Dienstrad-Leasing: Das musst du wissen

Dienstrad-Leasing: Das musst du wissen

Du musst nicht dein Konto plündern, um dir ein Fahrrad kaufen. Eine Alternative, die sich für viele Arbeitnehmer lohnt und die auch Arbeitgeber immer stärker annehmen, ist das Dienstradleasing. Wir verraten dir, wie du ein Dienstrad erhältst, welche Räder du leasen kannst und was es dabei zu beachten gibt.

Dienstrad- und -E-Bikeleasing im Überblick

Wie funktioniert das Dienstrad- und -E-Bikeleasing? Zunächst einmal muss dein Arbeitnehmer zustimmen und sich bereit erklären, Diensträder zur Verfügung zu stellen. Dann schließt er einen Vertrag mit einem Leasinganbieter wie Bikeleasing, Eurorad oder Lease-a-Bike ab.

Als Arbeitnehmer suchst du dir bei einem lokalen Händler oder in einem Online-Shop dein Lieblingsbike aus. Gemeinsam haltet ihr in einem Überlassungsvertrag fest, dass du das Fahrrad nutzen darfst.

Liegt dieser vor, kann die Personalabteilung deines Arbeitgebers den Auftrag freigeben, woraufhin du einen Abholtermin mit dem Fachhändler vereinbaren und dein neues Bike mit nach Hause nehmen kannst. 

Welche Fahrräder stehen beim Dienstrad-Leasing zur Verfügung?

Prinzipiell sind dir bei der Wahl deines Dienstrads keine Grenzen gesetzt. Egal welche Marke oder welcher Fahrradtyp: Du kannst dir ein modernes Citybike, ein sportliches Mountainbike, ein schnelles Rennrad oder ein leistungsstarkes E-Bike aussuchen. 

Darf ich das Dienstrad auch privat nutzen?

Da du einen Überlassungsvertrag unterzeichnet hast, geht das Fahrrad mit dem Zeitpunkt der Abholung in deinen Besitz über. Du kannst das Dienstrad also auch privat nutzen, um eine gemütliche Sonntagstour zu unternehmen, deine Einkäufe nach Hause zu befördern oder in den Urlaub zu fahren.

In manchen Fällen (z. B. bei Barlohnumwandlung bzw. wenn der Arbeitgeber nicht die gesamten Kosten für das Leasing übernimmt; siehe auch weiter unten bei „Finanzierung“) musst du dann allerdings einen Teil des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern.

Dienstrad: leasen oder kaufen?

In vielen Fällen fährst du als Arbeitnehmer mit einem geleasten Dienstrad am besten: Mit einer Vollkaskoversicherung inklusive, die bei Diebstahl, Unfällen, Stürzen oder Vandalismus greift, und einer Mobilitätsgarantie, die einen 24-Stunden-Notfall- und einen Pannenservice beinhaltet, bist du sicher und sorgenfrei unterwegs.

In der Regel kannst du optional ein Rundum-Sorglos-Paket dazubuchen, durch das der Anbieter auch anfallende Verschleißreparaturen übernimmt. Wenn du zu Vertragsende einen Kauf in Erwägung ziehst, sparst du im Vergleich zum Neukauf sogar bares Geld.

Wir haben den geldwerten Vorteil an einem Beispiel über den Fahrradleasingrechner von Bikeleasing errechnet: Nehmen wir an, du verdienst 3000 Euro brutto, bist nicht verheiratet und in der Steuerklasse I. Du suchst dir ein E-Bike für 4299 Euro aus. Die monatliche Umwandlungsrate liegt dann bei 122,59 Euro, die tatsächliche Nettobelastung bei 68,21 Euro im Monat.

Nach drei Jahren, zum Ende der Vertragslaufzeit, hast du 2455,56 Euro gezahlt. Dann hast du bei Bikeleasing die Möglichkeit, das E-Bike zu einem Preis von 18 Prozent des Neupreises zu übernehmen, was hier 773,82 Euro sind. Somit hast du ein E-Bike, das 4299 Euro wert ist, für 3229,38 Euro erworben – und damit mehr als 1000 Euro bzw. 35 % gespart (Stand: 12/2020).

Habe ich als Arbeitnehmer ein Anrecht auf ein Dienstrad?

Grundsätzlich haben Arbeitnehmer keinen Anspruch auf ein Dienstrad. Der Arbeitgeber entscheidet, ob das Dienstrad-Leasing infrage kommt. Aber: Immer mehr Unternehmen erkennen das Potenzial von Diensträdern und investieren gern in die Motivation und Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Dabei gibt es einige Vorzüge in Sachen Dienstradleasing, mit denen du deinen Arbeitgeber überzeugen kannst.

Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Du bist an einem Dienstrad interessiert, weißt aber nicht, wie du deinen Arbeitgeber überzeugen kannst? Diese Argumente können dir dabei helfen:

  • Höhere Unternehmens-Attraktivität: Die Wünsche der Arbeitnehmer zu berücksichtigen und ein Dienstrad anzubieten, macht die Firma für potenzielle Bewerber attraktiv. Das Dienstrad motiviert Mitarbeiter für eine langfristige Zusammenarbeit.
  • Gesündere Mitarbeiter: Radfahren fördert die Gesundheit und dadurch die Leistungsfähigkeit, auch für das Unternehmen. Das Deutsche Institut für Urbanistik gibt an, dass Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, seltener krank sind als ihre autofahrenden Kollegen.
  • Versicherungsbeiträge werden günstiger: Stellt der Arbeitgeber ein Dienstrad bereit, zahlt er weniger für die Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Auch für dich als Arbeitnehmer hat das Dienstrad einige Vorteile:

  • Geldersparnis: Dank steuerlicher Förderung sparst du im Vergleich zum herkömmlichen Kauf bis zu 40 Prozent.
  • Flexibilität: Du kannst das Dienstrad auch in deiner Freizeit nutzen und bist immer mobil. Die lästige Parkplatzsuche entfällt.
  • Schnelligkeit: Wer in der Stadt wohnt, kommt mit dem Bike oft schneller ans Ziel als mit dem Auto.
  • Gesundheit: Mit einem Dienstrad tust du deiner Gesundheit etwas Gutes und bleibst fit.
  • Sorglosigkeit und Zuverlässigkeit: Dank einer Vollkaskoversicherung bist du mit einem Dienstrad sicher und sorglos unterwegs.
  • Der Umwelt zuliebe: Bist du mit einem Dienstrad unterwegs, kannst du deine CO2-Bilanz verbessern und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Prinzipiell lohnt sich ein Dienstrad für alle Arbeitnehmer, die noch kein Bike oder zumindest noch nicht ihr Traumfahrrad besitzen und sich gern bewegen. Auch für Selbstständige lohnt es sich, diese Option einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Willst du deinen Arbeitgeber in den nächsten drei Jahren wechseln, könnte sich das Leasing jedoch komplizierter gestalten, denn der Leasingvertrag läuft für gewöhnlich über 36 Monate. In diesem Fall solltest du abwägen, ob ein Dienstradleasing aktuell das Richtige für dich ist.

Finanzierung

Grundsätzlich gibt es für das Dienstradleasing zwei Möglichkeiten der Finanzierung: Du kannst einen Teil deines Gehalts gegen ein Dienstrad tauschen, oder dein Arbeitgeber stellt dir das Bike zusätzlich zu deinem Lohn bereit, etwa anstelle einer Gehaltserhöhung.

Monatliche Gehaltsumwandlung

Bei der Gehaltsumwandlung gibst du einen Teil deines (Brutto)Lohns ab, um das geleaste Rad für den Weg zur Arbeit und auch privat nutzen zu dürfen. Die Abzüge sind vom Wert des von dir gewählten Bikes abhängig.

Seit 2020 versteuerst du den geldwerten Vorteil, der sich aus der privaten Nutzung ergibt, nur noch mit 0,25 Prozent der unverbindlichen Preisempfehlung. Mit der neuen 0,25-Prozent-Regelung für Fahrräder und Pedelecs hat das Dienstrad den Dienstwagen, dessen Fahrer monatlich ein Prozent des Listenpreises für private Fahrten versteuern müssen (Ein-Prozent-Regelung), steuerlich überholt.

Dienstrad als Bonus

Erhältst du das Bike als Bonus zu deinem Gehalt, als sogenanntes Gehaltsextra, übernimmt dein Arbeitgeber die vollen Kosten. Die Versteuerung entfällt und du fährst das Rad als Mitarbeiter steuerfrei.

Vertragslaufzeit

Leasingverträge sind in der Regel auf eine Laufzeit von drei Jahren ausgelegt. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit kann der Arbeitnehmer das Bike im ordnungsgemäßen Zustand zurückgeben oder kaufen. Hierzu erhält er einige Wochen vor Vertragsende ein Kaufangebot.

Nach Schätzungen des Bundesfinanzministeriums (BMF) ist ein Dienstrad nach drei Jahren etwa 40 Prozent des Neupreises wert. Die Kaufpreise, die Leasinganbieter zum Ende der Vertragslaufzeit veranschlagen, liegen in der Regel jedoch bei nur 15 bis 20 Prozent.

Dadurch entsteht für den Dienstradler ein geldwerter Vorteil, den er zumindest theoretisch versteuern muss. In der Praxis übernimmt der Anbieter diese Differenzbesteuerung – zugunsten des Arbeitnehmers.

Bei Bikeleasing können Arbeitnehmer Fahrräder und Pedelecs nach drei Jahren zu einem Preis von 18 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises übernehmen. Bei Eurorad muss der Dienstradler sogar nur 15 Prozent des Neupreises zahlen, wobei der Anbieter die Differenz von 25 Prozent selbst versteuert.

Fazit

Das Dienstrad- und -E-Bike-Leasing bringt für Unternehmen und Beschäftigte einige Vorteile mit. Scheue dich nicht davor, deinen Wunsch nach einem Dienstrad anzusprechen.

Mit etwas Vorbereitung und ein paar guten Argumenten gelingt es dir mit hoher Wahrscheinlichkeit, deinen Chef trotz etwas organisatorischem Aufwand zu überzeugen – zumal einige Unternehmen die Themen Nachhaltigkeit und Gesundheit immer stärker in ihrer Unternehmensstrategie verankern.

Ob du eine Alternative zum Dienstwagen suchst oder das Dienstrad mit dem Wunsch nach einem günstigeren Fahrradkauf beziehen willst, das Leasing ist in vielen Fällen eine kluge Option.


Luisa Schmid


Nach ihrem Studium der Literaturwissenschaften hängt Luisa aktuell noch ein Lehramtsstudium dran, um Förderschullehrerin zu werden. Ihre Liebe zum Schreiben kann sie als Bikes.de-Redakteurin weiter ausleben und so ihre journalistischen Kenntnisse vertiefen.

Das Fahrrad ist Sportgerät und Fortbewegungsmittel erster Wahl. So legt sie den Weg vom Dorf in die Stadt, zur Uni oder zum Einkaufen mit dem Trekkingrad zurück. Für schnelle Fahrten packt sie aber lieber ihr Mountainbike aus. Ist sie nicht gerade auf dem Fahrrad oder beim Joggen in der Natur unterwegs, liegt Luisa auch gerne mal auf der Couch und spielt Videospiele.


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