommen ist die klassische Sonnenbrille keine Fahrradbrille. Eine einfache Sonnenbrille schützt die Augen hauptsächlich vor UV-Strahlung. Der Schutz vor Insekten, Wind und Wetter sowie anderen Umwelteinflüssen ist jedoch gering. Der Wind kann zum Beispiel leicht seitlich hinter die Gläser gelangen.

Ist sie entsprechend bruchsicher, kann sie als Notlösung für Kurzstrecken- und Gelegenheitsfahrer dienen, die mit dem Fahrrad nur mal zum nächsten Supermarkt fahren oder solche, die überwiegend gemütlich und auf befestigten Wegen unterwegs sind. Für Radfahrer, die regelmäßig, über längere Strecken, flott oder im Gelände unterwegs sind, sprich: eigentlich für fast alle, stellen spezielle Fahrradbrillen aber die bessere Wahl dar.

Fahrradbrille

Grundsätzlich liegt der Unterschied zwischen einer Sonnen- und einer Fahrradbrille darin, dass eine Fahrradbrille speziell an den Radsport angepasst ist und zusätzliche Funktionen bietet. Eine solche Brille bewahrt dich nicht nur vor Sonneneinstrahlung sondern auch vor Umwelteinflüssen wie Wind, Insekten oder auch Regentropfen.

Sie hat eine gebogene Form und deckt die Augenpartie flächig ab. Scheiben sowie Rahmen bestehen aus bruchsicherem Kunststoff. Die Nasenauflagen und für gewöhnlich auch die Bügelenden sind gummiert, damit die Fahrradbrille nicht verrutscht. Manchmal lassen sich Nasenpads und Bügel auf anpassen

Bei vielen Radbrillen kannst du die Scheiben austauschen, einige bekommst du bereits als Set mit unterschiedlich getönten Scheiben, z. B. klar, gelb/orange, braun. So kannst du deinen Augenschutz an das Umgebungslicht anpassen. Dunkle Tönungen schirmen beispielsweise Sonnenlicht besser ab, gelbe Gläser lassen die Konturen bei trübem, grauem Wetter schärfer werden. Es gibt sogar Fahrradbrillen mit sich verändernder Tönung, die sich selbständig an die jeweilige Lichtsituation anpassen.

Tipp: Beim Kauf den Fahrradhelm mit in den Laden nehmen und ausprobieren, ob Brille und Kopfschutz miteinander harmonieren und um sicherzustellen, dass beispielsweise die Bügel unter den Helmriemen  nicht drücken oder die Brillenoberkante an den Helmrahmen stößt.

Die Vorteile einer Fahrradbrille:

  • Schutz vor Umwelteinflüssen: Schutz vor Sonne, Wind und weiteren Wetterlagen ebenso wie vor Staub und Schmutz, Insekten und anderen Fremdkörpern.
  • mehr Sicherheit durch bruchsichere Gläser und einen stabilen Rahmen: Scheiben und Gestell müssen auch einen Sturz splitter- und bruchfrei überstehen, entsprechend bestehen sie für gewöhnlich aus Kunststoff.
  • besserer Halt: zum Beispiel durch verstellbare Nasenpads und Bügelpolster
  • bessere Sicht und weniger Anstrengung für die Augen bei getönten Gläsern

Welche Gläser gibt es und was bewirken sie?

Die Gläser oder auch Scheiben einer Fahrradbrille sind entscheidend für den Schutz vor UV-Strahlung und Umwelteinflüssen, je nach deren Tönung lässt sich die Radbrille für unterschiedliche Lichtverhältnisse einsetzen.

  • Gläser mit einem Gelbton hellen die Umgebung bei bewölktem Wetter und Nebel auf.
  • Klare Gläser erleichtern Fahrten bei Einbruch der Dunkelheit.
  • Braune Gläser sind besonders für den Straßenverkehr und für sonniges Wetter geeignet, da du nicht geblendet wirst und z. B. Signallichter gut erkennst.
  • Blaue Gläser sind die richtige Wahl bei Fahrten im Winter dar, da so Kontraste im Schnee hervortreten.
  • Orangene Gläser gleichen Grün- und Blautöne aus und sind deshalb für Fahrten im Wald und bei schlechtem Wetter gut geeignet.

Für Radfahrer, die für alle Fälle gewappnet sein wollen, gibt es auch Brillen-Sets mit Wechselgläsern oder photochromatische Radbrillen, die sich automatisch an die Lichtverhältnisse anpassen.

Was sind photochromatische Linsen?

Photochromatische, also selbsttönende, Radbrillen sollen eine unkomplizierte Lösung bei sich verändernden Lichtverhältnissen darstellen, da sich die Scheibentönung entsprechend selbst anpasst. Früher war dies eher ein theoretischer Vorteil, da sich die Tönung bei schnell aufeinanderfolgenden Veränderungen – zum Beispiel zwischen Schatten und Licht bei Abfahrten im Wald – nicht schnell genug anpassten.

Neue photochromatische Fahrradbrillen sollen die Tönung so schnell ändern können,  dass du immer den Durchblick behältst und die Gläser nicht austauschen musst.

Bei welchem Hersteller finde ich eine zuverlässige Fahrradbrille?

Die richtige Brille kann ebenso wichtig sein wie der richtige Fahrradhelm. Wir haben einige Tipps und Beispiele für Radbrillen zusammengestellt.

Photochromatische Brillen

Hier gilt das Motto: "Eine Brille für alle Gelegenheiten". Die Scheiben photochromatischer Brillen passen sich den jeweiligen Lichtverhältnissen an, das ist praktisch für bewaldete Gegenden und Vielfahrer, die Scheiben oder Brille nicht ständig wechseln möchten. Vertreter dieser Gattung sind die „Alpina Eye HR VL+“ für 120 Euro, die „ALPINA Eye HR VLM+“ für 150 Euro und die „TWIST FIVE HR S QVM+“ von Alpina für 180 Euro, zahlreiche Sportsonnenbrillen der Marke Swiss Eye oder die „Radar® EV Advancer“ von Oakley für 237 Euro.

Sportsonnenbrillen mit Sehstärke

Sportsonnenbrillen mit Sehstärke sind beim lokalen Optiker oder auch online erhältlich, Uvex bietet zum Beispiel verschiedene Modelle mit Direktverglasung an. Neben dieser Variante haben Brillenträger die Möglichkeit, auf optische Clips wie den Korrekturclip von Julbo zurückzugreifen.

Preiswerte Produkte

Für Gelegenheits- und gemütliche Fahrer bieten sich günstigere Sportbrillen an, die vor Sonne, Wind und weiteren Umwelteinflüssen schützen und mit Tragekomfort und Halt punkten, aber ohne sonstigen Schnickschnack auskommen. Mit unter 30 Euro gehören die „JALIX“-Reihe von Alpina, die „uvex sportstyle 509“ oder die „uvex sportstyle unisex 224“ zu den preiswertesten Sportsonnenbrillen für Erwachsene.

Radbrillen für Kinder und Jugendliche

Alpina bietet auch einige preiswerte Sportbrillen für Kinder und Jugendliche für unter 30 Euro an, etwa die nach Herstellerangabe unverwüstliche „Alpina Flexxy Youth HR Sportbrille“ für Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren oder farbenfrohe Varianten wie die Alpina "FLEXXY GIRL rose-mint C" in Rosa oder die "FLEXXY GIRL pink-rose C" in Pink.

Sportbrillen mit Wechselscheiben

Wechselscheiben ermöglichen es dir, deine Fahrradbrille an die entsprechenden Umweltbedingungen anzupassen. Mit Wechselscheibentechnologie ausgestattet sind zum Beispiel die „TRI-EFFECT 2.0“ von Alpina für 50 Euro oder die „uvex sportstyle 114“ sowie die „uvex sportstyle 117“ für 60 Euro.

Goggles fürs Mountainbike

Ob Freeride, Enduro oder Downhill – MTB-Fahrer aller Couleur sind auf zuverlässigen Schutz angewiesen. Dazu gehören die Airbrake® MTB von Oakley für 230 Euro oder, im unteren Preissegment die Goggles der individualisierbaren Parker-Reihe von Melon Optics für 45 Euro.

Leichte Radbrillen

Mit 20,6 Gramm gehört die „TRI-EFFECT 2.0“ zu den leichtesten Sportsonnenbrillen bei Alpina. Für einen Preis von 50 Euro sind hier drei Gläser für verschiedene Wetterlagen mit dabei. Mit gerade einmal 18 Gramm ist die „LUZY“-Sportbrille eine besonders leichte Variante für Kinder von Alpina.

Die wichtigsten Tipps zusammengefasst

  • Passe deine Brille an Umweltbedingungen, vorrangigen Einsatzzweck und deine individuellen Bedürfnisse an.
  • Für jeden Anlass gibt es eine geeignete Brille: für die verschiedenen Disziplinen (Rennrad, Mountainbike etc.), für Brillenträger (Direktschliff, Clip) und für verschiedene Witterungsverhältnisse (Wechselscheiben, photochromatische Scheiben).
  • Eine Fahrradbrille muss wackelfrei sitzen, sollte nicht drücken (auf dem Nasenrücken, hinter den Ohren etc.) oder sich mit dem Helm in die Quere kommen und der Rahmen sollte das Sichtfeld nicht einschränken.
  • Eine große Auswahl an Sport- und Fahrradbrillen findest du sowohl online als auch bei lokalen Händlern.

Bikes.de Redaktion



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