E-Bike-Akku richtig entsorgen: Wissenswertes und Tipps

E-Bike-Akku richtig entsorgen: Wissenswertes und Tipps

E-Bikes stellen – wie Zahlen des Statistik-Portals „Statista“ zeigen – allein im vergangenen Jahr für 1,4 Millionen Menschen eine energiesparende und umweltschonende Investition in ihre Fortbewegung dar. Indem E-Bike-Fahrer Schadstoffemissionen vermeiden, können sie einen großen Teil zur Klimaverbesserung beitragen. Vor allem mit Nachhaltigkeit im Alltag überzeugen die modernen Elektroräder viele Pendler, die für kurze bis mittellange Strecken inzwischen öfter bereit sind, vom Auto umzusteigen.

Doch was geschieht mit den Bauteilen eines E-Bikes, wenn dieses in die Jahre kommt? Werden der Akku und der Rahmen aus Carbon recycelt, wenn das Pedelec eines Tages vielleicht nicht mehr den eigenen Vorstellungen entspricht?

Viele E-Bike-Fahrer wissen gar nicht, wie die Entsorgung von Pedelec-Teilen funktioniert ohne der Umwelt dabei zu schaden. Alle Antworten auf diese wichtigen Fragen rund um das Akku-Thema findest du hier.

Die Lebensdauer eines Pedelec-Akkus

Auch wenn das Fahren eines E-Bikes durch vermiedenen Schadstoffausstoß besonders nachhaltig ist, halten E-Bikes und vor allem deren Akkus nicht ewig, denn auch hier gibt es Verschleiß. 

In der Regel verfügt ein regulärer E-Bike-Akku je nach Hersteller über eine Lebensdauer von 500 bis 1.000 Ladezyklen, wie der „Pressedienst Fahrrad“ meldet. Das entspricht bei einer Reichweite von 40 Kilometern pro Ladung ungefähr 20.000 bis 40.000 Kilometern und einem Zeitraum von vier bis sechs Jahren.

Danach ist der Akku des Elektrofahrrads nicht defekt, aber erbringt eventuell nicht mehr die volle Leistung und ist somit auch nicht mehr umweltfreundlich. 

Wie wir es auch von Handys und Laptops kennen, gilt auch hier: Die Zellen des Akkus altern und er muss öfter geladen werden und kann nur noch einen Teil der Ladung halten. Das senkt neben der Kapazität des Akkus auch die Ökobilanz. 

Dann wird es Zeit für einen Akku-Wechsel beim Hersteller oder dem Händler des Vertrauens. Bei der Entsorgung des ausgedienten Akkus müssen E-Bike-Nutzer einiges beachten, um der Umwelt damit nicht zu schaden.

Die korrekte und umweltfreundliche Entsorgung des E-Bike-Akkus

Um den alten E-Bike-Akku loszuwerden, ist der Gang zum Fahrradfachhändler nötig, denn die Entsorgung eines Lithium-Ionen-Akkus im Hausmüll ist untersagt. Fahrradhändler sind sogar per Gesetz dazu verpflichtet, alte E-Bike-Akkus zurückzunehmen, um die Ökobilanz zu verbessern. Deswegen sollte man sich im Fahrradgeschäft nicht abwimmeln lassen, sondern kann alte E-Bike Akkus dort guten Gewissens entsorgen – selbst wenn man sie nicht dort gekauft hat und auch nicht beabsichtigt, eine neue Batterie für sein Fahrrad zu erstehen.

Recycling von alten E-Bike-Akkus 

Nach einer eingehenden Prüfung der Funktionsfähigkeit des entsorgten E-Bike-Akkus sorgen die Fachhändler dafür, dass ein Großteil der Pedelec-Akkus recycelt wird. In Deutschland übernimmt dies die Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (GRS), die Partner vieler Fahrradhersteller und -händler ist. 

Bereits ein Teil des Kaufpreises eines E-Bikes geht an die GRS, damit die Entsorgung und Aufbereitung der Akkus sichergestellt ist. Das Recycling und die Wiederaufbereitung von alten E-Bike-Akkus ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll, da viele verwendete Rohstoffe, die in den Akkus enthalten sind, besonders selten und damit wertvoll sind.

Hier finden sich vor allem sogenannte seltene Erden. Das sind, wie die Fraunhofer-Gesellschaft erklärt, Metalle, deren Vorkommen in der Erdkruste äußerst rar sind. Beispiele für diese Rohstoffe sind Lithium, Quecksilber und Cadmium. Diese werden zur Herstellung von Lithium-Batterien, aber auch für E-Bike-Akkus verwendet. Das Akku-Recycling wird so besonders ressourcenschonend.

Wer den Weg zum Fahrradhändler nicht auf sich nehmen will, kann den zu entsorgenden E-Bike-Akku auch kostenfrei in einer kommunalen Sammelstelle abgeben, um hier die enthaltenen Rohstoffe recyceln zu lassen. Weitere Infos dazu solltest du auf der Webseite deiner Stadt oder Gemeinde finden.

Werden auch andere E-Bike-Teile wie Carbonrahmen recycelt? 

Wenn du dein E-Bike ausrangieren willst, gibt es mehr Teile als nur den alten Akku, die entsorgt werden müssen. Was geschieht zum Beispiel mit dem Carbonrahmen, der dir bei Wind und Wetter und bergab wie bergauf jahrelang gute Dienste geleistet hat?

Die Antwort auf diese Frage ist erstaunlich einfach: Auch der E-Bike-Rahmen aus dem leichten Material Carbon kann nach der Entsorgung recycelt werden. Allerdings nicht so einfach wie der Akku deines E-Bikes. 

Durch die Komposit-Bauweise vieler E-Bike-Rahmen kann er nicht eins zu eins verwertet werden. Der Verbund aus unterschiedlichen Materialien und Fasern muss zuerst in einem thermischen oder chemischen Verfahren getrennt werden, damit die einzelnen Rohstoffe aufgearbeitet werden können. 

Damit der alte oder kaputte Carbonrahmen eines Elektrofahrrads in Zukunft nicht einfach auf der Mülldeponie landet, weil der Aufwertungsprozess zu kompliziert scheint, gibt es unterschiedliche Bemühungen, um den Recyclingprozess nachhaltiger zu gestalten.

Ähnlich wie bei E-Bike-Akkus versuchen nachhaltige Unternehmen zunehmend, den Aufbau eines Rücknahmesystems voranzutreiben, um die Aufbereitung von Carbonfasern systematisch durchzuführen und damit Müll zu vermeiden. Hier besteht allerdings noch Nachbesserungsbedarf.


Bikes.de Redaktion